# taz.de -- Die Linke braucht neuen Co-Vorsitzenden: Jan van Aken zieht sich überraschend zurück
> Auf dem Parteitag im Juni wird Jan van Aken nicht mehr für den
> Parteivorsitz kandidieren. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er jetzt
> mitgeteilt hat.
(IMG) Bild: Jan van Aken gibt aus gesundheitlichen Gründen im Juni den Vorsitz der Linkspartei auf
Bis zu ihrem Parteitag Mitte Juni in Potsdam muss sich die Linke
überraschend einen neuen Vorsitzenden suchen. Wie Co-Chefin Ines
Schwerdtner hatte auch Jan van Aken seine erneute Kandidatur bereits
angekündigt. Ihre Wiederwahl galt als sicher. Doch nun macht der 64-jährige
Hanseat einen Rückzieher. Anders als geplant werde er nicht wieder für den
Parteivorsitz antreten, teilte van Aken am Mittwoch mit.
„In der nächsten Zeit werde ich mich verstärkt um meine Gesundheit kümmern
müssen“, begründete er seine Entscheidung. Es bestehe zwar kein Grund zu
größerer Sorge, es sei keine lebensbedrohliche Krankheit, die ihn zu diesem
Schritt zwinge. Trotzdem müsse er auf sich aufpassen. „Das tue ich
hiermit.“ Ihm falle dieser Schritt allerdings „sehr schwer“. Sein Amt als
Parteivorsitzender werde er zum Parteitag im Juni niederlegen. „Bis dahin
werde ich weiter an der Seite von Ines Schwerdtner Vorsitzender bleiben“,
so van Aken.
Jan van Aken steht seit Oktober 2024 gemeinsam mit Schwerdtner an der
Spitze der Linkspartei. In ihrer Amtszeit nahm die zuvor bereits von vielen
totgesagte Partei [1][einen rasanten Aufschwung]. Mit 8,8 Prozent schaffte
sie bei der [2][Bundestagswahl im Februar 2025] ein sensationelles
Comeback, derzeit steht sie in den Umfragen zwischen 10 und 11 Prozent.
Seit dem Amtsantritt der derzeitigen Parteiführung verzeichnete die Linke
mehr als 76.600 Neueintritte und [3][zählt inzwischen mehr als 123.000
Mitglieder].
Geboren 1961 im schleswig-holsteinischen Reinbek, hat van Aken seine
politischen Wurzeln in der westdeutschen Friedens- und Umweltbewegung. Der
promovierte Biologe war lange Jahre bei Greenpeace aktiv und war von 2004
bis 2006 als Biowaffeninspektor für die Vereinten Nationen im Einsatz. Der
Linkspartei trat er im Gründungsjahr 2007 bei und zog 2009 zum ersten Mal
in den Bundestag ein.
Er werde nicht komplett ausfallen, teilte van Aken jetzt mit. Sein Mandat
im Bundestag werde er bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben. Im Rahmen
des Möglichen werde er auch weiterhin seiner Partei zur Verfügung stehen.
Die Linke sei auf einem guten Weg, und er sei zuversichtlich, dass sie in
den nächsten Jahren eine immer größere Rolle in diesem Land spielen werde.
„Ich freue mich sehr darauf, dabei zu sein – auch wenn es dann in einer
anderen Funktion sein wird.“
15 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Pascal Beucker
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