# taz.de -- MAGA-Influencer kritisieren Irankrieg: Trumps Basis muckt auf
       
       > Während der US-Präsident versucht, die Waffenruhe mit Iran als großen
       > Triumph zu verkaufen, hagelt es weiter Kritik – auch von Republikanern.
       
 (IMG) Bild: Früher glühender Unterstützer, heute harter Kritiker Trumps: der rechtskonservative frühere Fox-Moderator Tucker Carlson
       
       Er versprach keine neuen Kriege. Einen Fokus auf die USA. Und fallende
       Preise. Doch mit dem Angriff auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump
       einen neuen Krieg im Nahen Osten vom Zaun gebrochen. Dreizehn US-Soldaten
       sind dabei bisher ums Leben gekommen. Und der drastische Anstieg der
       Energiepreise wird auch andere Produkte im Land verteuern.
       
       Gebrochene Wahlversprechen hatten in der Vergangenheit kaum einen Einfluss
       auf die Beliebtheit des Präsidenten unter [1][MAGA-Anhängern] und
       rechts-konservativen Wählern. Doch dieses Mal scheint etwas anders zu sein.
       Innerhalb weniger Tage haben gleich mehrere der bekanntesten Influencer und
       Persönlichkeiten in den USA das Vorgehen und die Worte des Präsidenten
       stark kritisiert.
       
       Die ehemalige Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly bezeichnete am Dienstag in
       ihrem Podcast Trumps Drohung, die iranischen Zivilisation vernichten zu
       wollen, als „unverantwortlich und widerlich.“ Sie fügte hinzu: „Ich habe
       diesen Scheiß satt. Kann er sich nicht einfach wie ein normaler Mensch
       benehmen?“
       
       ## Kritik seitens Tucker Carlson
       
       Auch ihr ehemaliger Fox-News-Kollege [2][Tucker Carlson] ließ in dieser
       Woche kein gutes Haar an Trump. Auf dem Nominierungsparteitag der
       Republikaner vor knapp zwei Jahren erklärte Carlson noch, dass das Attentat
       auf Trump und dessen Überleben einer „göttlichen Intervention“ gleichkomme.
       „Hier ist etwas Größeres im Gange“, sagte Carlson damals in Milwaukee.
       
       Nachdem Trump am Ostersonntag von Iran mit den Worten „öffnet die verfickte
       Straße von Hormus, ihr verrückten Bastarde“ die erneute Öffnung der
       Meerenge im Persischen Golf gefordert hatte, sprudelte es aus Carlson
       heraus. „Wie können Sie es wagen, am Ostermorgen so zum Land zu sprechen?
       Für wen halten Sie sich eigentlich? Sie twittern am Ostermorgen das
       F-Wort?“, so Carlson in seinem Podcast am Montag.
       
       Wieder andere MAGA-Influencer:innen wie die ehemalige Kongressabgeordnete
       [3][Marjorie Taylor Greene] oder der Radiomoderator Alex Jones, haben dazu
       aufgerufen, den 25. Verfassungszusatz in Erwägung zu ziehen und Trump für
       amtsunfähig zu erklären. Etliche weitere Beispiele belegen die anhaltende
       Kritik am Präsidenten aus Reihen der MAGA-Bewegung.
       
       ## Trump schlägt zurück
       
       Es ist nicht so, als hätten Influencer:innen Trump in der
       Vergangenheit nie angegriffen oder dessen Politik bemängelt, doch die
       aktuelle Kritikwelle ist neu. Auch Trump selbst scheint dies nicht
       entgangen zu sein. Am Donnerstagabend holte der 79-Jährige zum Gegenschlag
       aus. In einem sehr langen Post auf Truth Social bezeichnete er Carlson,
       Kelly, Jones und die bisher noch nicht erwähnte Candace Owens als „äußerst
       dumme Menschen“, die seit Jahren gegen ihn kämpfen würden.
       
       „Das sind keine MAGA-Anhänger, das sind Verlierer, die sich nur an MAGA
       anhängen wollen. Als Präsident könnte ich sie jederzeit auf meine Seite
       ziehen, aber wenn sie anrufen, rufe ich nicht zurück, weil ich mit Welt-
       und Landespolitik zu beschäftigt bin, und nach ein paar Malen werden sie
       unverschämt“, schrieb er.
       
       Owens, die sich als Teil von [4][Turning Point USA], der Organisation des
       ermordeten rechtsextremen [5][Charlie Kirk] einen Namen gemacht hatte,
       reagierte auf die Postings von Trump mit den Worten: „Es ist vielleicht an
       der Zeit, Opa in einem Heim unterzubringen.“
       
       Ob der aktuelle Schlagabtausch zwischen Trump und seinen früheren treusten
       Unterstützern im Netz auch in der realen Welt Auswirkungen haben wird, wird
       sich zeigen. Bei der diesjährigen [6][CPAC-Veranstaltung], einem der
       wichtigsten Treffen für Rechtskonservative in den USA, war der Rückhalt für
       Trump immer noch überwältigend groß.
       
       ## Republikaner im Kongress eher leise
       
       Im Gegensatz zur Influencer-Szene und dem Internet haben sich Republikaner
       im Kongress zurückhaltend gezeigt. Nur wenige Abgeordnete und Senatoren
       haben sich bisher öffentlich zu Trumps jüngsten Aussagen geäußert.
       
       Bislang gab es vor allem positive Kommentare zum temporären
       Waffenstillstand. Ein paar vereinzelte Republikaner erklärten jedoch, dass
       ihre Unterstützung für den Irankrieg Grenzen habe.
       
       Senator John Curtis sagte vergangene Woche, Trump solle den
       Feindseligkeiten ein Ende setzen, sofern er keine ausdrückliche
       Ermächtigung durch den Kongress erhalte. Curtis' Senatskollege Ron Johnson
       erklärte seinerseits, dass er nicht wolle, dass die USA „zivile
       Infrastruktur“ in Iran in die Luft sprengen.
       
       Die jüngsten Nato-Diskussionen und Trumps Androhung eines möglichen
       Ausstiegs der USA spielten hierbei nur eine Nebenrolle, auch deshalb, weil
       im US-Kongress die Unterstützung [7][für die Nato] immer noch stark ist.
       
       ## Gespräche in Pakistan
       
       US-Vizepräsident J. D. Vance wird eine US-Delegation anführen, die sich
       voraussichtlich am Samstag in [8][Pakistans Hauptstadt Islamabad] mit
       iranischen Regierungsmitgliedern zu Gesprächen treffen wird.
       
       Der Ausgang dieser Gespräche, ob es die Trump-Regierung schaffen kann,
       einen permanenten Frieden mit Iran zu erreichen – etwas, an dem
       US-Regierungen in den vergangenen 47 Jahren gescheitert sind –, könnte
       viele Spannungen in der MAGA-Bewegung glätten. Doch klar ist: MAGA- und
       „America First“-Vertreter wollen mehr innenpolitische Veränderungen sehen.
       
       10 Apr 2026
       
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