# taz.de -- Gestrandeter Buckelwal: Anzeige ist raus
       
       > Umweltminister Till Backhaus, Greenpeace und weitere Beteiligte wurden
       > wegen des Umgangs mit dem Wal angezeigt. Der wird derweil mit Salzwasser
       > benetzt.
       
 (IMG) Bild: Seine Chancen schwinden: der gestrandete Buckelwal in der Wismarbucht
       
       dpa/afp/taz | Am Karfreitag ist Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till
       Backhaus (SPD) auf der Insel Poel. Er sagt, er wolle den Wal bis zum Ende
       begleiten. Die Sperrzone zum Zugang zum Wal besteht weiterhin. Wie die
       [1][Ostsee-Zeitung] berichtet, werden auch Anwohner von der Polizei
       kontrolliert, um sicherzustellen, dass sich keine Unbefugten im Sperrgebiet
       aufhalten.
       
       Am Nachmittag stellt Backhaus sich den Fragen von Demonstranten. Schon am
       Vortag war eine Demo für den Wal angemeldet worden, zu der knapp 50
       Menschen gekommen waren und eine Menschenkette gebildet hatten. Heute sind
       es weniger Demonstranten. Im Gespräch mit dem Umweltminister geht es unter
       anderm darum, ob mögliche Netzteile, die sich im Maul des Wals verfangen
       haben könnten, noch entfernt werden könnten.
       
       Im Netz wird Umweltminister Backhaus derweil als „Wal-Mörder“ beschimpft.
       Einige werfen ihm vor, sich nicht genug für die Rettung des Wals eingesetzt
       zu haben. Darüber hinaus bestätigte die Polizei unter anderem der Bild und
       der [2][Zeit], dass Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung und
       Tierquälerei, sowohl gegen den Umweltminister als auch gegen Greenpeace und
       weitere Beteiligte an der Walrettung, eingegangen sind.
       
       Die Bild berichtet, dass der Umweltminister am Karfreitag mit dem
       Meeresbiologen und Influencer Robert Marc Lehmann telefoniert haben soll.
       In dem Telefonat ging es um den Zustand des Wals. In dem Gespräch soll
       Lehmann angeboten haben, Netzteile, sofern sich welche im Maul des Wals
       befinden, zu entfernen. Dies sei jedoch mit einem hohen Risiko, auch für
       den Meeresbiologen verbunden. Zudem betonte Backhaus, dass abgewogen werden
       müsse, ob man diese Maßnahme dem Tier zumuten könne.
       
       ## Feuerwehr benetzt Wal mit Salzwasser
       
       Einsatzkräfte der Feuerwehr haben begonnen, den an der Ostseeküste vor
       Wismar [3][gestrandeten Buckelwal] mit Wasser zu benetzen. Das bestätigte
       ein Sprecher des Innenministeriums. Die Experten hätten die Hilfsaktion
       empfohlen, um lindernde Umstände für den Wal zu schaffen.
       
       Die Initiative zum Befeuchten des Rückens des Tieres geht auf einen Hinweis
       eines Wissenschaftlers zurück, sagte der Sprecher des Umweltministeriums.
       Es sei für das Tier „ein unnatürlicher Zustand, mit dem Rücken in der Sonne
       zu liegen“. Deshalb könne ihm die Feuchtigkeit Linderung verschaffen. Die
       Haut des Wals gilt als extrem geschädigt, weil das Ostseewasser deutlich
       weniger Salz hat als sein ursprünglicher Lebensraum im Atlantik. Das
       Befeuchten soll zumindest etwas Linderung bringen.
       
       „Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen,
       den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen“, sagte
       Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). „Der Vorgang
       soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden.“
       
       Auch ein Schlauchboot der Polizei war in der Nähe des Wals im Einsatz, wie
       ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Der Zustand des Wals ist nach Angaben
       von Wasserschutzpolizei und Greenpeace unverändert.
       
       Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Den Fachleuten
       und Meeresschützern vor Ort zufolge wird das Tier in dieser Bucht wohl
       sterben. Wie lange es noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der
       Experten nicht vorhersagen. Am Donnerstagvormittag erkundete bereits ein
       Vermessungsboot die Umgebung des Wals, um eine mögliche Bergung des
       Buckelwals vorzubereiten.
       
       ## Wal irrt seit vier Wochen umher
       
       [4][Der etwa 12 bis 15 Meter lange Buckelwal irrt nach Behördenangaben seit
       rund vier Wochen durch die Ostsee.] Am Montag vergangener Woche strandete
       das Tier zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer
       Sandbank. Nachdem er dort mit Baggern wieder befreit wurde, saß er seit
       Samstag in der Wismarer Bucht fest.
       
       Am Montagabend hatte sich das zunehmend geschwächte und wohl auch kranke
       Tier nochmals aus eigener Kraft vom Meeresgrund gelöst und war für einige
       Stunden verschwunden, bevor es am Dienstag in die Wismarer Bucht
       zurückkehrte und sich vor Poel bei Wismar erneut auf Grund legte.
       
       ## Vorbereitungen für die Zeit nach dem Tod laufen schon
       
       Das Bundesumweltministerium hält es für richtig, dass die Rettung des
       Buckelwals eingestellt wurde. „Es ist die richtige Entscheidung, zum
       jetzigen Zeitpunkt weitere Rettungsmaßnahmen zu unterlassen und dem Tier
       seine Ruhe zu geben“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth der dpa.
       
       Am Deutschen Meeresmuseum laufen zusammen mit den Behörden die Planungen
       für eine wissenschaftliche Obduktion, sollte der Wal sterben, wie das
       Museum mitgeteilt hatte. Nach seinem Tod soll das Tier zur Insel Dänholm
       transportiert und dort von externen und unabhängigen Expertinnen und
       Experten obduziert werden. All dies werde umfassend dokumentiert.Neben
       Untersuchungen zu möglichen Krankheiten und zur Todesursache sollen auch
       der Körper und die Organe des Wals vermessen, gewogen und beprobt werden.
       Die Proben sollten später der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden,
       hieß es. Ein Großteil des Walkörpers soll fachgerecht durch ein
       spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt werden. Aktuell werde
       zudem ein Angebot zur wissenschaftlichen Sicherung des Walskeletts geprüft,
       dass dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock vorliege.
       
       3 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/nordwestmecklenburg/wismar/liveticker-zu-ostsee-wal-buckelwal-liegt-vor-der-insel-poel-im-sterben-demo-geplant-7D6CVA64KRAR7BNXN2AI7PFHU4.html
 (DIR) [2] https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2026-04/buckelwal-ostsee-mecklenburg-vorpommern-umweltminister-greenpeace-anzeige
 (DIR) [3] /Gestrandeter-Wal/!6167997
 (DIR) [4] /Sichtung-vor-Wismar/!6167312
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Rettung
 (DIR) Meeresschutz
 (DIR) Greenpeace
 (DIR) Meeressäuger
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Wale
 (DIR) Wismar
 (DIR) Meeresschutz
 (DIR) Wale
 (DIR) Wale
 (DIR) Meeresbiologie
 (DIR) Umweltminister
 (DIR) Ostsee
 (DIR) Ostsee
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Walforscher über sterbenden Wal: „Es wird nach einfachen Lösungen gesucht“
       
       Halb Deutschland nimmt Anteil am gestrandeten Wal Timmy. Meeresschützer
       Fabian Ritter würde sich wünschen, dass dabei auch Meeresschutz Thema wird.
       
 (DIR) Buckelwal Timmy: „Er hat sich von der Stelle bewegt“
       
       Der vor Poel gestrandete Buckelwal atmet weiter und gibt Laute von sich. Am
       Donnerstagmorgen soll er sich einige Meter bewegt haben.
       
 (DIR) Gestrandeter Wal in der Ostsee: Wird Timmy auferstehen?
       
       Der gestrandete Wal Timmy berührte zum Osterfest viele Menschen. Warum,
       erklärt Rainer Hagencord, Leiter des Instituts für Theologische Zoologie.
       
 (DIR) So schlecht geht es dem Buckelwal: Timmy liegt laut Experten im Sterben
       
       Noch atmet der seit Tagen vor der Insel Poel festsitzende Wal. Doch laut
       Fachleuten ist sein Zustand kritisch – und hat sich zuletzt verschlechtert.
       
 (DIR) Gestrandeter Buckelwal: Hoffnung für Timmy schwindet wieder
       
       Umweltminister Backhaus (SPD) prüfte eine Rettung des Wals mit einem
       Katamaran. Entgegen einer Prognose ist der Wasserpegel vor Poel unerwartet
       gestiegen.
       
 (DIR) Demo für gestrandeten Wal: „Eure Ignoranz tötet“
       
       Demonstranten haben am Hafen von Poel eine Menschenkette gebildet und
       werfen den Verantwortlichen „Versagen“ vor. Experten gehen davon aus, dass
       er dort stirbt.
       
 (DIR) Sichtung in der Ostsee: Buckelwal schwimmend vor Wismar gesichtet
       
       Der Buckelwal schwimmt in der Ostsee vor Wismar. Eine entsprechende
       Sichtung wurde bestätigt. Entscheidend ist nun, in welche Richtung er
       zieht.