# taz.de -- Gestrandeter Buckelwal: Hoffnung für Timmy schwindet wieder
       
       > Umweltminister Backhaus (SPD) prüfte eine Rettung des Wals mit einem
       > Katamaran. Entgegen einer Prognose ist der Wasserpegel vor Poel
       > unerwartet gestiegen.
       
 (IMG) Bild: Der Buckelwal lag am Sonntagnachmittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Hoffnung macht ein dänischer Katamaran
       
       dpa/afp/taz | Der vor der Ostseeküste gestrandete Buckelwal lebt noch, eine
       Rettung gilt jedoch als zunehmend unwahrscheinlich. Einen Bergungsversuch
       mit schweren Geräten würde das Tier wohl nicht überleben, erklärte
       Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag.
       „Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch
       einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren
       Qualen ausgesetzt würde.“
       
       Am Sonntag hatte Backhaus noch die Möglichkeit ins Spiel gebracht, den Wal
       mit einem Katamaran oder anderem Gerät lebend zu transportieren. In
       Dänemark gibt es nach Angaben eines Ministeriumssprechers ein geeignetes
       Boot, das ein Bergungsunternehmen zum Einsatz angeboten hat. Voraussetzung
       wäre allerdings, dass er eine Überlebenschance hat, schränkte Backhaus ein.
       
       „Dass es solch einen Versuch überleben würde, ist nach Ansicht aller
       Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich“, erklärte der
       Minister nun.
       
       Der Zustand des vor der Insel Poel [1][gestrandeten Buckelwals] war am
       frühen Ostermontag weiter unverändert. Wie das Umweltministerium mitteilte,
       atmet der Wal noch immer regelmäßig alle zwei bis vier Minuten. Die Polizei
       sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den Wal zu beobachten.
       
       Am Ostersonntag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus
       (SPD) bekanntgegeben, dass der geringe Salzgehalt der Ostsee dem zwölf
       Meter langen Tier erheblich zusetze. Der verletzte Buckelwal war in der
       vergangenen Woche vor Wismar gestrandet. Am Mittwoch waren die
       Rettungsversuche eingestellt worden und nach Angaben von Experten wird das
       Tier wohl in der Bucht sterben. Der Wal soll am Dienstag erneut von
       Fachleuten begutachtet werden.
       
       ## Mögliche Rettungsaktion in der Prüfung
       
       Für eine mögliche Rettung des vor der Ostseeküste liegenden Buckelwals
       wurden Möglichkeiten wie ein Katamaran-Einsatz geprüft. „Also, wir sind ja
       nach wie vor an den Optionen dran“, sagte Backhaus am Sonntag in einem
       Interview mit dem Sender News5. Die seines Erachtens „beste Vorstellung“
       sei es, einen in Dänemark befindlichen Katamaran dafür zu nehmen. Backhaus
       erklärte aber zugleich, dem Wal gehe es „wirklich ganz schlecht“.
       
       Bei einem Katamaran-Einsatz würden 80 Zentimeter bis ein Meter breite
       „Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu
       schaden und dann tatsächlich ganz vorsichtig aufzunehmen“, sagte Backhaus
       weiter. Dann gebe es die Chance, den Wal auf einem Netz „lebend zu
       transportieren“. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers handelt es sich
       bei dem Katamaran um ein Spezialschiff, das ein Bergungsunternehmen in
       Dänemark zum Einsatz angeboten hat.
       
       Am Dienstag würden sich noch einmal Spezialisten vor Ort damit
       beschäftigen. Dann soll zudem ein Gutachten mit Einschätzung der Rettung
       von Experten vorliegen.
       
       ## Backhaus lädt auch Meeresbiologen Lehmann ein
       
       Wie die [2][Ostsee Zeitung ] berichtet, hat der Umweltminister auch den
       Meeresbiologen Marc Robert Lehmann eingeladen, zu kommen und sich bei einer
       möglichen Bergung einzubringen. Ursprünglich habe Lehmann am Sonntag kommen
       wollen, doch dann abgesagt, weil er zu beschäftigt war. Zuvor gab es
       Austausch zwischen dem Meeresbiologen und dem Umweltminister. Lehmann hatte
       auf seinem Instagram-Kanal eingefordert, dass er den Rückhalt der Helfenden
       und Entscheider vor Ort brauche. „Ich packe ihn bei seiner eigenen Ehre“,
       sagt Backhaus nun. Und weiter: „Wenn er es ernst meint, kommt er her, und
       zwar schnell.“ Er garantiere Lehmann Rechtssicherheit. „Dafür steh’ ich mit
       meinem Namen“, so Backhaus.
       
       ## Am vergangenen Dienstag vor Poel gestrandet
       
       Der Buckelwal irrte nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die
       Ostsee. Am Montag vergangener Woche strandete das Tier zunächst vor der
       schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nachdem er dort mit
       Baggern wieder befreit wurde, saß er seit Samstag vor
       Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer Bucht fest.
       
       Das Tier war am vergangenen Dienstag vor Poel gestrandet. Am Mittwoch waren
       alle Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Einschätzung von Fachleuten
       wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben
       wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.
       
       Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal war
       es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar
       gesichtet worden, später vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und
       letztlich war er vor Wismar gestrandet.
       
       6 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Gestrandeter-Buckelwal/!6168473
 (DIR) [2] https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/nordwestmecklenburg/wismar/liveblog-zum-wal-in-der-ostsee-tier-atmet-noch-rettung-per-katamaran-wird-geprueft-7D6CVA64KRAR7BNXN2AI7PFHU4.html
       
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