# taz.de -- Klimaprognose vom Deutschen Wetterdienst: Trocken im Westen, Regen im Osten
       
       > 2025 war zwar sehr warm, stellte aber keine neuen Hitzerekorde auf. Kein
       > Grund zur Entwarnung, wie neue Prognosen des Deutschen Wetterdienstes
       > zeigen
       
 (IMG) Bild: Niedrigwasser im Rhein im Frühjahr 2025. Ein nasser Juli verhinderte schlimmere Schäden
       
       Ein heißes, aber kein rekordheißes Jahr war 2025. Nach dem Extremjahr 2024,
       in dem die Thermometer im Mittel 10,9 Grad gemessen haben, gab es 2025 mit
       genau 10 Grad eine Verschnaufpause. Aber „der Klimawandel zeigt sich als
       Realität unserer Zeit“, sagt Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst DWD,
       dessen Klimajahresbericht am Mittwoch vorgestellt wurde.
       
       Bemerkbar macht sich der Klimawandel, wenn man die Zahl der Extremtage
       betrachtet: An elf Tagen maßen die Wetterstationen im Jahresmittel über 35
       Grad, das sind 150 Prozent mehr als zwischen 1961 und 1990. Die Zahl der
       Tage, an denen das Thermometer nie über 0 Grad kletterte, sank dagegen um
       65 Prozent auf neun.
       
       Erstmals hat der DWD zudem Prognosen für die Folgen der Erderhitzung für
       Deutschland aufgestellt. Sie beginnen mit einem Szenario, das von 2,8 bis
       4,6 Grad weltweiter Erhitzung bis Ende des Jahrhunderts ausgeht –
       [1][erwartet werden derzeit 2,1 bis 3,3 Grad]. Andere Szenarien sollen
       später folgen.
       
       Gemäß ihrer ersten Simulation wird es Ende des Jahrhunderts in ganz
       Deutschland viel heißer sein, im Jahresmittel zwischen zwei und sechs Grad
       mehr als zwischen 1961 und 1990. „Insbesondere im Süden und Osten wird es
       zu einer Zunahme an Hitzewellen und Tropennächten kommen“, sagt Fuchs. Die
       seien vor allem für ältere Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko. „Das
       bedeutet, dass in den Kommunen der Bedarf an Hitzeaktionsplänen, mehr Grün-
       und Wasserflächen steigen wird.“
       
       ## Zunehmende Trockenheit wird zum Problem
       
       Wie sich im eher pessimistischen Szenario des DWD die Niederschlagsmengen
       entwickeln, ist unsicherer. Im Winter und Frühling werde es in Sachsen zum
       Beispiel leicht trockener, in Niedersachsen eher feuchter. Im Sommer und
       Herbst ist das Bild noch vielfältiger: Während es im Westen trockener
       werden könnte, sagen die Modelle die höchsten Niederschlagszunahmen in
       Mecklenburg-Vorpommern voraus.
       
       „Sowohl trockenere als auch feuchtere Bedingungen können große
       Herausforderungen darstellen, beispielsweise bei der Planung von
       Bewässerung“, sagt Fuchs. In den kommenden Monaten will der DWD noch mehr
       Szenarien durchrechnen und die Prognosen zum Beispiel auf Unterschiede
       zwischen Mittelgebirgen und dem umliegenden Flachland verfeinern. Außerdem
       sollen nicht nur Temperatur und Niederschlag, sondern auch die Anzahl
       heißer Tage, die Intensität von Starkregen und die Dauer von
       Trockenperioden prognostiziert werden.
       
       Die zunehmende Trockenheit mache sich aber auch schon jetzt „als zentrales
       Problem erkennbar“, sagt der DWD-Meteorologe Andreas Becker. Alle Sektoren,
       die auf eine günstige und verlässliche Wasserversorgung angewiesen sind,
       gerieten „unter ökonomischen und ökologischen Druck“.
       
       Schon das Frühjahr 2025 war eines der trockensten, die je gemessen wurden.
       „Ein zum Glück sehr nasser Juli beendete die Rekordtrockenheit rechtzeitig
       und verhinderte erhebliche Schäden bei der Landwirtschaft“, berichtet
       Becker.
       
       ## Meteorologe: „Keine Trendwende“
       
       Die [2][Hitzewellen des vergangenen Jahres] nennt der DWD „kurz, aber
       prägnant“ – [3][laut Robert-Koch-Institut] starben über den Sommer zwischen
       2.100 und 3.700 überwiegend ältere Menschen an Hitzefolgen, etwas weniger
       als in den Vorjahren. „Außergewöhnlich war vor allem die räumlich weit
       verbreitet hohe Intensität“, sagt Becker. 435 der 453 Messstationen in
       Deutschland hätten im Sommer 2025 mehr als 30 Grad, 285 mehr als 35 Grad
       beobachtet.
       
       Insgesamt sind die 10 Grad, die in Deutschland im Jahresmittel gemessen
       wurden, laut DWD etwas unterdurchschnittlich im Vergleich zum Trend.
       „Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass sich Deutschland
       bereits um 2,5 Grad erwärmt hat“, sagt Becker. Jeder einzelne Monat sei
       wärmer gewesen als im Mittel zwischen 1961 und 1990. Weltweit war [4][2025
       das drittheißeste jemals gemessene Jahr].
       
       „Einzelne Jahre ohne neue Rekorde [5][sind keine Trendwende]“, warnt
       Becker. Die langfristige Erwärmung setze sich fort, ebenso die Zunahme
       klimatischer Risiken wie Trockenheit, Hitze und Wasserknappheit.
       „Klimaschutz und Klimaanpassung [6][bleiben zentrale Aufgaben].“
       
       Für die kommenden Monate erwartet der DWD einen wärmeren Sommer. Die
       Wahrscheinlichkeit liege bei 71 Prozent für mehr als 8,5 Tage über 30 Grad
       im Sommer und bei 81 Prozent für wärmere Sommermonate als im Durchschnitt
       der vergangenen 30 Jahre. Wie viel es regnen wird, können die Modelle aber
       noch nicht vorhersagen.
       
       31 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://climateactiontracker.org/global/cat-thermometer/
 (DIR) [2] /Verschaerfte-Extremtemperaturen/!6109373
 (DIR) [3] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
 (DIR) [4] /Klimawandel-treibt-Temperaturen-hoch/!6145532
 (DIR) [5] /Bericht-der-Weltwetterorganisation/!6163833
 (DIR) [6] /Klimaschutzprogramm-der-Bundesregierung-Ein-Plan-gegen-die-eigene-Politik/!6165698
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jonas Waack
       
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