# taz.de -- Französische Kommunalwahlen: Grünes Licht für Pariser Klimapolitik
> Die Pariser senden ein klares Zeichen: Weiter so mit der grünen
> Stadtpolitik. Grégoire hat nicht trotz, sondern wegen dieser Positionen
> gewonnen.
(IMG) Bild: Die Bürgermeisterin von Paris Anne Hidalgo und Wahlsieger und ihr Nachfolger Emmanuel Gregoire bei einer Wahlparty
Zusammengezählt ergeben die für die linken Listen in Paris bei der
Bürgermeisterwahl [1][abgegebenen Stimmen mehr als 60 Prozent]. Das ist
nach bereits 25 Jahren rot-grüner Stadtregierung in der französischen
Hauptstadt ziemlich spektakulär, wie der klare Wahlsieg des Sozialisten
Emmanuel Grégoire ebenfalls. Denn man hatte eher erwartet, dass sich die
durchmischte Erfolgsbilanz der Klimapolitik von Anne Hidalgo, der
bisherigen Bürgermeisterin, für Grégoire nachteilig auswirken könnte.
Das Gegenteil war der Fall. Grégoire hat nicht nur trotz, sondern
vermutlich gerade als Anerkennung der Umwelt- und Verkehrspolitik gewonnen.
Seine Gegnerin, die Konservative Rachida Dati, wollte die politischen
Weichen auf einen Weg zurück in die früher vom Auto dominierte Kapitale
stellen. Das ist ihr nicht gut bekommen. Auch ihr persönlicher Ehrgeiz,
kombiniert mit einem aggressiven Stil und zuletzt die inoffizielle Allianz
mit der extremen Rechten scheint manche „gutbürgerliche“ Wählerkreise
abgeschreckt zu haben.
Das Wahlergebnis gibt unmissverständlich grünes Licht für die Fortsetzung
des von Hidalgo eingeschlagenen Wegs der Verkehrsberuhigung mit mehr
Radwegen, Fußgängerzonen, Grünflächen und öffentlichen Transportmitteln.
[2][Das ist ein starkes Signal über Frankreich hinaus]. Mehr denn je möchte
Paris laut Grégoire, Hidalgos Nachfolger, als Vorbild der Klimapolitik in
die Welt ausstrahlen. Dazu müsste Grégoire seine Wahlversprechen, und die
seiner Vorgängerin, halten.
Doch landesweit ist in [3][Frankreich] damit der [4][Sieg gegen eine
reaktionäre Rechte längst nicht gesichert]. Die Grünen wurden in mehreren
Städten, die sie seit 6 Jahren regiert haben, abgewählt. Und insgesamt
bleibt die Linke nach diesen kommunalen Wahlen gespalten: Die oft vereint
auftretenden Sozialisten, Grünen und Kommunisten sehen in der meist separat
kandidierenden Linkspartei La France insoumise (LFI) eine bedrohliche
Konkurrenz.
Wie in Paris, wo in der Stichwahl die LFI-Liste gegen Grégoire antrat und
Sophia Chikirou Hidalgos Bilanz heftig kritisierte, haben sich Spannungen
zwischen LFI und der restlichen Linken wegen des Nahostkonfliktes eher noch
verschärft. Es bleibt wenig Zeit, um sich (wieder) [5][auf die gemeinsamen
Nenner einer umweltverträglichen, fortschrittlichen und sozialen Politik zu
einigen]. Die Bewährungsprobe steht bereits in einem Jahr bei den
Präsidentschaftswahlen vor der Tür.
23 Mar 2026
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(DIR) Rudolf Balmer
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