# taz.de -- Grüner über Parlamentswahlen in Ungarn: „Die Bundesregierung muss sich vorbereiten“
> Anton Hofreiter fordert, dass Deutschland und die EU Szenarien für den
> Ausgang der Wahl in Ungarn planen. Die Bundesregierung handle „naiv“.
(IMG) Bild: Viktor Orbán nimmt in Budapest an der „Großen Versammlung der Patrioten“ nationalistischer Gruppen aus Europa teil (23. 3. 2026)
[1][Anton Hofreiter, grüner Bundestagsabgeordneter] und Vorsitzender des
parlamentarischen Europa-Ausschusses, ist besorgt. Am 12. April wird in
Ungarn das Parlament neu gewählt – und nach den [2][Umfragen sieht es für
Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei] schlecht aus. Orbán
hat in seiner 16-jährigen Regierungszeit Demokratie und Rechtsstaat
systematisch abgebaut – und Hofreiter befürchtet nun, dass er eine
Wahlniederlage nicht anerkennen wird.
„[3][Dass Orbán mit Unterstützung Putins alles in seiner Macht Stehende
versuchen wird], die Wahl zu gewinnen oder das Ergebnis zu seinen Gunsten
darzustellen, ist wahrscheinlich“, sagte Hofreiter der taz. Aufgabe der
Bundesregierung sei es deshalb, sowohl auf nationaler als auch auf
europäischer Ebene darüber nachzudenken, „wie man sich im Rahmen der
verschiedenen Szenarien gegenüber Orbán verhalten wird“. Was tut man etwa,
wenn Orbán sich einfach zum Sieger erklärt und ihm US-Präsident Donald
Trump gleich auch noch gratuliert? Oder wenn Orbán die Wahl kurzfristig
vertagt?
Hofreiter hat deshalb die Bundesregierung schriftlich nach ihren
Vorbereitungen gefragt. Die Antwort aus dem Auswärtigen Amt ist
schmallippig. „Die Bundesregierung wird durch den Auswärtigen Dienst
fortlaufend über die innenpolitische Lage, Entwicklungen und Perspektiven
in den jeweiligen Ländern unterrichtet“, heißt es in dem Schreiben, das
Staatssekretär Géza Andreas von Geyr unterzeichnet hat. Dies gelte auch für
die Parlamentswahl in Ungarn.
„Die Bundesregierung versucht nicht einmal, den Anschein zu erwecken, dass
sie sich im Vorfeld der Wahlen in Ungarn auf mögliche Szenarien der
Wahlfälschung oder eine Hängepartie in Folge uneindeutiger
Mehrheitsverhältnisse vorbereitet“, kritisiert Hofreiter. Auf einen
eindeutigen Wahlsieg der Opposition zu hoffen und damit auch auf eine
[4][schnelle Lösung für den 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine], den
Orbán trotz vorheriger Zusagen beim Europäischen Rat gerade blockiert hat,
sei „naiv“.
„Hier offenbart sich erneut die massive Diskrepanz zwischen der
proeuropäischen Rhetorik von Kanzler Merz und den fehlenden Impulsen der
deutschen Bundesregierung auf EU-Ebene“, kritisiert Hofreiter. Es sei
dringend nötig, dass die Bundesregierung aktiv werde.
## Mutmaßliche Wahlkampfunterstützung aus Russland
Zuletzt hatte die Washington Post unter Berufung auf einen früheren
ungarischen Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitsbeamte aus anderen
europäischen Ländern von einer mutmaßlichen Unterstützung des russischen
Auslandsgeheimdienstes SWR für den derzeit laufenden Wahlkampf Orbáns
berichtet. Dieser soll demnach vor einem Monat sogar vorgeschlagen haben,
ein Attentat gegen Ungarns Regierungschef zu inszenieren, um damit
emotional wirksam dessen Opferrolle zu unterstreichen und so die Umfragen
zu drehen.
Die Zeitung berichtete auch, dass die Orbán-Regierung seit Jahren Moskau
Informationen zu sensiblen Diskussionen in der EU übermittle. Außenminister
Péter Szijjártó soll demnach sogar während Pausen von EU-Treffen regelmäßig
mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow telefoniert haben, um ihn
über die Inhalte dieser Gespräche zu informieren.
24 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
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