# taz.de -- Ausbau der DNB in Leipzig gestrichen: Bücher-, ähhh, Bürokratieabbau à la Weimer
       
       > Kurz vor der Buchmesse stoppt der Kulturstaatsminister den Ausbau der
       > Deutschen Nationalbibliothek – und entfacht eine neue Debatte über
       > Kulturpolitik.
       
 (IMG) Bild: Mehr oder weniger, Bücher oder Bürokratie?
       
       Unser verehrter Staatsminister für die Angelegenheiten der Kultur und
       Medien hatte es auch schon mal leichter. Damals, als er noch Verleger war.
       Doch dann zog es Wolfram Weimer in die Politik, und seitdem gibt’s Stress.
       
       Dabei sind sein Versuch, Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle abzusägen und
       das Schrotten des Deutschen Buchhandelspreises bei der Leipziger Buchmesse
       nicht mal die dicksten Dinger.
       
       Denn der Nicht-mehr-Verleger Weimer hat gleich doppelt gegen den
       Buchstandort Leipzig geholzt und eine Woche vor Beginn der Buchmesse an
       diesem Donnerstag der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) [1][den dringend
       benötigten Erweiterungsbau in Leipzig gestrichen]. Die DNB sammelt an ihren
       Standorten Leipzig und Frankfurt/Main alle Bücher und noch mehr, was in
       Deutschland veröffentlicht wird. Wer hierzulande „Medienwerke auf einem
       körperlichen Träger“ publiziert, muss davon zwei Pflichtexemplare an die
       DNB schicken.
       
       Und die brauchen Platz. Weshalb Ende 2026 auch der Bau eines weiteren
       Büchermagazins in Leipzig starten sollte. Doch das wurde jetzt abgeblasen,
       und die Begründung ist wieder ein echter Weimer. Er möchte die
       Pflichtexemplarpflicht auf ein Exemplar beschränken, am liebsten auch nur
       noch digital. Und zwar, jetzt bitte alle festhalten, als „Beitrag zum
       Bürokratieabbau“.
       
       „Für den Ausbau des digitalen Lesesaals beim Bundesarchiv ist Geld da“,
       sagt die Mitbewohnerin. „Aber das ist ja nur der hauseigene
       Bürokratieverein zum Aktensammeln.“
       
       ## Bürokratieabbau
       
       Außerdem wirft es ein ganz neues Licht auf die Buchhandelspreis-Sache.
       [2][Jede Buchhandlung ist ja so gesehen gelebte Bürokratie]. Und jede Stadt
       hat auch noch so eine Stadtbürokratie, die aber irreführenderweise von
       radikal linken Demokraten Stadtbücherei genannt wird. Da prüft am besten
       mal ganz schnell der Verfassungsschutz, wie sich das abbauen lässt.
       
       Wen das milde an Donald Trump erinnert, liegt richtig. Es gibt auch noch
       mehr Parallelen. Als Trump den US-Auslandsmedien mal eben die Unterstützung
       gestrichen hat wie Weimer den DNB-Erweiterungsbau, tönte es allenthalben
       aus der Bundesregierung, jetzt müsse die Deutsche Welle mit ihrer
       unabhängigen Berichterstattung stärker ran.
       
       Sie muss bald wahrscheinlich sogar für die USA senden. Denn Trumps
       Medienbehörde FCC droht seit dem Wochenende unverhohlen, US-Sendern die
       Lizenz zu entziehen, wenn sie nicht mit ihren „Täuschungen und
       Nachrichtenverzerrungen“ über den Irankrieg aufhören. Also nicht nett und
       patriotisch wie Fox News berichten, dass Friedensfürst Trump alles richtig
       macht.
       
       Die Welle könnte aber gar nicht mehr Programm für die USA anbieten. Denn
       Weimer hat ihr gerade das Budget noch einmal um 10 Millionen Euro gekürzt.
       Und das, obwohl im Koalitionsvertrag ausdrücklich was von der Stärkung des
       deutschen Auslandssenders steht. Doch hier macht’s sich der Herr
       Staatsminister leicht und entwickelt, wie es in seiner Amtsbeschreibung
       steht, „den Kultur- und Medienbereich kontinuierlich weiter“.
       
       17 Mar 2026
       
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