# taz.de -- AfD und Antisemitismus: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AfD-Kommunalpolitikerin
       
       > Nach einem Social-Media-Post voll mit Judenhass hat die
       > Staatsanwaltschaft Cottbus Ermittlungen gegen eine Brandenburger
       > AfD-Politikerin eingeleitet.
       
 (IMG) Bild: Aus Versehen antisemitisch
       
       dpa/taz | Wegen eines antisemitischen Beitrags ermittelt die
       Staatsanwaltschaft gegen die Brandenburger AfD-Kommunalpolitikerin Peggy
       Lindemann wegen Volksverhetzung. Das bestätigte ein Sprecher der
       Staatsanwaltschaft Cottbus. Darüber hinaus könne er nichts sagen. Zuerst
       hatte die Berliner Boulevardzeitung B. Z. berichtet.
       
       Lindemann hatte den Beitrag in den sozialen Medien geteilt. In dem Reel
       wird Adolf Hitler indirekt verteidigt, auch eine judenfeindliche Karikatur
       aus dem NS-Hetzblatt Der Stürmer des Nazi-Kriegsverbrechers Julius
       Streicher ist zu sehen. Die Politikerin ist Mitglied der
       Stadtverordnetenversammlung Schwedt/Oder und im Kreistag Uckermark sowie
       Beisitzerin im AfD-Kreisverband Uckermark.
       
       Der [1][Antisemitismusbeauftragte des Landes Brandenburg], Andreas Büttner,
       forderte Konsequenzen und stellte nach eigenen Angaben Strafanzeige.
       Büttner forderte Lindemanns Rücktritt von ihren politischen Ämtern. Der im
       Video verbreitete Spruch reproduziere eine klassische antisemitische
       Verschwörungserzählung, „die Juden entmenschlicht und historisch zur
       Legitimation von Gewalt beigetragen hat“, sagte Büttner.
       
       Die Politikerin [2][der extrem rechten Partei] schrieb zu den Vorwürfen
       selbst auf Instagram, sie habe doch nur Reels zur Affäre um den
       Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von dem Profil geteilt. „Dabei war eine
       antisemitische Darstellung dabei, die ich in diesem Moment als solche nicht
       erkannt habe“, behauptete Lindemann. „Als ich darauf aufmerksam gemacht
       wurde, habe ich diese unverzüglich gelöscht. Ich distanziere mich von der
       Art und dem Inhalt dieser Darstellung.“
       
       ## Verharmlosung durch AfD-Kreischef
       
       Der Kreischef der uckermärkischen AfD, Felix Teichner, hatte dabei
       gegenüber dem Tagesspiegel betontes Desinteresse an der Hitler-Posterei
       seiner Parteikollegin gezeigt. Lindemann habe „eine ganze Reihe von Reposts
       zu den Epstein-Akten“ gemacht. „Da war das halt dabei.“ Sozusagen „ein
       Versehen“. In der jüngsten Brandenburg-Umfrage aus dem Januar kommt die
       Partei von Teichner und Lindemann auf 34 Prozent.
       
       Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft den AfD-Landesverband als
       rechtsextremistisch ein. Am Samstag trifft man sich ausgerechnet in
       Prenzlau in der Uckermark zum Landesparteitag – [3][Gegenproteste sind
       angekündigt]. Das Ziel sei der Anspruch, bei der nächsten Landtagswahl 2029
       die absolute Mehrheit zu erreichen und Brandenburg mit einer AfD-geführten
       Alleinregierung zu regieren, sagte Landeschef René Springer.
       
       12 Mar 2026
       
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