# taz.de -- Brandenburgs AfD-Chef René Springer: Vulgär wiedergewählt
       
       > Mit Fäkalsprache und Rassismus gelingt Brandenburgs AfD-Chef seine
       > Wiederwahl. Eine erneute Meuterei der Basis kann die Parteispitze
       > abwehren.
       
 (IMG) Bild: Da lang: René Springer zeigt nach rechts
       
       Brandenburgs alter und neuer AfD-Chef René Springer strebt nach eigenen
       Angaben eine Alleinregierung in dem Bundesland an. Damit das klappt, muss
       sich seine Partei aber mal ein bisschen zusammenreißen, findet er: „Wenn
       wir uns nicht selber vor die Hütte kacken, hält uns niemand auf, in wenigen
       Jahren dieses Land zu regieren“, ermahnte Springer beim AfD-Landesparteitag
       in Prenzlau am Samstag seine Gesinnungsgenossen. Er selbst versprach: „Ich
       reiße mir den Arsch besonders weit auf, damit wir regieren.“
       
       Die Fäkalsprache kam gut an, mit rund 82 Prozent der Stimmen wurde der
       Bundestagsabgeordnete anschließend in seinem Amt als Landesvorsitzender
       bestätigt, einen Gegenkandidaten gab es nicht. Bei seiner Wahl vor zwei
       Jahren hatte Springer ein ähnliches Ergebnis erzielt.
       
       Damit setzt die AfD Brandenburg wohl [1][ihren völkisch-rechtsextremen
       Kurs] fort, bei dem sie gleichzeitig um ein professionelles Auftreten und
       eine Regierungsbeteiligung bemüht ist. Der Verfassungsschutz stuft den
       gesamten Landesverband [2][als gesichert rechtsextremistisch] ein, die
       Partei geht dagegen juristisch vor.
       
       Auch am Samstag lieferte die Parteispitze wieder einiges an
       Anschauungsmaterial zu ihrer politischen Ausrichtung. Springer etwa schlug
       rassistische und islamfeindliche Töne an. „Ich habe zwei Söhne. Niedliche
       Kinder, deutsche Kinder, sehen auch so aus“, schwärmte er. Er wolle nicht,
       dass sie „in einem Kalifat“ aufwachsen.
       
       Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender im Landtag und am Samstag
       gemeinsam mit dem Abgeordneten Daniel Freiherr von Lützow zum
       Vize-Landeschef wiedergewählt, zeigte sich ebenfalls weiterhin auf stramm
       völkischer Linie: „Deutschland ist das Land der Deutschen und Deutschland
       soll das Land der Deutschen bleiben – und nichts daran ist extremistisch“,
       verlautbarte Berndt.
       
       ## Parteispitze gewinnt Machtkampf mit Basis
       
       Anders als noch beim Parteitag im Herbst konnte sich die Parteispitze am
       Samstag mit ihrem umstrittenen Vorhaben durchsetzen, statt
       Mitgliederparteitagen künftig Delegiertenversammlungen abzuhalten. Ein
       entsprechender Antrag erhielt rund 71 Prozent der Stimmen und damit die
       erforderliche Zweidrittelmehrheit.
       
       Damit soll der Landesverband, der mittlerweile rund 4.000 Mitglieder hat,
       in den Augen des Vorstands handlungsfähig bleiben. Riesige Parteitage wie
       jener in Prenzlau mit mehr als 600 Anwesenden seien organisatorisch und
       finanziell immer schwieriger umzusetzen, sagte Springer.
       
       Vorangegangen waren eine hitzige Debatte und zahlreiche Zugeständnisse an
       die Basis. Nachdem der im November gescheiterte Antrag noch Parteitage mit
       300 Delegierten vorgesehen hatte, schlug die Parteispitze nun 400 vor und
       ließ sich am Samstag dann auf 500 hochhandeln.
       
       Die Aufregung war trotzdem groß: Der Ex-Bundestagsabgeordnete Norbert
       Kleinwächter witterte etwa – ganz unironisch – „[3][Vetternwirtschaft]“ und
       „Cliquentum“, sollten Delegiertenversammlungen eingeführt werden. Ein
       Kommunalpolitiker erklärte vor Ort seinen Parteiaustritt, weil die
       „Basisdemokratie“ abgeschafft werde. „Die AfD bewegt sich in eine Richtung,
       die uns der politische Gegner vorhält“, sagte er. „Hören Sie auf die
       Antifa.“
       
       Die ließ dann auch von sich hören: Antifaschist*innen protestierten am
       Veranstaltungsort gegen den Parteitag: SPD, Linke, Grüne und die Initiative
       Seebrücke hatten zu einer Kundgebung mit dem Motto „Unsere Alternative
       heißt Solidarität“ aufgerufen. Zudem startete eine vom Bund der
       Antifaschistinnen und Antifaschisten organisierte Demo vom Prenzlauer
       Bahnhof. (mit dpa)
       
       15 Mar 2026
       
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