# taz.de -- Konflikt zwischen Ungarn und der Ukraine: Budapest und Kyjiw prügeln aufeinander ein
       
       > Ungarn will eine Kommission in die Ukraine schicken, um die beschädigte
       > Druschba-Pipeline zu inspizieren. Präsident Selenskyj sagt, er wisse von
       > nichts.
       
 (IMG) Bild: Frostig: Ungarns Regierungschef Viktor Orbán (l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r.)
       
       dpa/taz | Zwischen Budapest und Kyjiw entbrennt ein immer heftigerer Streit
       um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation in der Ukraine, die
       den Zustand der Ölpipeline Druschba überprüfen will. Nachdem der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt hatte, er wisse nichts
       von einer solchen Reise, keilte jetzt Ungarns Außenminister Péter Szijjártó
       zurück. „Der ukrainische Präsident lügt“, die Ukrainer seien in einer
       offiziellen Notiz über den anstehenden Besuch informiert worden, so
       Szijjártó in den sozialen Medien.
       
       Der Konter aus Kiew kam umgehend: „Vielleicht haben sie dort schon
       vergessen, was bilaterale Beziehungen sind, aber offizielle Besuche sind
       eine Vereinbarung und keine ‚hingeworfene Notiz‘“, sagte Selenskyjs Berater
       Dmytro Lytwyn dem Portal Ukrajinska Prawda zufolge.
       
       Der sich [1][seit Tagen zuspitzende Streit zwischen den Nachbarländern]
       dreht sich um die Forderung Budapests nach einer umgehenden Reparatur der
       durch russische Angriffe beschädigten Druschba-Pipeline. Über diese Leitung
       floss bis zuletzt russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn – trotz der
       vor vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Vollinvasion in der
       Ukraine.
       
       Kyjiw erklärte, die Leitung sei so schwer beschädigt worden, dass sie
       frühestens in anderthalb Monaten – also nach der Parlamentswahl in Ungarn –
       wieder in Betrieb gehen könne. Die rechtsautoritäre Regierung in Budapest
       bezweifelt diese Aussage und besteht darauf, die Pipeline selbst in
       Augenschein zu nehmen.
       
       ## Antiukrainischer Wahlkampf in Ungarn
       
       In Ungarn wird am 12. April ein neues Parlament gewählt. Seit Monaten ist
       die Partei Fidesz von Regierungschef Viktor Orbán [2][im Umfragerückstand
       gegenüber Péter Magyars konservativer Tisza-Partei]. Auch deshalb setzt
       Orbán im Wahlkampf auf rabiat antiukrainische Töne.
       
       Unterdessen forderte [3][der gegenüber Budapest nicht minder frostige
       ukrainische Präsident] angesichts der ungarischen Blockade eines zugesagten
       90-Milliarden-Euro-Kredits aus Europa eine Alternative. Wolodymyr Selenskyj
       erklärte: „Wir brauchen einen Plan B.“ Orbán stehe auf der Seite Putins und
       blockiere alles, was die Ukraine betreffe: Geld, Waffen und den ‌Weg in die
       EU, sagte Selenskyj. Nur eines mache Orbán nicht wie Putin: Er feuere keine
       Raketen auf die Ukraine ab und schicke keine Soldaten.
       
       12 Mar 2026
       
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