# taz.de -- Einlenken bei Druschba: Ukraine nimmt EU-Hilfe zur Reparatur von Pipeline an
       
       > Kyjiw will die beschädigte Ölpipeline nach Ungarn und in die Slowakei nun
       > doch reparieren lassen. Selenskyj akzeptiert einen Vorschlag der
       > EU-Kommission.
       
 (IMG) Bild: Die Ukraine nimmt den Druck von der Druschba-Pipeline
       
       afp | Im Streit mit Ungarn um russische Öllieferungen will die Ukraine die
       Druschba-Pipeline laut einem Brief von Präsident Wolodymyr Selenskyj bis
       Anfang Mai reparieren. Er rechne damit, dass die beschädigte Pumpstation
       „innerhalb von eineinhalb Monaten“ funktionsfähig sei, schreibt Selenskyj
       in dem Brief an Brüssel, den die EU-Kommission am Dienstag veröffentlichte.
       Die Zusage könnte die ungarische Blockade eines Milliarden-Darlehens für
       die Ukraine lösen.
       
       Die Druschba-Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die
       Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war nach ukrainischen Angaben
       im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend
       stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei warfen Kyjiw vor, Reparaturen
       an der Leitung zu verzögern und die mutmaßlichen Schäden als Vorwand für
       eine Stilllegung zu nutzen.
       
       Ungarns Regierungschef Viktor Orbán blockiert mit Verweis auf die fehlenden
       Druschba-Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von
       90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António
       Costa bemühten sich deshalb um eine Einigung.
       
       Sie boten Selenskyj in einem gemeinsamen Brief vom Montag an, europäische
       Ingenieure zur Pipeline zu schicken und für die Reparaturarbeiten zu
       zahlen. „Europäische Experten stehen sofort zur Verfügung“, teilte von der
       Leyen mit. Vor dem Hintergrund hoher Ölpreise infolge des Iran-Kriegs
       gewinne „die Wiederaufnahme der Öllieferungen durch ukrainisches Gebiet an
       Bedeutung, um die Marktstabilität zu wahren“, schreiben von der Leyen und
       Costa in ihrem Brief.
       
       Der ukrainische Präsident nahm das Angebot seinem Antwortbrief zufolge an.
       Die Pipeline solle nun mit einer Umgehungslösung wieder zum Laufen gebracht
       werden. Selenskyj betonte jedoch, dass Ölspeicher entlang der Pipeline
       ebenfalls beschädigt und kurzfristig nicht zu reparieren seien. Die Ukraine
       sei bereit, „alternative Routen für die Lieferung nicht-russischen Rohöls
       in die Länder Mittel- und Osteuropas anzubieten“.
       
       ## Lenkt Orbán jetzt ein?
       
       Die EU-Kommission sowie eine Reihe von Mitgliedsländern könnten nun
       versuchen, Orbán zum Einlenken zu bewegen, damit das Darlehen und das 20.
       Sanktionspaket gegen Russland beschlossen werden können. Beide hätten
       eigentlich zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am
       24. Februar beschlossen werden sollen.
       
       Sie sei „zuversichtlich, dass wir in diesen Gesprächen bald Fortschritte
       sehen werden“, sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag. „Wir werden
       sehen – idealerweise noch vor dem Europäischen Rat“, sagte sie mit Blick
       auf einen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag in
       Brüssel.
       
       Die Ölversorgung Ungarns und der Slowakei ist nach Darstellung aus Brüssel
       trotz der fehlenden russischen Lieferungen nicht gefährdet. Beide Staaten
       verfügen laut EU-Kommission grundsätzlich über Ölvorräte für knapp drei
       Monate, also bis Ende Mai. Außerdem gibt es eine alternative Lieferroute
       über eine von Kroatien betriebene Adria-Pipeline.
       
       17 Mar 2026
       
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