# taz.de -- Spendenaktion in Ostdeutschland: Campact will eine Million mehr
       
       > Für den „NoAfD-Fonds“ hat der Verein sein erstes Ziel fast erreicht. Doch
       > es gibt noch einen Grund, weshalb er noch mehr Geld sammeln möchte.
       
 (IMG) Bild: Kampagnen kosten Geld: die Großdemo „Lichtermeer gegen den Rechtsruck“ in Berlin wurde von Campact mit initiiert
       
       Was soll Mamad Mohamad da schon sagen? „Eine AfD-Regierung würde die
       Landesfinanzierung für uns stoppen. Die Hälfte unserer Mitarbeiter wäre
       dann von Entlassungen betroffen“, sagt der Geschäftsführer des
       Landesnetzwerks Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (Lamsa).
       Entsprechend freue er sich über die Spendenaktion des Kampagnenvereins
       Campact.
       
       Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in
       diesem September sammelt Campact Geld. Mit [1][dem sogenannten
       „NoAfD-Fonds“ will der Verein] in den beiden Bundesländern Organisationen
       unterstützen und eigene Aktionen finanzieren. Bislang lautete das [2][Ziel:
       1,5 Millionen Euro]. Nun legt Campact die Latte höher: 2,5 Millionen Euro.
       Das habe zwei Gründe, erklärt der Verein.
       
       Erstens: Das ursprüngliche Ziel sei schon fast erreicht. An diesem
       Donnerstagmorgen seien bereits 1,4 Millionen Euro gesammelt. „Das ist
       Campacts größte Crowdfunding-Kampagne gegen Rechtsextremismus bislang“,
       erklärt Luise Neumann-Cosel, Leiterin Politik und Kampagnen bei Campact.
       Mehr als 36.000 Einzelspenden seien eingegangen. Bis zu den Wahlen ist es
       aber noch ein halbes Jahr hin.
       
       Zweitens: Schon die Summe von 1,5 Millionen Euro Spenden orientierte sich
       offensichtlich an einer Marke, die die AfD gesetzt hatte. Vergangenes Jahr
       im Mai erklärte deren Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund,
       für seinen aufwendigen Wahlkampf seien [3][1,5 Millionen Euro nötig]. Im
       Februar hat der AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik
       Holm, laut [4][Spiegel angekündigt], seine Partei wolle im Wahlkampf bis zu
       1 Million Euro ausgeben. Nun zieht Campact nach.
       
       ## „Wahl ist noch nicht entschieden“
       
       Aktuell führt die AfD in beiden Bundesländern die Umfragen an. Obwohl es in
       der Partei selbst [5][Streit über die vorherrschende Vetternwirtschaft]
       gibt, bekam sie vergangenes Wochenende bei der Landtagswahl in
       Baden-Württemberg ihr bisher höchstes Ergebnis in einem [6][westdeutschen
       Bundesland].
       
       Nach Angaben von Campact soll etwa die Hälfte der Spenden an andere
       Organisationen in beiden ostdeutschen Bundesländern gehen. Bei einem Ziel
       von 2,5 Millionen Euro wären 650.000 Euro pro Land für
       Demokratie-Initiativen vor Ort vorgesehen. Eine solche ist Lamsa, das
       Migrantennetzwerk aus Sachsen-Anhalt. Geschäftsführer Mohamad sagt, sollte
       die AfD gewinnen, hätte das besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte
       Konsequenzen. Das zeige sich schon im [7][Entwurf des „Regierungsprogramms“
       der AfD]. Darin ist etwa von einer „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“
       die Rede.
       
       „Jeder Euro, der reinkommt, hilft“, erklärt Mohamad. Aber so ehrlich wolle
       er sein: „Wenn die Landesmittel wegfallen, können die Spenden das nicht
       kompensieren.“
       
       Wie schon früher vor Landtagswahlen versuche Lamsa aktuell mit Aktionen die
       Demokratie zu stärken. Derzeit organisiere das Migrationsnetzwerk dafür
       Haustürgespräche. „Das soll die Leute erinnern, was ihre Stimme bedeutet“,
       sagt Mohamad. Finanziert werde das mit Geld von Campact, Lamsa habe bereits
       55.000 Euro bekommen. Laut Campact stammt das Geld aus dem „NoAfD-Fonds“.
       
       Er selbst beteilige sich aber nicht an den Gesprächen, sagt Mohamad. Der
       Lamsa-Geschäftsführer kandidiert bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für
       die Grünen auf Listenplatz 4. „Lamsa bleibt unabhängig von meiner
       Kandidatur überparteilich“, versichert Mohamad. Er wolle nicht, dass das
       bei den Türgesprächen vermischt werde.
       
       Trotz der Umfragen glaubt [8][Mohamad]: „Die Wahl ist noch nicht
       entschieden.“ Die Wähler:innen in Sachsen-Anhalt gelten als wechselhaft.
       Einfach werde es aber nicht, einen Sieg der AfD zu verhindern, sagt er: „Am
       Ende kommt es hier auf die Zivilgesellschaft an.“
       
       12 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://aktion.campact.de/rechtsextremismus/no-afd-fonds/spenden?dv=10-25-50-75-100#accordion
 (DIR) [2] /Landtagswahlen-2026-in-Ostdeutschland/!6124267
 (DIR) [3] https://www.zeit.de/news/2025-05/16/afd-plant-aufwendigen-landtags-wahlkampf-und-sammelt-spenden
 (DIR) [4] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-mecklenburg-vorpommern-so-will-manuela-schwesig-gegen-die-afd-gewinnen-a-13b45165-137d-4d05-bf88-9e9a2d90aecb
 (DIR) [5] /Vetternwirtschaft-in-der-AfD/!6159402
 (DIR) [6] /AfD-bei-Landtagswahl-Baden-Wuerttemberg/!6160418
 (DIR) [7] /Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!6148107
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) David Muschenich
       
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