# taz.de -- Ausschluss vom Buchhandlungspreis: Die Jury steht zu allen 118 Buchhandlungen
       
       > Die Fachjury des Buchhandlungspreises hat sich zu Wort gemeldet. Sie
       > kritisiert Weimers Entscheidung vehement, drei linke Buchhandlungen zu
       > streichen.
       
 (IMG) Bild: Der Buchladen „Rote Straße“ in Göttingen
       
       Der Protest rund um den Buchhandlungspreis geht weiter. In einem
       öffentlichen Statement hat sich die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises
       2025 von dem [1][Ausschuss dreier Buchhandlungen] distanziert. Diese
       besteht aus drei Branchenvertreter*innen vom Wagenbach Verlag, Aufbau
       Verlag sowie Palomaa Publishing, einem Literaturkritiker, einer
       Journalistin sowie einer Vertriebsleiterin. Ein siebtes Jurymitglied war
       bereits im Vorfeld aus persönlichen Gründen von dem Amt zurückgetreten.
       
       Die Jury hatte die 118 inhaber*innengeführten Buchhandlungen
       vorgeschlagen, da diese „in besonderer Weise eine Verbindung aus
       kultureller Verantwortung und gesellschaftlichem Engagement“ verkörpern,
       heißt es in dem Statement. Die Entscheidung, drei Buchhandlungen
       nachträglich von der Auszeichnung auszuschließen, traf Kulturstaatsminister
       Wolfram Weimer. Die Jury steht nun aber nach wie vor hinter ihrer Auswahl.
       Sie habe die drei Leerstellen bewusst nicht noch einmal neu besetzt, um
       „eine sichtbare Lücke zu lassen“. Von dem dabei angewandten Haber-Verfahren
       distanziere sie sich ausdrücklich.
       
       Das 2017 erlassene Haber-Verfahren ermöglicht es sämtlichen Ministerien,
       den Verfassungsschutz zu konsultieren, bevor Fördergelder an
       zivilgesellschaftliche Organisationen vergeben werden. Im Falle des Golden
       Shop und der Buchläden Zur schwankenden Weltkugel und Rote Straße sollen
       „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ vorliegen – welcher Art diese
       sind, wird nicht genauer definiert. [2][Laut eines Berichts von Radio
       Bremen sollen im Falle des „Golden Shop“ bereits Links auf der Website
       sowie Sprüche auf der Fassade dafür ausreichen.] Gegenüber der taz wollte
       der Verfassungsschutz dies weder bestätigen noch dementieren.
       
       [3][Der Ausschluss wurde von vielen als Einschnitt in die Kunst- und
       Kulturfreiheit gewertet.] Diesen Diskurs begrüßt die Jury, „da es hier um
       die Klärung grundsätzlicher demokratischer Belange geht“. Schließlich seien
       Buchhandlungen „Orte der Meinungsbildung und der gelebten
       Meinungsfreiheit“.
       
       Mechthild Röttering, eine der Inhaber*innen des Göttinger Buchladens
       „Rote Straße“, freut sich über das öffentliche Statement: „Ich weiß es zu
       schätzen, dass die Jury eine so klare Position bezieht.“ [4][Die drei
       betroffenen Buchhandlungen wollen gegen den Ausschluss klagen.]
       
       9 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ausschluss-vom-Buchhandlungspreis/!6159763
 (DIR) [2] /Ausschluss-vom-Buchhandlungspreis/!6160382
 (DIR) [3] /Ausschluss-von-Szene-Buchhandlungen/!6159898
 (DIR) [4] /Gecancelte-Buchhandlungen-wehren-sich/!6160324
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Amanda Böhm
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Verfassungsschutz
 (DIR) Meinungsfreiheit
 (DIR) Buchhandel
 (DIR) Förderung
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Wolfram Weimer
 (DIR) Wolfram Weimer
 (DIR) Kulturpolitik
 (DIR) Buchhandel
 (DIR) Meinungsfreiheit
 (DIR) Kulturkampf
 (DIR) Wolfram Weimer
 (DIR) Kulturpolitik Bremen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“: Revolutionen aus der Kiste für zwei Euro
       
       Stöbern, was Kulturstaatsminister Weimer hier wohl stört: ein Besuch im
       Berliner Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“, der nun viele neue
       Besucher zählt.
       
 (DIR) Affäre um Buchhandlungspreis: Falsche Absage aus dem Hause Weimer
       
       In der Affäre um den Ausschluss dreier Buchläden vom Buchhandlungspreis
       wächst der Druck auf den Kulturstaatsminister. Stolpert er über eine
       E-Mail?
       
 (DIR) Buchhandelspreis ohne Verleihung: Ein unwürdiges Ende
       
       Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Veranstaltung zum Deutschen
       Buchhandlungspreis abgesagt. Nicht nur dem Preis hat er nachhaltig
       geschadet.
       
 (DIR) Debatte um Buchhandlungspreis: Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ab
       
       Der Ausschluss von drei linken Geschäften vom Buchhandlungspreis sorgte für
       viel Kritik. Nun hat der Kulturstaatsminister Weimer die Verleihung
       abgesagt.
       
 (DIR) Ausschluss vom Buchhandlungspreis: Danke, Weimer!
       
       Der Bremer Golden Shop wurde vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen. Zwei
       Tage in einem Buchladen, der sich wehrt – und dafür viel Solidarität
       erfährt.
       
 (DIR) Ausschluss vom Buchhandlungspreis: Kulturpolitischer Albtraum
       
       Wolfram Weimer aktiviert den Verfassungsschutz und verwehrt linken
       Buchläden einen Preis. Das bedeutet einen Angriff auf die unabhängige
       Kulturszene.
       
 (DIR) Ausschluss vom Buchhandlungspreis: Gesinnungsschnüffelei im Buchladen
       
       Wolfram Weimer schließt drei linke Buchläden vom Preis aus – mit Hilfe des
       Verfassungsschutzes. Damit könnte er selbst gegen das Grundgesetz
       verstoßen.