# taz.de -- Wahlen in Baden-Württemberg: Eine Klatsche für Friedrich Merz
> Die CDU hatte den Wahlsieg in Baden-Württemberg fest eingeplant – und ist
> gescheitert. Der Druck auf den Kanzler steigt.
(IMG) Bild: Zu früh gefreut, zu siegesgewiss: Manuel Hagel und Friedrich Merz auf dem CDU-Parteitag im Februar
Die CDU hat über fünf Prozentpunkte zugelegt – und doch eine dramatische
Niederlage erlitten. Ihr oberstes Ziel, bei der [1][Landtagswahl in
Baden-Württemberg] stärkste Kraft zu werden und nach 15 Jahren wieder den
Ministerpräsidenten stellen zu können, haben die Christdemokraten gerissen.
Sie müssen sich jetzt eingestehen, dass es nicht mehr der Normalfall ist,
dass sie in Baden-Württemberg die Wahl gewinnen. Und dass der Sieg der
Grünen mehr als ein Unfall der Geschichte ist. So hatte das die CDU im
Ländle bislang nämlich gesehen.
Neben der nun notwendigen Traumabewältigung auf Landesebene bringt das
Wahlergebnis auch für Friedrich Merz einige Herausforderungen mit sich. Für
den Kanzler, die Bundesregierung und die CDU wird das Jahr noch deutlich
schwieriger als ohnehin gedacht.
Zum einen war der Wahlsieg in Baden-Württemberg bei der CDU fest
eingeplant. Er sollte der Partei Auftrieb für dieses schwierige Wahljahr
geben – zunächst als Rampe für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz in zwei
Wochen, wie Generalsekretär Linnemann es genannt hat. Diese Erfolge sollten
dann der CDU vor allem in Sachsen-Anhalt Mut machen, wo im September ein
dramatischer Wahlsieg für die AfD droht und nicht nur für die CDU viel auf
dem Spiel steht. Doch statt Euphorie herrscht bei den Christdemokraten
jetzt Katzenjammer. Verunsicherte und desillusionierte Politiker aber sind
keine guten Wahlkämpfer.
## Der Unmut in der Union ist groß
In der Partei werden jetzt auch die internen Widersprüche wieder
aufbrechen, die man zuletzt zum Schutz der Wahlkämpfer im Südwesten unter
dem Deckel hielt. Der Unmut in der Partei ist groß: Die
Wirtschaftsliberalen auf der einen Seite fordern schnellere und härtere
Reformen insbesondere in der Sozialpolitik, der Arbeitnehmerflügel fühlt
sich und seine Anliegen zu wenig berücksichtigt. Für beides kann man in den
Nachwahlbefragungen gute Argumente finden.
Besonders groß aber ist die Zustimmung zu einer Frage: Dass die CDU [2][vor
der Bundestagswahl zu viel versprochen], aber wenig davon gehalten hat, das
meinen fast 80 Prozent der Befragten. Das bedeutet ganz klar: Merz’
angeschlagene Glaubwürdigkeit ist ein großer Malus für die Partei. Die
Wahlschlappe geht nicht nur mit dem blassen und unerfahrenen
[3][Spitzenkandidaten Manuel Hagel] nach Hause, der ohne Zweifel viele
Fehler gemacht hat. Sondern auch mit Friedrich Merz. Der Kanzler selbst
steht jetzt stärker unter Druck. Und dieser dürfte noch zunehmen.
Denn hinzu kommt: Nicht nur die CDU, auch und besonders die SPD, die sich
[4][mit knapp über fünf Prozent gerade noch in den Landtag gerettet] hat,
geht angeschlagen aus dieser Wahl hervor. Zwei verunsicherte und nervöse
Koalitionspartner, das aber ist keine gute Voraussetzung für die
zahlreichen Herausforderungen und Reformen, die in diesem Jahr anstehen.
Die Bundesregierung aber muss dringend unter Beweis stellen, dass sie die
anstehenden Probleme lösen kann. Leichter ist das nicht geworden.
9 Mar 2026
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(DIR) Sabine am Orde
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