# taz.de -- Wahl-Zoff in Baden-Württemberg: „Zu ernst für Quatsch aller Art“
       
       > Am Tag nach der Wahl eskaliert der Streit zwischen Grünen und CDU
       > öffentlich. Özdemir weist den CDU-Vorstoß zu einer Amtsteilung scharf
       > zurück.
       
 (IMG) Bild: Tobias Voigt, Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg beim CDU-Landesparteitag im Dezember
       
       Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp vor der CDU
       gewonnen. Wie verwirrt darob die Union ist, könnte an dieser Stelle ein
       hintergründig-analytischer Bericht aus der taz-Inland-Redaktion beleuchten.
       Aufgrund eines FLINTA*-Streiks muss der Text entfallen. Stattdessen folgt
       ein Agenturtext. 
       
       dpa/taz | Eigentlich müssen Grüne und CDU in Baden-Württemberg zu einer
       Regierung zusammenfinden, aber die Stimmung zwischen den Parteien könnte
       derzeit nicht feindseliger sein: Nach dem sehr knappen Wahlausgang und
       Diskussionen über eine Teilung der Amtszeit des Regierungschefs greift die
       Südwest-CDU den Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) nun frontal und persönlich
       an.
       
       „Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns
       doch sehr“, teilte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen
       Presse-Agentur am Abend mit. „Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des
       fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech.“
       
       ## Özdemir: „Zu ernst für Quatsch“
       
       Zuvor hatte Özdemir den Regierungsanspruch der Grünen unterstrichen – und
       Vorschläge aus der CDU zu einer Teilung der Macht scharf zurückgewiesen.
       Auch wenn es nur eine Stimme mehr gäbe, wäre klar, wer den
       Ministerpräsidenten stelle, hatte Özdemir in Stuttgart gesagt. Das sei
       Tradition. Man werde auch keine Doppelspitze bilden. „Wir machen erwachsene
       Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art.“
       
       Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner sagte zum Vorschlag einer
       Teilung der Amtszeit: „Ich hatte ja bis gestern geglaubt, die CDU sei gegen
       Lifestyle-Teilzeit. Also, wir sind für Vollzeit-Ministerpräsidenten.“
       
       CDU-Generalsekretär Vogt entgegnete, dass Özdemir damit der eigenen grünen
       Geschichte widerspreche. „2011 haben sie als kleinere Partei, auf dem
       zweiten Platz, den Ministerpräsidenten gestellt“, betonte Vogt. „Soviel zur
       Tradition des Herrn Özdemir.“
       
       Vogts Vorwurf ist allerdings irreführend. Denn innerhalb der grün-roten
       Koalition waren die Grünen die stärkere Partei – und sie stellten damit
       ganz der Tradition entsprechend den Ministerpräsidenten.
       
       ## CDU: „Entspringt der Fantasie des grünen Spitzenkandidaten“
       
       Zugleich bestreitet die CDU, dass es bereits Gespräche mit den Grünen
       gegeben habe. „Jetzt lesen wir in der Presse, wir seien bereits im
       Austausch – davon wissen wir nichts, es entspringt der Fantasie des grünen
       Spitzenkandidaten.“
       
       Özdemir hatte zuvor gesagt, man sei bereits im Austausch und werde
       absprechen, wann man wie welche Erörterungen führen werde.
       
       ## 56 Mandate für Grüne, 56 Mandate für CDU
       
       Bei der Wahl am Sonntag hatten die Grünen mit 30,2 Prozent knapp Platz eins
       vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht. Im neuen Landtag kommen aber beide
       Fraktionen auf jeweils 56 Mandate. Die SPD war auf 5,5 Prozent abgesackt.
       
       Die deutlichen Zugewinne der CDU und die Gleichzahl der Mandate müssten „in
       der Regierungspolitik und vorher in einem möglichen Koalitionsvertrag sich
       in einer Balance abbilden“, sagte [1][Kanzler und CDU-Bundeschef Friedrich
       Merz mit Blick auf ein mögliches Bündnis aus Grünen und Union.]
       
       9 Mar 2026
       
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