# taz.de -- Schwangerschaftsabbrüche in Europa: EU-Kommission lehnt Fonds für Abtreibungen ab
> Viele Europäerinnen müssen für einen Abbruch lange Wege und hohe Kosten
> auf sich nehmen. Eine Unterstützung vonseiten der EU können sie nicht
> erwarten.
(IMG) Bild: Die EU-Kommissarinnen Roxana Mînzatu (rechts) und Hadja Lahbib äußern sich im EU-Hauptquartier in Brüssel vor den Medien
afp | Die EU-Kommission hat [1][Forderungen nach einem eigenen europäischen
Fonds für einen besseren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen]
zurückgewiesen. Es sei Sache der nationalen Regierungen, Frauen mit Geldern
aus bestehenden Töpfen zu unterstützen, teilte die Kommission am Donnerstag
mit. Brüssel lehnte damit eine Forderung der Initiative „My Voice, My
Choice“ ab, die im vergangenen Jahr mehr als eine Million Unterschriften
gesammelt hatte.
Die Organisatorinnen hatten einen Fonds für Frauen gefordert, die [2][an
ihrem Wohnort keinen Arzt für eine Abtreibung] finden und dafür in eine
andere Region oder ein anderes EU-Land reisen müssen. „Wir wissen, dass in
vielen europäischen Ländern Abtreibungen nicht sicher, nicht zugänglich und
nicht kostenlos sind“, sagte die Mitorganisatorin Federica Vinci im
September. „Wir wollen jeder Frau die Möglichkeit geben, darauf
zurückzugreifen.“
Die Kommission verwies darauf, dass die Mitgliedstaaten Gelder aus einem
bestehenden Topf für soziale Projekte dafür ausgeben können. Sie können
damit Frauen aus anderen EU-Staaten sowie aus dem eigenen Land
unterstützen. Ob und wie viele der 27 Mitgliedstaaten diese Möglichkeiten
nutzen wollen, ist unklar. EU-Gleichstellungskommissarin Hadja Lahbib
verwies auf ein gemeinsames Schreiben von zehn Regierungen, die das
Vorhaben unterstützen.
Lahbib sprach der Initiative trotz der Entscheidung der Kommission ihre
Unterstützung aus. Ziel müsse sein, dass Frauen für einen
Schwangerschaftsabbruch „überall in der Europäischen Union hingehen
können“, sagte sie.
## Gesundheitspolitik ist Sache der Mitgliedstaaten
In einigen EU-Staaten ist der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen stark
eingeschränkt, in Malta sind sie de facto verboten. In anderen Ländern
finden Frauen häufig keinen Arzt, etwa in Polen und Italien gibt es
[3][kaum Krankenhäuser,] die [4][Abtreibungen] vornehmen. [5][In
Deutschland] sind Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften
Schwangerschaftswoche straffrei.
Die EU-Kommission muss sich mit Petitionen wie „My Voice, My Choice“
befassen, wenn sie mehr als eine Million Unterschriften sammeln. Eine
solche Petition ist jedoch nicht bindend. Gesundheitspolitik ist zudem
Sache der nationalen Regierungen, sodass die Kommission nur einen
begrenzten Handlungsspielraum hat.
26 Feb 2026
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