# taz.de -- Nach Zoll-Urteil in den USA: EU legt umstrittenen Zolldeal auf Eis
       
       > Das EU-Parlament friert die Annahme des Abkommens mit den USA über Zölle
       > und Energielieferungen ein. Die Industrie fordert schnelle
       > Planungssicherheit.
       
 (IMG) Bild: Der Zollstreit zwischen EU und USA geht weiter, nachdem der Oberste Gerichtshof Donald Trumps Import-Zölle kassiert hat
       
       Das EU-Parlament hat die zwischen der EU und den USA ausgehandelte
       Vereinbarung zu Zöllen und Energielieferungen am Montag erneut auf Eis
       gelegt. Damit reagierten die Abgeordneten auf das Urteil des Obersten
       Gerichtshofs in den USA, der in der vergangenen Woche [1][große Teile der
       Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump kassiert hat]. Für den 24.
       Februar war eine Vorabstimmung über den Zoll-Deal im Handelsausschuss
       vorgesehen. Das EU-Parlament hatte bereits im Januar die Annahme der
       Vereinbarung wegen Trumps Drohungen gegen Grönland ausgesetzt, das
       Verfahren nach Abklingen des Konflikts aber wieder aufgenommen.
       
       [2][Die EU und die USA hatten im vergangenen August vereinbart,] dass auf
       Importe aus den Vereinigten Staaten keine Zölle erhoben werden.
       Gleichzeitig soll auf Einfuhren aus der EU in die USA 15 Prozent Zoll
       gezahlt werden. Außerdem hat die EU zugesagt, dass sie bis 2030 Energie aus
       den USA im Wert von 750 Milliarden Dollar einführen will.
       [3][Klimaschützer:innen bemängeln, dass es dabei vor allem um fossile
       Energie wie Flüssiggas gehen soll.] Die vorgesehenen Mengen sind gigantisch
       und untergraben die Klimaziele, kritisieren sie.
       
       Wirtschaftsvertreter:innen fürchten nach dem Urteil des Obersten
       Gerichtshofs neue Unsicherheiten für den transatlantischen Handel. Nach der
       Entscheidung des Supreme Court hatte Trump am Freitag einen weltweiten
       Zollsatz auf Einfuhren in die USA von 10 Prozent angekündigt, den er am
       Samstag auf 15 Prozent erhöht hat.
       
       Neue Zölle seien jederzeit möglich, warnte Wolfgang Große Entrup vom
       Verband der Chemischen Industrie. „Das handelspolitische Chaos bleibt.“ Die
       EU müsse schnell wieder mit den USA ins Gespräch kommen.
       
       Das fordert auch der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI),
       Peter Leibinger. „Die EU sollte, unterstützt durch die Bundesregierung,
       zügig auf die Vereinigten Staaten zugehen und Klarheit über Zölle und
       Handelsregeln schaffen“, sagte er. „Die Vereinbarung der EU mit den USA vom
       August 2025 ist der Maßstab, hinter deren Bedingungen dürfen wir nicht
       zurückfallen.“ Regierungssprecher Stefan Kornelius zufolge beraten die
       EU-Mitgliedstaaten und die Kommission über das weitere Vorgehen.
       
       23 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Supreme-Court-kippt-Zoelle/!6152802
 (DIR) [2] /Zolldeal-zwischen-Europa-und-USA/!6099419
 (DIR) [3] /Umstrittene-Zoll-Einigung-von-USA-und-EU/!6099486
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) USA
 (DIR) Zölle
 (DIR) EU-Parlament
 (DIR) Energie
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) GNS
 (DIR) Europäische Union
 (DIR) Zölle
 (DIR) Zölle
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) US-Zollpolitik und Europa: Europa unter Zugzwang
       
       Der Supreme Court erklärt eigenmächtige Zölle des US-Präsidenten für
       unzulässig. Für die EU beginnt damit eine Phase neuer Planungsunsicherheit.
       
 (DIR) Trump legt im Zollstreit nach: Flood the Zone mit Zoll-Chaos
       
       Trotz des Urteils des Obersten Gerichts gegen seine Zollpolitik erhöht
       Trump sogar noch mal den Prozentsatz der eben angekündigten neuen
       Importabgaben. Diesmal beruft er sich auf ein altes Handelsgesetz.
       
 (DIR) Zolldeal zwischen Europa und USA: EU handelt sich ein blaues Auge ein
       
       Auf das 15-Prozent-Zollabkommen zwischen den USA und der EU gibt es
       widerstreitende Reaktionen. Fossile Energieimporte nach Europa werden
       heftig kritisiert.