# taz.de -- Rede zur Lage der Nation: Trump beschwört goldene Zeiten
       
       > Wie geht es den USA? In seiner „State of the Union“-Rede beschimpft
       > US-Präsident Trump die Demokraten, feiert sich selbst und den
       > Patriotismus.
       
 (IMG) Bild: Washington D.C., 24. Februar: Donald Trump hält seine Rede zur Lage der Nation
       
       Er feierte sich selbst. Er attackierte seine Gegner. Und er appellierte an
       den amerikanischen Patriotismus. Das war im Großen und Ganzen das Rezept
       der diesjährigen „State of the Union“-[1][Ansprache von US-Präsident Donald
       Trump am Dienstagabend.] Der 79-jährige Republikaner ließ in seiner Rede
       keinen Zweifel daran, dass er innerhalb eines Jahres alle Fehler seines
       Vorgängers, des Demokraten Joe Biden, beseitigt hätte.
       
       „Ich hatte gerade eine Nation in der Krise geerbt, mit einer stagnierenden
       Wirtschaft und einer Inflation auf Rekordniveau, einer weit offenen Grenze,
       ausufernder Kriminalität und Kriegen und Chaos auf der ganzen Welt. Aber
       heute Abend, nach nur einem Jahr, kann ich mit Würde und Stolz sagen, dass
       wir eine Transformation erreicht haben, wie sie noch nie zuvor jemand
       gesehen hat – eine Kehrtwende für die Ewigkeit“, sagte Trump gleich zu
       Beginn seiner Rede vor einem versammelten US-Kongress.
       
       Und tatsächlich hat der US-Präsident im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit
       Erfolge gefeiert. Der zeitweise unkontrollierte Strom von illegalen
       Einwanderern entlang der amerikanischen Südgrenze mit Mexiko wurde
       gestoppt. Die Kriminalitätsstatistiken sind am Fallen und die Inflationen
       ist stark zurückgegangen.
       
       Dennoch sind Trumps Umfragewerte aktuell im Keller. Nur 42 Prozent der
       Amerikaner:innen ist mit der Arbeit des Präsidenten derzeit zufrieden.
       Vor allem die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten, von Lebensmittelpreisen
       über Energiepreise bis hin zu Wohnungs- und Krankenversicherungskosten, das
       Leben in den USA ist teuer und für manche zu teuer.
       
       Trump versprach in seiner Rede Besserung und gibt Demokraten die Schuld an
       der Misere. „Ihre Politik hat die hohen Preise verursacht. Unsere Politik
       sorgt dafür, dass es damit zu Ende geht. Die Preise fallen rapide“, sagte
       er.
       
       ## Wirtschaft im Fokus
       
       Mehr als zwei Dutzend Demokraten erschienen erst gar nicht, um den Lügen
       des Präsidenten nicht persönlich beiwohnen zu müssen, wie sie erklärten.
       Trump, der weiß, dass Demokraten bei den bevorstehenden Kongresswahlen die
       hohen Lebenshaltungskosten zum zentralen Thema ihres Wahlkampfs machen
       werden, schaffte es über weite Strecken, genau darüber zu sprechen.
       
       Er versprach, Wall-Street-Investoren davon abzuhalten, Wohnraum als
       Spekulationsobjekte zu kaufen. Er hat sogenannte Trump-Konten eingeführt,
       die jedem während seiner Amtszeit geborenen Kind ein Startkapital von 1.000
       US-Dollar zur Verfügung stellen. Trump will zudem die Arzneimittelpreise
       senken und die Krankenversicherungskosten reduzieren.
       
       Demokraten hielten dagegen und erklärten, dass sich diese Verschläge
       vielleicht schön anhören, aber nichts bewirken würden. Außerdem
       kritisierten sie Trump dafür, dass aufgrund seiner Politik Millionen von
       Amerikaner:innen ihre Krankenversicherung verlieren würden sowie den
       Zugang zu verschiedenen anderen Hilfsprogrammen.
       
       „Der Präsident plant neue Zölle, eine weitere massive Steuererhöhung für
       Sie und Ihre Familie, und die Republikaner im Kongress weigern sich
       weiterhin […], ihn daran zu hindern. Sie machen Ihnen das Leben schwerer.
       Sie machen Ihr Leben teurer“, sagte Virginias Gouverneurin Abigail
       Spanberger, die in diesem Jahr die demokratische Antwort auf die Rede des
       Präsidenten gab.
       
       ## Zoff um Einwanderungspolitik
       
       Beim spannungsgeladenen Thema Einwanderungspolitik kam es während Trumps
       Rede zu einem verbalen Schlagabtausch. Trump behauptete, dass Demokraten
       sich dagegen wehren würden, dass Straftäter, die sich illegal im Land
       befinden, [2][von der Einwanderungsbehörde ICE verhaftet und abgeschoben
       werden.]
       
       Der aktuelle Shutdown der Heimatschutzbehörde DHS sei ein weiteres Zeichen
       dafür, dass Demokraten den Schutz von illegalen Einwanderern über die
       Bedürfnisse der eigenen Bürger stellen würden. „Die erste Pflicht der
       amerikanischen Regierung ist es, amerikanische Bürger zu schützen, nicht
       illegale Einwanderer“, sagte Trump und forderte Demokraten dazu auf, durch
       ein Aufstehen ihre Zustimmung zu signalisieren.
       
       Nachdem diese sich geweigert hatten, sagte Trump: „Ihr solltet euch
       schämen!“ Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar erwiderte mit den
       Worten: „Du hast Amerikaner getötet.“ Sie spielte damit auf die tödlichen
       Schüsse in Minneapolis an, wo im vergangenen Monat zwei US-Staatsbürger,
       Renee Good und Alex Pretti, durch Bundesbeamte getötet wurden.
       
       Im Verlauf der Rede bezeichnete Trump Demokraten auch als „verrückt“ und
       „krank“.
       
       ## Patriotismus pur
       
       Für den größten Beifall des Abends sorgten die Goldmedaillensieger der
       amerikanischen [3][Eishockeynationalmannschaft der Männer.] Auch wurden
       während der Rede mehrere Militärmitglieder für ihre Tapferkeit und
       Heldentaten geehrt. Am Ende war es viel Show und viel politisches
       Geplänkel, aber nur wenig Substanzielles. „Unsere Nation ist größer,
       besser, reicher und stärker als je zuvor“, ließ Trump verlauten. Nicht
       jeder dürfte dieser Meinung sein.
       
       25 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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