# taz.de -- Streit über Zollabkommen: USA drohen EU, den Gashahn zuzudrehen
> Washington stellt Gaslieferungen infrage, um den Druck im Zollstreit zu
> erhöhen. Das EU-Parlament will den Deal nur mit klaren Garantien
> akzeptieren.
(IMG) Bild: Ein LNG-Tanker aus Freeport, USA, bei der Ankunft im Hafen von Rotterdam
Es ist das Worst-Case-Szenario, das die EU unbedingt vermeiden wollte: Die
USA versuchen, die Europäer in der Energiepolitik zu erpressen. Die
Lieferung von [1][Flüssiggas (LNG)] aus den USA nach Europa könne gefährdet
sein, sagte US-Botschafter Andrew Puzder der Financial Times.
Zur Begründung verwies Puzder auf den anhaltenden Streit über den Zolldeal,
den die EU im Juli 2025 mit US-Präsident Donald Trump geschlossen hatte.
Falls es nun zu Nachverhandlungen kommen sollte, würden die Bedingungen für
die EU „möglicherweise nicht mehr so günstig sein“.
Der sogenannte Turnberry-Deal sieht vor, dass die EU aus den USA Energie im
Wert von 750 Milliarden Dollar bezieht – vor allem in Form von LNG. Brüssel
soll zudem alle Zölle auf US-Importe abschaffen. Auf Waren aus Europa will
Trump jedoch Zölle von 15 Prozent und mehr erheben.
Gegen diesen ungleichen und für die EU-Wirtschaft nachteiligen Deal hatte
sich das Europaparlament lange gesträubt und die Ratifizierung auf Eis
gelegt. Am Donnerstag wollen die EU-Abgeordneten doch noch grünes Licht
geben – allerdings nur unter Bedingungen.
## Bedingung: Trump muss Zusagen einhalten
Die Zollfreiheit für Industriegüter aus den USA soll nur dann gelten, wenn
Trump seine Zusagen einhält. Dazu zählen niedrigere Zölle auf Stahl- und
Aluminiumprodukte. Außerdem hat das Parlament einige Sicherungsklauseln
eingebaut, um sich vor Trumps Willkür zu schützen.
Von diesen Bedingungen werde man nicht abrücken, sagte der Chef des
Handelsausschusses, Bernd Lange, der taz. Mit Unverständnis reagierte er
auf das Interview des US-Botschafters: „Diese Drohungen sind völlig
unakzeptabel“, sagte der SPD-Politiker. Man lasse sich nicht erpressen.
Das Parlament sei bereit, den Turnberry-Deal zu akzeptieren, brauche dafür
aber verbindliche Garantien, so Lange. Dazu zähle auch, „dass die ganze
Operation zeitlich begrenzt ist“ – zunächst bis Ende März 2028. Danach
sollten beide Seiten ihren Handel neu regeln.
Der Streit trifft die EU zur Unzeit. Die Europäer versuchen gerade, sich
endgültig von Gas und Öl aus Russland unabhängig zu machen. Deshalb sind
sie auf Lieferungen aus den USA angewiesen. Zudem kämpft Europa mit einer
Energiekrise infolge des Angriffs der USA auf den Iran.
25 Mar 2026
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(DIR) Eric Bonse
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