# taz.de -- Nach Urteil des Supreme Court: US-Unternehmen fordern Rückzahlung der Zölle
> Die US-Regierung nimmt Geld durch die von Donald Trump verordneten Zölle
> ein – aber heimische Unternehmen blechen. Warum die nun Geld zurück
> wollen.
(IMG) Bild: Fordert die komplette Rückzahlung aller rechtswidrig auferlegten Zölle: der amerikanische Logistikkonzern Fedex
Der amerikanische Logistikkonzern Fedex verlangt eine vollständige
Rückzahlung aller rechtswidrig auferlegten Zölle. Eine entsprechende
Anklage reichte das Unternehmen am Montag ein. Der Logistikriese ist
allerdings nicht die erste Firma, dir ihr Geld von der US-Regierung um
Präsident Donald Trump nach dem jüngsten Urteil des Supreme Courts
zurückhaben will.
„Die Kläger fordern von den Beklagten die vollständige Rückerstattung aller
Ieepa-Zölle, die die Kläger an die Vereinigten Staaten gezahlt haben“,
schrieben die Anwälte von Fedex in der Klage.
Der [1][Oberste Gerichtshof der USA entschied am vergangenen Freitag], dass
die meisten von Trump im vergangenen Jahr verhängten Zölle rechtswidrig
seien, und setzte diese daher außer Kraft. Laut den Richtern besitze nur
der US-Kongress die Autorität, Steuern und Abgaben zu erheben – und nicht
der Präsident. Der Großteil von Trumps Zöllen berief sich auf ein
Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977, den sogenannten International Emergency
Economic Powers Act (Ieepa).
Aus der Klage geht nicht hervor, welchen finanziellen Schaden Fedex durch
die rechtswidrigen Ieepa-Zölle seit deren Einführung im April 2025
davongetragen hat. Bei der Verkündung eines Quartalsergebnisses im
vergangenen September, also noch vor der Supreme-Court-Entscheidung,
erklärte das Unternehmen jedoch, dass sich die Zollkosten im Jahr 2026 auf
bis zu einer Milliarde Dollar belaufen könnten.
## Unterstützung von US-Demokraten
Fedex befördert laut eigenen Angaben täglich 17 Millionen Pakete in
Hunderten von Ländern. US-Medienberichten zufolge ist die Klage des
globalen Logistikkonzerns die erste eines Großkonzerns seit dem Urteil des
Supreme Courts der Vorwoche. Im Vorfeld hatten bereits Firmen wie die
Einzelhandelskette Costco, das Kosmetikunternehmen Revlon oder der
Motorradhersteller Kawasaki Klage eingereicht.
Insgesamt haben mehr als 1.000 Unternehmen auf die Rückerstattung der
Zollkosten geklagt – der Großteil der Kläger sind dabei Kleinunternehmer.
Das US-Finanzministerium soll laut Regierungsdaten bis Dezember mehr als
130 Milliarden Dollar durch die Ieepa-Zölle eingenommen. Eine Studie der
New Yorker Zentralbank ergab allerdings, dass US-Unternehmen und
US-Verbraucher fast 90 Prozent der Zollkosten tragen.
Der Supreme Court verlor in seiner Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der
Zölle kein Wort darüber, ob und wie die Regierung die bisher eingenommen
Summen zurückzahlen solle.
Nun müssen also untere Instanzen darüber entscheiden. Um das oft
langwierige Prozedere zu beschleunigen, haben Demokraten im US-Senat einen
Gesetzentwurf eingebracht, der die Rückzahlung der Zölle gesetzlich
garantiert.
## Neue US-Zölle
„[2][Demokraten im Senat] werden dafür kämpfen, um Donald Trumps
preistreibende Handels- und Wirtschaftspolitik einzudämmen“, sagte Ron
Wyden, der Top-Demokrat im Senatsfinanzausschuss. „Ein entscheidender
erster Schritt ist es, denjenigen zu helfen, die es am dringendsten
benötigen, indem man kleinen Unternehmen und Herstellern so schnell wie
möglich wieder Geld zur Verfügung stellt.“
Das Gesetz sieht vor, dass die Regierung innerhalb von 180 Tagen alle Zölle
zurückzahlen muss und dabei kleine Betriebe bevorzugt werden sollen.
Außerdem sollen Unternehmen Zinsen auf ihre Zollzahlungen erhalten.
Wann die ersten Prozesstage im Rechtsstreit sein werden, ist aktuell noch
nicht bekannt. Präsident Trump hatte in Folge der Gerichtsentscheidung
bereits [3][neue Zölle in Höhe von 15 Prozent] auf viele in die USA
importierte Produkte angeordnet. Diese sind auf 150 Tage ausgelegt und
könnten nur vom Kongress verlängert werden.
26 Feb 2026
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(DIR) Hansjürgen Mai
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