# taz.de -- CDU-Parteitag: Christdemokraten wollen ein Social-Media-Verbot für Kinder
> Auf dem Parteitag in Stuttgart fordert die CDU ein Social-Media-Verbot
> für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Seltsamerweise ohne Debatte.
(IMG) Bild: Daniel Günthers Nord-CDU will das Social-Media-Verbot für Jugendliche und Kinder
Soll es ein [1][Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche] geben?
Jugendschutz ist eigentlich ein klassisches Feld für Konservative –
andererseits aber will die Union keinesfalls als Verbotspartei gelten. Denn
mit diesem Geschütz attackiert sie gerne selbst die Grünen und fürchtet,
von der AfD beschossen zu werden.
Der Antrag für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche kommt beim Parteitag
in Stuttgart aus Daniel Günthers Landesverband Schleswig-Holstein. Günthers
Forderung, eine Zuckersteuer für Softdrinks einzuführen, um Jugendliche vor
den gesundheitsschädlichen Werbekampagnen der Süßwarenindustrie zu
schützen, stieß beim Parteitag auf wenig Gegenliebe. Bei Social Media
hingegen einigte man sich hinter den Kulissen am Freitagabend. Die
Parteitagsregie räumte das kontroverse Thema ohne Debatte ab. Das Ganze
dauert auf dem Parteitag am Samstagmittag kaum eine Minute.
Die CDU fordert nur „die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Altersgrenze
von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen“. Das
Argument, Freiheiten zu sehr einzuschränken, ziehe nicht. „Wo
wirtschaftliche Geschäftsmodelle gezielt auf Aufmerksamkeitsbindung,
emotionale Aktivierung und Verhaltenssteuerung ausgerichtet sind, darf der
Staat nicht neutral bleiben.“
Falls das Wirklichkeit wird, soll es laut CDU mit einer gewissen Wucht vom
Staat durchsetzbar sein. Die Plattformbetreiber sollen „ein effektives
Altersverifikationssystem einführen“ müssen, bloße Selbstauskunft reiche
nicht. Wenn Tiktok, Instagram & Co diese Altersprüfung „systematisch oder
fahrlässig“ umgehen, soll es empfindliche Bußgelder geben, „bis hin zu
temporären Nutzungsbeschränkungen für die Anbieter“.
Die Klarnamenpflicht, die Daniel Günther ebenfalls forderte, ist indes
nicht Teil des CDU-Beschlusses geworden. Damit sollten „rechtswidrige
Inhalte und die Einflussnahme ausländischer staatlicher Akteure“ effektiver
geahndet werden.
[2][Jugendschutz wird nach CDU-Vorstellung ein Hebel], um Techkonzernen bei
Verstößen haftbar zu machen – wenn auch nicht so strikt wie im
ursprünglichen Entwurf.
Dass der Antrag auf dem Parteitag wortlos durchgewunken wurde, zeigt: Die
Lust an kontroversen Debatte ist bei der CDU ziemlich übersichtlich. Eine
Rolle spielte dabei auch: Die SPD-Fraktion hat vor ein paar Tagen in einem
Positionspapier genau das Gleiche vorgeschlagen – ein Social-Media-Verbot
für Jüngere.
Allerdings: Jetzt sind CDU und SPD, zwei Regierungsparteien, für ein Verbot
für unter 14-Jährige. CDU-Familienministerin Karin Prien, die an
CDU-Beschluss wesentlich mitgewirkt hat, hat eine Kommission eingesetzt,
die im Sommer Ergebnisse für ein Gesetz liefern soll.
21 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Debatte-um-Social-Media-Verbot/!6152677
(DIR) [2] /Social-Media-Verbot/!6155610
## AUTOREN
(DIR) Stefan Reinecke
## TAGS
(DIR) CDU
(DIR) CDU/CSU
(DIR) Social Media
(DIR) Verbot
(DIR) Bundesparteitag
(DIR) CDU
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Social Media
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Neue CDU-Parteivize: Katholisch und knallhart gegen rechts
Die hessische Fraktionschefin Ines Claus ist nun stellvertretende
Parteivorsitzende der CDU. Die Mutter von drei Kindern will, dass Frauen
sich mehr trauen.
(DIR) CDU-Parteitag: Selbstvergewisserung, Social Media und Söder
Der CDU-Parteitag in Stuttgart läuft routiniert ab, die Partei präsentiert
sich wieder als Machtmaschine. Für kleine Störfeuer sorgt die Junge Union.
(DIR) Debatte um Social-Media-Verbot: Ein Mindestalter löst keine Probleme
Das Nutzen von Social-Media-Plattformen kann süchtig machen – in jedem
Alter. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, braucht es digitale Bildung.
(DIR) FAQ zum Social-Media-Verbot: Ist das wirklich so schlimm für Kinder und Jugendliche?
Social Media sei schlecht fürs Gehirn, heißt es im Diskurs um ein Verbot
für Kinder. Doch was genau weiß man über die Gefahren von Instagram und
Co.?