# taz.de -- Plan für Familien: Kindergeldbezug soll kinderleicht werden
       
       > Laut Plänen der Regierung soll der Eingang von Kindergeld vereinfacht
       > werden. Es soll kein Antrag mehr dafür nötig sein.
       
 (IMG) Bild: Kindergerechter Bürokratieabbau: Das Finanzministerium hat da einen Plan
       
       epd/dpa/taz | Das Bundesfinanzministerium plant, den Bezug von Kindergeld
       künftig zu vereinfachen. Laut einem Papier aus dem Haus sollen die
       Erleichterungen im Jahr 2027 schrittweise erfolgen. Wie es am Donnerstag
       hieß, sollen die Bezüge zunächst für neugeborene Kinder automatisch
       fließen, wenn die Eltern für älteren Nachwuchs bereits Kindergeld bekommen.
       Ab November kommenden Jahres soll der Kindergeldantrag demnach auch für
       Erstgeborene wegfallen. „Wir wollen einen modernen Staat, der für die
       Menschen da ist“, erklärte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zu den
       Plänen.
       
       Funktionieren soll das durch eine bessere Organisation auf Behördenebene.
       Bereits heute erfährt das Bundeszentralamt für Steuern von den
       Meldebehörden, wenn die Geburt eines Kindes angemeldet wurde. Das Amt
       vergibt dann eine Steuer-ID für das Neugeborene und reicht sie an die
       Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit weiter. Diese ist dafür
       zuständig, den Anspruch auf Kindergeld zu prüfen und es auszuzahlen.
       
       Künftig soll die Familienkasse das Geld automatisch überweisen, sofern ihr
       die IBAN eines Elternteils bekannt ist, etwa aus früheren
       Kindergeldzahlungen oder vom Steuer-Zentralamt. Liegen Kontodaten von
       beiden Elternteilen vor, bekommt demnach die Mutter das Kindergeld – das
       können die Eltern später ändern lassen, wie es aus dem Finanzministerium
       weiter hieß. Nur wenn gar keine IBAN vorhanden ist, werden die Eltern
       demnach kontaktiert und müssen ihre Daten vervollständigen, um das
       Kindergeld zu bekommen. Auch wenn andere Daten fehlen, ist weiter ein
       Austausch mit dem Amt erforderlich.
       
       Klingbeil erklärte, mit den Neuerungen könnten Eltern „nach der Geburt voll
       und ganz für ihr Baby da sein, statt sich mit unnötigem Papierkram
       herumzuschlagen“. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verwies darauf,
       dass auch die Sozialstaatskommission die automatische Auszahlung von
       Sozialleistungen angeregt hatte. Das antragslose Kindergeld werde jetzt als
       erste Maßnahme auf den Weg gebracht.
       
       ## 300.000 Erstanträge könnten entfallen
       
       Der Entwurf für die nötige Gesetzesänderung wurde an die anderen
       Ministerien sowie Länder und Verbände verschickt, die sich nun dazu äußern
       können, wie es aus dem Finanzministerium hieß. Nach der Umsetzung könnten
       demnach pro Jahr etwa 300.000 Erstanträge auf Kindergeld entfallen.
       
       Rund 55 Milliarden Euro Kindergeld hat die Familienkasse im vergangenen
       Jahr ausgezahlt, für 17,57 Millionen Kinder. Generellen Anspruch haben alle
       Eltern, die in Deutschland steuerpflichtig sind und ein Kind unter 18
       Jahren haben, das hier oder einem anderen EU-Land lebt. Sonderregeln gibt
       es für Kinder in Ausbildung.
       
       Das Kindergeld beträgt unabhängig vom Einkommen aktuell 259 Euro pro Monat
       und Kind. Es wird an die Person ausgezahlt, die das Kind regelmäßig
       versorgt. In drei von vier Fällen wird es nach Angaben des
       Finanzministeriums auf das Konto der Mutter überwiesen.
       
       19 Feb 2026
       
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