# taz.de -- Social-Media-Regeln für Jugendliche: Verbietet die Suchtmaschinen
       
       > Verbote von Glücksspiel und Rauschmitteln für Jugendliche wirken. Wollen
       > wir junge Menschen schützen, braucht es sie auch für die sozialen
       > Netzwerke.
       
 (IMG) Bild: Kann sich jemand vorstellen, dass Lehrer:innen darüber diskutieren müssten, ob Schüler:innen im Unterricht rauchen dürfen?
       
       Von [1][den Jugendlichen unter 18 Jahren rauchen] nur noch rund 7 Prozent.
       Um die Jahrtausendwende waren es noch rund viermal so viele. Diese Zahlen
       zeigen, dass die Gesellschaft Suchtverhalten von Jugendlichen bekämpfen
       kann. Auch mit Verboten. Seit 2008 dürfen keine Zigaretten mehr an
       Jugendliche verkauft werden. Natürlich wird dieses Verbot immer noch
       umgangen. Natürlich war es nur ein Schritt unter vielen in einer
       gesamtgesellschaftlichen Debatte. Aber zweifelsohne ein wichtiger.
       
       Kann sich jemand vorstellen, dass Lehrer:innen darüber diskutieren
       müssten, ob ihrer Schüler:innen während des Unterrichts rauchen dürfen?
       Oder nur in den Pausen? Natürlich nicht. Doch genau das ist der Stand bei
       Social Media. Dabei gilt es heutzutage als ebenso sicher, dass Instagram,
       Tiktok und Co [2][Süchte auslösen]. Hunderttausende Kinder und Jugendliche
       sind [3][laut einer Studie der Krankenkasse DAK] süchtig nach Social Media.
       Der Handlungsbedarf ist offensichtlich.
       
       Jede:r Erwachsene, die mal stundenlang am Handy herum gedaddelt hat, weiß
       das. Aber Erwachsene haben das Recht auf Rausch. Ganz egal ob Alkohol,
       Glücksspiel oder Medienkonsum. Sie müssen die Risiken selbst einschätzen.
       Und tragen. Kinder und Jugendlichen darf man das nicht zumuten. Es reicht,
       dass sie auf dem Schulhof, der Social Plattform im Real Life, tagtäglich
       unter dem sozialen Druck stehen, performen zu müssen. Mitzumachen. Nicht
       anders zu sein.
       
       Ein Social-Media-Verbot würde hier eine Marke setzen. Es würde die
       Jugendlichen befreien von der Last, mitmachen zu müssen. Deshalb gehen
       Australien, Frankreich und [4][Spanien] voran. Doch in Deutschland ist die
       Einsicht eher zäh – wie [5][die Reaktionen] auf den Vorschlag der SPD
       zeigen, [6][die für ein sanftes Social-Media-Verbot plädiert]. Kinder
       würden sonst nie den Umgang mit dem Internet lernen, heißt es dann. Und
       dass der Fehler bei den Strategien der Konzerne liege. Beides ist nicht
       falsch.
       
       Aber würde jemand ernsthaft vorschlagen, dass Jugendliche den Umgang mit
       Tabak durch Praxis selbst erlernen müssten? Oder dass Alkohol an Kids
       verkauft werden dürfte, weil die Hersteller sie nicht mit kostenlosen
       Pröbchen anfixen?
       
       17 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bioeg.de/fileadmin/user_upload/PDF/pressemitteilungen/daten_und_fakten/Infoblatt_Drogenaffinit%C3%A4tsstudie_2023_Rauchverhalten.pdf
 (DIR) [2] /EU-Kommission-prueft-Plattform/!6152226
 (DIR) [3] /Im-Bann-der-Algorithmen/!6155162
 (DIR) [4] /Social-Media-Verbot-in-Spanien/!6151661
 (DIR) [5] /Moegliches-Social-Media-Verbot-in-Deutschland-Nicht-Kinder-ausschliessen-sondern-Konzerne-regulieren/!6155029
 (DIR) [6] /Altersbegrenzung-auf-Social-Media-Bei-Forscherinnen-umstritten/!6155008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gereon Asmuth
       
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