# taz.de -- Debatte über Social-Media-Verbot: Nicht Kinder ausschließen, sondern Konzerne regulieren
> Die SPD will Unter-14-Jährigen den Zugang zu Tiktok und Co. verbieten.
> Viel besser wäre es, die Plattformen zu mehr Jugendschutz zu zwingen.
(IMG) Bild: Verbote sind meist Ausdruck von Hilflosigkeit
Social-Media-Debatte, die nächste: Ein Positionspapier aus der SPD
beschäftigt die Gemüter, es fordert, [1][unter 14-Jährigen den Zugang zu
Instagram, Snapchat und Co. „vollständig“ zu verbieten]. Ein typischer Fall
von: Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann schwingt man die Verbotskeule?
Verbote sind meist Ausdruck von Hilflosigkeit – das gilt für das von den
Eltern ausgesprochene „Du hast Handyverbot, und zwar die ganze Woche!“, bis
zum Ergebnis eines möglichen parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens, an
dessen Ende vielleicht ein „vollständiges Verbot der Nutzung“ für eine
bestimmte Altersgruppe stehen wird. Nur: Warum sollte ich mit 14 Jahren
plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 13 niemand
gezeigt hat? Medienkompetenz ist ja kein Geburtstagsgeschenk.
Da wären wir dann beim sinnvolleren Teil des SPD-Vorstoßes: Für unter
16-Jährige wollen die Genoss:innen eine Art Jugendversion der
Plattformen freischalten lassen. Im Kern geht es darum, die Macht der
Algorithmen einzuschränken, sprich: Man muss sich seine Inhalte und
Menschen, denen man folgen möchte, wieder selbst zusammensuchen. Das wäre
ein Modell, das man auch allen Erwachsenen eigentlich nur nahelegen kann,
weil das ja so auch mal gedacht war mit dem Follower-Prinzip: Wieso will
ich jetzt, dass Person x mir die Welt oder auch nur ihre Hantelübungen
erklärt?
Darin steckt nämlich durchaus ein selbst ermächtigender Gedanke, der über
die Verbotsdebatte für Jugendliche hinausgeht: Die Algorithmen von Meta
(Instagram, Whatsapp), Google (YouTube) und ByteDance (Tiktok) bestimmen,
was wir sehen. Wieso haben wir das eigentlich zugelassen?
Nun bleibt das Papier vage bei der Frage, wie effektiv die Plattformen
tatsächlich zu einer Umsetzung solcher Pläne gezwungen werden könnten, denn
eigentlich ist die Regulierung der Social-Media-Konzerne Sache der EU. Noch
2026 will die Kommission einen Digital Fairness Act vorlegen, der gerade
den Schutz Minderjähriger im Netz stärken soll. Sollte bis Sommer nichts
passieren, behalte man sich „nationalstaatliche Regelungen vor“, schreibt
die SPD. Nun ja, das kann man zumindest ankündigen.
Die Macht der Algorithmen, die Konzentration dieser Macht in der Hand
einiger weniger Konzerne, [2][ist eine Gefahr]. Das wird etwa ganz konkret,
wenn die AfD sich ihre Talkshow-Auftritte so zusammenschneidet, dass
kritische Fragen außen vor und ein paar desinformierende Memes in den
Timelines der (nicht nur jungen) Nutzer:innen übrig bleiben.
Es wäre doch schön, wenn das auch anders ginge. Denn Kinder im Internet
sind ja nicht das Problem, die Internetkonzerne sind es.
16 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/spd-positionspapier-social-media-verbot-100.html&ved=2ahUKEwiJ84zknN6SAxU8BNsEHeWKAwYQvOMEKAB6BAgXEAE&usg=AOvVaw2t82EOJ2EUc2lHTeof7sFB
(DIR) [2] /Im-Bann-der-Algorithmen/!6155162
## AUTOREN
(DIR) Anna Klöpper
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