# taz.de -- DAK-Studie: Hunderttausende Kinder und Jugendliche süchtig nach Social Media
       
       > Seit Jahren untersuchen eine große Krankenkasse und ein
       > Universitätsklinikum die Nutzung von sozialen Medien bei Kindern und
       > Jugendlichen. Neue Zahlen zeigen klare Trends.
       
 (IMG) Bild: Für ein krankhaftes Ausmaß müssen die Medien so stark genutzt werden, dass die Betroffenen dies länger machen als geplant
       
       dpa | Mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen nutzen soziale
       Medien laut einer neuen Studie in riskanten oder sogar krankhaftem Ausmaß.
       [1][Suchtverhalten] nimmt nach neuen Zahlen der Krankenkasse DAK-Gesundheit
       zu, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen.
       
       Im vergangenen Herbst wiesen demnach 21,5 Prozent eine riskante Nutzung
       sozialer Medien auf – nach 21,1 Prozent im September/Oktober 2024.
       Online-Videos konsumierten 21,4 Prozent riskant viel, nach 13,4 Prozent im
       Jahr zuvor. DAK-Chef Andreas Storm begrüßte vor diesem Hintergrund die
       Debatte über schärfere Jugendschutzregeln in den Koalitionsparteien.
       
       ## Hunderttausende suchtkrank
       
       Als pathologische Nutzerinnen und Nutzer – als suchtkrank – gelten demnach
       6,6 Prozent bei Social Media und 4 Prozent bei Videos. Bei etwa 350.000
       Kindern und Jugendlichen gibt es laut DAK-Gesundheit also eine
       pathologische Nutzung sozialer Medien. Die Mediennutzung wird im Rahmen
       einer seit 2019 laufenden Studienreihe der Krankenkasse und des
       Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf untersucht.
       
       Für ein [2][krankhaftes Ausmaß] müssen die Medien so stark genutzt werden,
       dass die Betroffenen dies länger machen als geplant oder vorgegeben und
       negative Folgen in anderen Bereichen auftreten. Beispielsweise kommen
       Schülerinnen und Schüler zu spät zum Unterricht, Noten werden schlechter.
       Schlafstörungen und andere Symptome können Kontrollverlust begleiten. Eine
       riskante Nutzung ist ausgiebig, aber noch nicht in so einem Ausmaß
       verstetigt.
       
       ## Etwas weniger Minuten am Handy
       
       Durchschnittlich nutzen Kinder und Jugendliche der Studie zufolge an einem
       normalen Wochentag 2,7 Stunden Social Media, am Wochenende 3,3 Stunden. Die
       Zeiten der Nutzungsdauer im Schnitt sind damit leicht gesunken.
       
       Der Vorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, nannte die Entwicklung
       dennoch „alarmierend“. Immer mehr Mädchen und Jungen seien gefährdet, in
       die Abhängigkeit zu rutschen. „Jetzt muss schnell gehandelt werden, um
       unsere Kinder zu schützen und zu stärken.“ Die Einführung von Altersgrenzen
       allein reiche nicht aus, zusätzlich sei mehr Vermittlung von
       Medienkompetenz nötig.
       
       Aus der SPD war die Forderung eines [3][Social-Media-Verbots] für Kinder
       unter 14 Jahren bekanntgeworden. Zudem soll auf dem bevorstehenden
       CDU-Parteitag ein Antrag beraten werden, der ein gesetzliches Mindestalter
       von 16 Jahren für soziale Netzwerke wie Tiktok, Instagram und Facebook
       fordert – samt verpflichtender Altersprüfung.
       
       16 Feb 2026
       
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