# taz.de -- Spanien plant Social-Media-Mindestalter: Schutz gegen Manipulation und Verrohung
> Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez will ein Social-Media-Verbot für
> alle unter 16 Jahren einführen – ein notwendiger Schritt.
(IMG) Bild: Ein 12-jähriger Junge spielt vor einer Schule in Barcelona mit seinem Handy
Der spanische Premier Pedro Sánchez will ein [1][Mindestalter für soziale
Medien einführen], um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren der
Plattformen zu schützen. Tech-Bros wie der X-Besitzer Elon Musk und
Telegram-Gründer Pavel Durov reagierten prompt, nannten den Spanier einen
„Tyrannen“, „Faschisten“, „Verräter“ und sein Vorhaben eine „Gefahr für die
Freiheit“.
Es mutet schon eigenartig an, wenn solche Vorwürfe von den Besitzern der
sozialen Netzwerke und Plattformen kommen und sich gegen diejenigen
richten, die überlegen, wie Minderjährige vor der Manipulation durch
Algorithmen geschützt werden können. Menschen wie Musk oder Durov geben
vor, zum Wohle eines hehren Zieles – der Freiheit aller – zu handeln. Sie
benutzen Begriffe wie Freiheit und geben ihnen eine ganz neue Bedeutung.
Neusprech würde dies bei George Orwell heißen.
Netzwerken ausgesetzt zu sein, die bereits von Kindesbeinen an ein genaues
Profil von jedem erstellen, per Algorithmen Vorurteile bestätigen,
politische Meinungen durch erfundene „Wahrheiten“ bilden, Hass verstärken
[2][sowie Depressionen und andere psychologische Probleme vertiefen] – das
ist keine Freiheit. Das mag gut sein fürs Geschäft der Herren Musk und Co.
Für die persönliche Entwicklung hin zum kritischen, toleranten,
demokratisch denkenden Bürger ist es das sicher nicht.
Nicht umsonst unterstützen die Besitzer der großen Plattformen autoritäre
Politiker wie Donald Trump und protegieren Parteien wie Vox oder die AfD.
Die Tech-Bros glauben sich so mächtig, dass sie gewählte Politiker
beleidigen und ihre Nutzer gegen demokratische Regierungen aufbringen
können.
Dieser nur durch den eigenen Reichtum und die Kontrolle über das Internet
legitimierte Machtanspruch muss gestoppt werden. [3][Australien],
Frankreich und jetzt auch Spanien sind auf dem richtigen Weg. Den
Plattformen und Netzwerken müssen gesetzliche Grenzen gesetzt werden, wenn
wir nicht wollen, dass unsere Gesellschaften völlig verrohen, vollständig
manipuliert werden und der Wunsch nach gleichen Rechten für alle bald
Geschichte ist. Das schwächste Glied in der Kette sind die Kinder und
Jugendlichen. Deshalb [4][brauchen sie ganz besonderen Schutz].
5 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Reiner Wandler
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