# taz.de -- Streichung bei Integrationskursen: Tausende Menschen betroffen
> In Berlin stoßen die geplanten Kürzungen bei Integrationskursen auf
> scharfe Kritik. Lehrkräfte und Flüchtlingsrat warnen vor Hürden und
> Isolation.
(IMG) Bild: Ein Hinweisschild zur Anmeldung zu Integrationskursen steht im Treppenhaus vor dem Eingang einer Berliner Sprachschule
Die geplanten Einschränkungen beim Zugang zu Integrationskursen stoßen in
Berlin auf heftige Kritik. Laut der Integrationsbeauftragten des Senats
[1][Katarina Niewiedzial] könnten dadurch in Berlin 8.000 Personen keinen
Integrationskurs mehr besuchen. Im Jahr 2025 wurden 27.000 Personen
zugelassen. Sie fordert daher die sofortige Rücknahme dieses
Zulassungsstopps. „Diese Politik verhindert ganz bewusst Teilhabe“,
erklärte sie. Integrationssenatorin [2][Cansel Kiziltepe] (SPD) nannte die
Kürzungen „unverantwortlich und unsinnig“. Sie werde jetzt
„landesrechtliche Maßnahmen“ prüfen, um einem „möglichst weiten Kreis von
Menschen“ die Teilnahme dennoch zu ermöglichen.
Das dem Bundesinnenministerium unterstehende Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) hatte vor gut einer Woche die Träger von
Integrationskursen informiert, dass es „bis auf Weiteres“ keine Teilnehmer
mehr zulassen werde, für die der Kurs nicht verpflichtend ist. Betroffen
sind Asylbewerber im Verfahren, Geduldete, Migranten aus der EU sowie
Flüchtlinge aus der Ukraine – viele besuchen bislang freiwillig einen
solchen Kurs.
Ausländerbehörden und Jobcenter können Zugewanderte jedoch auch
verpflichten, einen Integrationskurs zu besuchen – bundesweit wurden so
bisher etwa zwei Drittel der Plätze belegt. In Zukunft sollen die
[3][Integrationskurse] nur noch für Menschen mit langfristiger
Bleibeperspektive finanziert werden. Begründet wird die Beschränkung mit
den Kosten.
Die Integrationskurse bestehen aus einem Sprach- und Orientierungskurs. Sie
vermitteln Neuzugewanderten nicht nur Sprache, sondern auch grundlegendes
Wissen über die deutsche Gesellschaft und die Bundesrepublik. Kiziltepe
sprach von „katastrophalen kurzfristigen und nachhaltigen Folgen“ der
Entscheidung. „Integrationskurse sind Grundpfeiler unserer
Integrationspolitik“, betonte sie.
Auch der Berliner Flüchtlingsrat wies auf die Folgen der Entscheidung hin.
Damit würden „tausende Geduldete, Menschen im Asylverfahren, schutzsuchende
Ukrainer:innen und Unionsbürger:innen faktisch vom Deutschlernen
ausgeschlossen und in die Perspektivlosigkeit gedrängt“. Der Rat warnt:
„Wer Sprache verhindert, verhindert Bildung und gesellschaftliche
Teilhabe.“ Auch der Flüchtlingsrat forderte „die sofortige Rücknahme dieses
integrationspolitischen Rückschritts und einen verlässlichen,
diskriminierungsfreien Zugang zu Integrationskursen für alle.“
Bei Menschen aus der Praxis stößt die angekündigte Kürzung ebenfalls auf
Kritik. „Selbst wenn jemand nach wenigen Jahren Deutschland verlassen muss,
sollte er sich in der Zeit mit den Menschen hier verständigen können“,
sagte Peter Hein, Lehrer an der Neuköllner Sprach- und Integrationsschule,
der taz. Geflüchtete, die keinen Kurs mehr bekommen, seien nun auf ihre
Netzwerke angewiesen, um Deutsch zu lernen. „Sehr schwierig“ sei dies für
Menschen mit wenig oder keiner Schulbildung. Hein erklärt, dass sie nicht
die „Werkzeuge haben, um sich die Sprache selbst beizubringen. Sie sind auf
Kurse angewiesen.“
18 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Beritan Dik
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