# taz.de -- Bundesamt blockiert Zulassung: Keine freiwilligen Integrationskurse 2026
       
       > Schon in den letzten Wochen ließ das Bamf viele Zugewanderte nicht mehr
       > zu Integrationskursen zu. Jetzt ist klar: Dabei bleibt es für das
       > laufende Jahr.
       
 (IMG) Bild: Jede*r Dritte kam bisher freiwillig: Doch das Bamf kürzt die Integrationskurse jetzt massiv zusammen
       
       Die Bundesregierung will im gesamten Jahr 2026 niemanden mehr für
       [1][Integrationskurse] zulassen, der oder die zu solch einem Kurs nicht
       verpflichtet ist. Das geht aus einem Rundschreiben des Bundesamts für
       Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervor, das an die Träger der Kurse
       gerichtet ist und der taz vorliegt. Es werde „im laufenden Haushaltsjahr
       bis auf Weiteres keinerlei Zulassungen für die Teilnahme an
       Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 AufenthG erteilt“, heißt es darin. Das
       dürfte es hunderttausenden Zugewanderten erschweren, sich in die deutsche
       Gesellschaft einzufinden.
       
       Schon in den letzten Wochen hatte das Bamf keine solchen Zusagen mehr
       gegeben. Träger wie die lokalen Volkshochschulen, aber auch zahlreiche
       Bundespolitiker*innen hatten dies scharf kritisiert. Die
       [2][Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik,] sagte:
       „Gerade jetzt, wo in vielen Branchen Arbeitskräfte fehlen, ist es
       unverantwortlich, Menschen beim Zugang zu Sprache und Arbeit auszubremsen.“
       
       Mit der Entscheidung, die Zulassung für das ganze laufende Jahr
       auszusetzen, werden nun wohl über 100.000 Menschen komplett von den Kursen
       ausgeschlossen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine
       Anfrage der Grünen-Politikerin Filiz Polat aus dem Januar hervor. Darin
       hieß es, man rechne im laufenden Jahr mit insgesamt 314.300 potenziellen
       Teilnehmer*innen, von denen rund 129.500 eine freiwillige Teilnahme
       anstrebten und rund 184.800 zu einer Teilnahme verpflichtet seien.
       
       Eine solche Verpflichtung ist nach der Ankündigung des Bamf fortan der
       einzige Weg, noch an einem Integrationskurs teilzunehmen. Sie wird von den
       Ausländerbehörden ausgesprochen, wenn Zugewanderte kein oder kaum Deutsch
       sprechen, und oft auch, wenn sie Sozialleistungen beziehen oder die
       Behörden anderweitig einen besonderen Integrationsbedarf sehen.
       
       ## Sprachevermittlung, aber nicht nur
       
       In der Praxis werden die Kurse von vielen Immigranten aber weniger als
       lästige Pflicht denn als wertvolle Chance wahrgenommen. Entsprechend groß
       war bislang der Andrang, freiwillig teilzunehmen, insbesondere unter
       Asylbewerber*innen sowie geflüchteten Ukrainer*innen.
       
       Die Kurse bestehen zu großem Teil aus Deutsch-Sprachunterricht, sollen
       Neuzugewanderten aber auch grundlegendes Wissen über die deutsche
       Gesellschaft vermitteln. Studien zeigen, dass die Teilnahme dabei hilft,
       [3][später einen Job zu finden] und anderweitig gut in Deutschland
       anzukommen.
       
       Als Begründung für den Schritt benennt das Bamf in dem Rundschreiben
       finanzielle Gründe. Es gelte, „finanzielle Risiken zu vermeiden und eine
       dauerhaft tragfähige Finanzierung des Integrationskursangebots
       sicherzustellen“. Schon bei den Verhandlungen zum Haushalt 2026 standen
       zwischenzeitlich massive Einkürzungen bei den Kursen im Raum, die
       schlussendlich aber abgewendet werden konnten.
       
       Es gibt Hinweise, dass das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt
       (CSU) noch weitergehende Kürzungen vorbereitet. So [4][berichtete das
       Investigativmedium Correctiv] in den letzten Tagen von Plänen, die
       Teilnahme an den Integrationskursen auf solche Zuwanderer*innen zu
       beschränken, die eine langfristige „Bleibeperspektive“ haben.
       
       Das könnte laut Correctiv bedeuten, „dass die Behörde vielen Geflüchteten
       aus der Ukraine keine Integrationskurse mehr bewilligt“. Im ersten Halbjahr
       2025 machten Ukrainer*innen fast ein Drittel der Kursteilnehmenden aus.
       Das Innenministerium hat sich dazu bisher noch nicht geäußert.
       
       9 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Finanzierung-von-Integrationskursen/!6057183
 (DIR) [2] /Integrationsbeauftragte-Natalie-Pawlik/!6094581
 (DIR) [3] /Finanzierung-von-Integrationskursen/!6057183
 (DIR) [4] https://correctiv.org/aktuelles/integration-gesellschaft/2026/02/06/integrationskurse-fuer-migranten-voraussichtlich-noch-fuer-monate-auf-eis/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frederik Eikmanns
       
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