# taz.de -- Berliner AfD-Jugend: Alte Kader, neue Jugend
> Am Samstag will sich der Landesverband der Berliner AfD-Jugend gründen.
> Der Veranstaltungsort ist bisher nicht bekannt. Gegenprotest ist
> angekündigt.
(IMG) Bild: Protest in Gießen bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation 2025 – in Berlin sind ebenfalls Proteste angekündigt
Am Samstagnachmittag will die Berliner AfD den Landesverband der
„Generation Deutschland“ gründen. Das kündigte die Partei vor ein paar
Tagen in einer Pressemitteilung an. Über den Veranstaltungsort für die
geplante Gründung des Berliner Ablegers hält sich die AfD Berlin, wohl auch
aus Sorge vor geplantem Gegenprotest, allerdings noch bedeckt. Dieser werde
aus „organisatorischen und sicherheitspolitischen Gründen“ nur an
angemeldete Teilnehmende „rechtzeitig vor der Veranstaltung“ mitgeteilt,
heißt es in der Pressemitteilung.
Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte
Vorgängerorganisation, die Junge Alternative (JA), hatte sich im März
vergangenen Jahres aufgelöst. Als Nachfolgeorganisation gründete sich Ende
November vergangenen Jahres im hessischen Gießen die [1][Generation
Deutschland] (GD). Nun formiert sich die AfD-Jugend auch auf Landesebene
neu. Erste Landesverbände gibt es bereits in Sachsen, Sachsen-Anhalt,
Schleswig-Holstein, Bayern und [2][Nordrhein-Westfalen].
Bislang deutet alles darauf hin, dass die Generation Deutschland nahtlos an
den völkischen Kurs der selbst aufgelösten JA anknüpfen wird – und damit
weitere Punkte für ein [3][drohendes AfD-Verbotsverfahren] sammelt.
Auch die vor wenigen Tagen veröffentlichte [4][Bewertung des
Innenministeriums] bestätigt diese Tendenz: Mit Blick auf die
Gründungsveranstaltung der GD in Gießen heißt es, dort seien Äußerungen
getätigt worden, „die als tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen
die freiheitliche demokratische Grundordnung zu werten sind“. Zudem heißt
es in dem Schreiben, die Bundesregierung erkenne sowohl „personelle“ als
auch „inhaltliche Kontinuitäten“ zur aufgelösten JA und es seien
Verbindungen von Mitgliedern der AfD-Jugend zu „anderen extremistischen
Organisation bekannt“.
## Zwei alte Bekannte
Ähnliches dürfte auch für die AfD-Jugend in Berlin zu erwarten sein. Zu
möglichen Kandidaturen für den Vorstand der Berliner AfD-Jugend äußerte
sich die Partei im Vorfeld zwar nicht. Mit großen Überraschungen dürfte
allerdings nicht zu rechnen sein. Die Werbetrommel für die Gründung am
Samstag rühren zwei alte Bekannte: Martin Kohler und Christopher
Wiedenhaupt.
Wiedenhaupt saß bis zuletzt als Stellvertreter im Vorstand der Berliner JA.
Im November wurde er in Gießen als Schriftführer in den Bundesvorstand der
GD gewählt. Kohler war bis zuletzt Chef der Berliner JA. Er ist
Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung
Charlottenburg-Wilmersdorf, zeigt sich auf Social Media gern im Dress der
einschlägigen [5][Berliner Burschenschaft Gothia] und teilt dort Beiträge
von rechtsextremen Plattformen wie „Ein Prozent“ und dem [6][Bundessprecher
der rechtsextremen Identitären Bewegung], dessen AfD-Mitgliedschaft
kürzlich bekannt wurde.
Mit Blick auf mögliche Gegenproteste am Samstag äußerte Kohler kürzlich auf
Social Media großspurig, man lasse sich nicht aufhalten, „nicht in Gießen
und schon gar nicht in unserer Hauptstadt“. Zehntausende protestierten
trotz Kälte im November vergangenen Jahres in Gießen gegen die Neugründung
der Jugendorganisation der extrem rechten Partei.
Mit Protesten ist am Samstag auch in Berlin zu rechnen. Die Ortsgruppen des
[7][Bündnisses Widersetzen] und der Studis gegen rechts planen derzeit
Proteste gegen die Neugründung der Berliner AfD-Jugend. Seit Freitagmittag
macht im Netz ein entsprechender Aufruf mit dem Titel „Gründung der
AfD-Jugend in Berlin stören“ die Runde. Lediglich der Ort für den Protest
ist noch nicht klar.
„Wir werden uns hier in Berlin breit aufgestellt bereithalten und die
Gründung der AfD-Jugend Berlin nicht ungestört vonstattengehen lassen“,
sagt Sprecherin Mila von der Berliner Ortsgruppe Widersetzen (sie möchte
nicht mit ihrem vollen Namen genannt werden), der taz. Die AfD-Jugend sei
ein „faschistischer Jugendverband“, der sich „die Hitlerjugend zum Vorbild“
nehme, so die Sprecherin. „Sie wollen genau das vernichten, was wir alle
brauchen, nämlich die Freude und Stärke von Unterschieden.“
6 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /AfD-Jugend-Generation-Deutschland/!6132388
(DIR) [2] https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/afd-jugendorganisation-generation-deutschland-gruendung-nrw-landesverband-100.html
(DIR) [3] /AfD-Verbot/!6151784
(DIR) [4] https://dserver.bundestag.de/btd/21/039/2103930.pdf
(DIR) [5] /Burschenschaft-Gothia/!6049399
(DIR) [6] /AfD-und-Identitaere-Bewegung/!6152138
(DIR) [7] https://widersetzen.com/
## AUTOREN
(DIR) Nicolai Kary
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