# taz.de -- Protest gegen AfD-Jugend: „Faschos nerven“
       
       > Am Samstag gründete sich der Berliner Landesverband der Generation
       > Deutschland. Ein Teilnehmer des Gegenprotests wurde dabei von einem Pkw
       > angefahren.
       
 (IMG) Bild: Martin Kohler, neuer Vorsitzender des Berliner Landesverbandes der Generation Deutschland (GD)
       
       Am Samstag gründete sich in Berlin begleitet von Gegenprotesten [1][der
       Landesverband der AfD-Jugend „Generation Deutschland“]. Bis kurz vor Beginn
       der Gründungsversammlung um 14 Uhr herrschte Ungewissheit über den
       Austragungsort des Protests bei den Antifa-Aktivist:innen. Eifrig
       versuchten diese den Veranstaltungsort herauszufinden. In bewährter
       antifaschistischer Manier wurden Orte abgeklappert, die für die Gründung
       der AfD-Jugend infrage kommen.
       
       Mit einem Post auf Social Media versuchte der AfD-Politiker Martin Kohler
       kurzzeitig eine falsche Fährte zu legen und den Gegenprotest nach Pankow zu
       leiten, wo die AfD einen Veranstaltungsraum hat, der auch [2][als das
       „Braune Haus“ bekannt ist]. Doch rund eine Stunde vor Beginn der
       Veranstaltung herrschte schließlich Gewissheit: Mit dem Slogan „Auf gehts,
       ab gehts, Faschos nerven“ machte ein Aufruf die Runde, zur Bundeszentrale
       der extrem rechten Partei in Berlin-Wittenau zu kommen. Dort hat neben der
       Bundespartei auch die Berliner AfD ihren Hauptsitz.
       
       Über den Ort des Geschehens war die Berliner Polizei offensichtlich besser
       informiert. Diese hatte sich schon vor der AfD-Parteizentrale positioniert
       und die Zufahrtsstraßen rings um die Parteizentrale abgeschirmt. Mit
       Tröten, Trillerpfeifen, Topfschlagen und bekannten Parolen wie „Ganz Berlin
       hasst die AfD“ brachten die nach und nach ankommenden Teilnehmenden des
       Gegenprotests lautstark ihren Unmut gegen die Gründung der
       AfD-Jugendorganisation zum Ausdruck. Dieser fiel jedoch übersichtlich aus.
       Augenscheinlich etwa 200 Personen versammelten sich vor der Parteizentrale.
       „Wir werden immer wieder gegen die AfD auf die Straße gehen“, schallte es
       dort aus einem Lautsprecher.
       
       Kurzfristig zum Protest gegen die Gründungsveranstaltung der Berliner
       AfD-Jugend aufgerufen hatte ein Bündnis verschiedener Organisationen,
       darunter etwa die Initiativen Widersetzen und Studis gegen rechts. Von zwei
       Seiten versuchten die Antifaschist:innen den Weg zur Parteizentrale
       abzuriegeln. Zu spät allerdings, denn der Großteil der AfD-Mitglieder war
       da schon im Gebäude.
       
       ## Gegendemonstrant angefahren
       
       Laut übereinstimmenden Aussagen mehrerer Teilnehmender des Gegenprotests
       soll zuvor ein Demonstrationsteilnehmer, der auf einem Fahrrad unterwegs
       war, von einem Pkw angefahren worden sein, dessen Fahrer sich gerade auf
       dem Weg zur Gründung der AfD-Jugend befand. Der betroffene Aktivist
       berichtete der taz, der Fahrer habe den Motor zuvor mehrfach aufheulen
       lassen. „Das war auf jeden Fall vorsätzlich“, äußerte sich der Betroffene
       zu dem Vorfall. Der Zusammenstoß ging glimpflich aus und der Betroffene kam
       mit leichten Schmerzen am Bein davon. Nun ermittelt die Polizei wegen des
       Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Ein Pressesprecher der Polizei
       bestätigte den Vorfall der taz. Die Situation habe sich im Rahmen eines
       Blockadeversuchs zugetragen, so der Sprecher.
       
       Kurzzeitig kam es im weiteren Verlauf zu einzelnen Auseinandersetzungen
       zwischen Antifaschist:innen und weiteren anreisenden AfD-Mitgliedern.
       Die Polizei räumte daraufhin die Straßenblockade von rund 30
       Gegendemonstrant:innen von der Straße, und damit für die noch
       anreisenden Nachzügler der AfD-Jugend den Weg frei.
       
       Bei der Berliner AfD legte man die Pressefreiheit auch an diesem Tag
       offenbar selektiv aus: Während andere Medien Zugang erhielten, wird der taz
       der Zutritt verwehrt. Lediglich rund 30 Teilnehmende erschienen zur
       Gründungsveranstaltung des Landesverbands der neuen AfD-Jugendorganisation.
       
       Große Überraschungen blieben dort allerdings aus. Stattdessen knüpfte man
       personell am alten und inzwischen aufgelösten rechtsextremen Jugendverband
       an, und bestätigte eine [3][kürzliche veröffentliche Bewertung des
       Innenministeriums].
       
       Zum Vorsitzenden des Landesverbands der „Generation Deutschland“ gewählt
       wurde Martin Kohler. Der war bis zuletzt Chef der Jungen Alternative (JA)
       und zeigt sich auf Social Media gern auch im Dress der einschlägigen
       Berliner Burschenschaft Gothia. Als Stellvertreter wählte die AfD-Jugend
       Christopher Wiedenhaupt, bis zuletzt stellvertretender Landesvorsitzender
       der JA. Und auch der frisch gewählte Schatzmeister Marko Penić blickt auf
       eine radikale Laufbahn zurück.
       
       Auch im brandenburgischen Königs-Wusterhausen gründete sich an diesem
       Samstag der Landesverband der selbsternannten „Generation Deutschland“.
       Dieser ist nicht weniger radikal aufgestellt: Zum Vorsitzenden wurde dort
       der Landtagsabgeordnete Fabian Jank gewählt, der bereits für seine Nähe zur
       rechtsextremen Identitären Bewegung auffiel und [4][in der Vergangenheit
       NS-Parolen auf Social Media postete].
       
       Hinweis: Der Beitrag wurde am 8.2.2026 um 10 Uhr aus redaktionellen Gründen
       gekürzt.
       
       7 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Berliner-AfD-Jugend/!6152244
 (DIR) [2] /Demo-gegen-das-Braune-Haus/!6003877
 (DIR) [3] https://dserver.bundestag.de/btd/21/039/2103930.pdf
 (DIR) [4] https://www.belltower.news/afd-parteijugend-zwischen-konformistischer-rebellion-und-ss-treueschwur-163367/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nicolai Kary
       
       ## TAGS
       
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