# taz.de -- AfD und Identitäre Bewegung: Deutscher IB-Chef Märkl legt Parteimitgliedschaft nieder
       
       > Der Bundessprecher der Identitären Bewegung in Deutschland war bisher
       > AfD-Mitglied. Eine Unvereinbarkeitsliste der Partei schließt das
       > eigentlich aus.
       
 (IMG) Bild: Maximilian Märkl, Sprecher der Identitären Bewegung, nimmt an einem vom Rechtsextremisten Sellner organisierten „Podium zur Remigration“ teil
       
       dpa/taz | Der Chef der als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung
       Deutschland, Maximilian Märkl, ist nach Angaben des bayerischen
       AfD-Landesvorsitzenden Stephan Protschka aus der AfD ausgetreten. „Herr
       Märkl ist dem Parteiausschluss zuvorgekommen und hat mir soeben die
       Kündigung der Mitgliedschaft der AfD zukommen lassen“, schrieb Protschka am
       Donnerstagabend in einer Mitteilung an Medienvertreter. „Eine
       Mitgliedschaft in der Identitären Bewegung und AfD verträgt sich nicht“,
       betonte Protschka. Er werde die Kündigung annehmen.
       
       Nach Recherchen der Welt und der Augsburger Allgemeinen war der Chef der
       Identitären Bewegung Deutschland Mitglied in der AfD. Eine sogenannte
       Unvereinbarkeitsliste der Partei schließt eine Mitgliedschaft in der IB für
       AfD-Mitglieder jedoch eigentlich aus.
       
       „Personen, die Mitglied einer extremistischen Organisation sind, können
       nicht Mitglied der Partei sein. Als extremistisch gelten solche
       Organisationen, welche in einer vom Bundesvorstand beschlossenen und den
       Gliederungen übermittelten Unvereinbarkeitsliste aufgeführt sind“, heißt es
       in der AfD-Satzung. Die IB steht auf dieser Liste.
       
       Märkl war den Berichten zufolge bislang Mitglied der bayerischen AfD.
       Landeschef Protschka hatte noch am Vortag mitgeteilt, er habe keinen
       Nachweis, dass er auch in herausgehobener Stellung bei der IB aktiv sei.
       Märkl habe die IB bei seiner Aufnahme in die AfD im Dezember 2022 nicht
       angegeben. Auch sei er auf der offiziellen Website der IB nicht angegeben.
       Allerdings ist dort ein Video zu sehen, in dem Märkl die Ziele der Bewegung
       darstellt. „Jetzt sind wir wieder zurück“, sagt der Rechtsextremist in dem
       offiziellen Video der IB.
       
       ## Sellner über Märkl: Mann, der die IB wieder groß gemacht hat
       
       Märkl selbst bekundete am Donnerstagabend auf der Plattform X seinen
       Austritt aus der AfD. „Meine Mitgliedschaft hat der Partei nie geschadet,
       im Gegenteil sogar“, erklärte er, fügte dann aber hinzu, er werde seine
       Mitgliedschaft „ab heute beenden“. „Mein Fokus liegt ohnehin darauf, die
       stärkste rechte Jugendbewegung aufzubauen“, so Märkl weiter.
       
       Märkl war kürzlich bei einer viel beachteten Podiumsdiskussion in Vetschau
       (Spreewald), an der [1][auch die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré
       teilnahm], an der Seite von IB-Führungsfigur Martin Sellner aufgetreten.
       Der Österreicher stellte Märkl vor als „den Mann, der die IB wieder groß
       gemacht hat“ und Märkl selbst bezeichnete sich dort [2][in einer Rede als
       „Bundessprecher der Identitären Bewegung“].
       
       Auf der Webseite der Grünen-Landtagsfraktion in Bayern ist zudem eine
       Antwort des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) auf eine
       Anfrage veröffentlicht. Die Grünen hatten nach Erkenntnissen über Kontakte
       Märkls zu Politikern der AfD gefragt. In der Antwort Herrmanns wird Märkl
       als „einer der Bundessprecher der rechtsextremistischen Identitären
       Bewegung (IB)“ bezeichnet.
       
       Für die AfD bedeutet die Verbindung zur IB ein Risiko: Sie könnte es
       befördern, auf Bundesebene als gesichert extremistisch eingestuft zu werden
       oder es könnte doch noch die Prüfung [3][eines Parteiverbotsverfahrens] in
       Gang kommen. Auch weil das Bundesverwaltungsgericht [4][unlängst in einem
       Urteil klargestellt hat], dass das Konzept des IB-Chefs Sellner zur
       „Remigration“ (sprich die rassistische Vertreibung vermeintlich „nicht
       assimilierter“ Staatsbürger mit Migrationshintergrund) verfassungswidrig
       ist. Nach außen ist die AfD deswegen bemüht, klare Trennlinien zur IB zu
       ziehen.
       
       6 Feb 2026
       
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