# taz.de -- Rücktritt des ADAC-Chefs: Er hat für Klimaschutz geworben
> Der ADAC-Verkehrspräsident muss gehen, das ist Kuschen vor einer lauten
> Minderheit. Konservative Institutionen haben wenig Rückgrat.
(IMG) Bild: Wegen Aussagen von ADAC-Chef Gerhard Hillebrand zum Verbrenner-Aus sowie den Preisen für Benzin und Diesel steht dem ADAC möglicherweise eine Austrittswelle bevor
Der ADAC beugt sich einer Minderheit seiner Mitglieder, die nicht mehr fürs
Tanken bezahlen wollen: Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand ist
zurückgetreten, weil durch seine Äußerungen in einem Interview dem ADAC ein
„Reputationsschaden“ entstanden sei. Konkret hatte Hillebrand [1][gesagt],
dass der ADAC die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument halte, um die
Klimaschutzziele zu erreichen – vorausgesetzt, Alternativen zum Verbrenner
wie E-Autos sind erschwinglich. „So zu tun, als gäbe es den Klimawandel
nicht, wäre ein fataler Irrweg.“ Daraufhin [2][beschwerten sich viele
ADAC-Mitglieder beim Verein], 60.000 sind wegen Hillebrands Äußerungen
ausgetreten – ein Bruchteil der 22,2 Millionen Mitglieder. Gehen musste
Hillebrand trotzdem, letztlich, weil er etwas Sinnvolles gesagt hat.
Es lässt sich darüber streiten, ob ein CO₂-Preis das beste Mittel ist,
Menschen zum Umsteigen auf klimafreundliche Alternativen zu bringen.
Tatsächlich belastet er Menschen mit geringem Einkommen mehr als Vermögende
und jene auf dem Land stärker als Städter*innen mit guter
ÖPNV-Anbindung. Stattdessen sollte man den ÖPNV ausbauen und E-Autos
fördern, um Verbrenner unattraktiver zu machen. Man könnte Unternehmen zum
E-Auto-Kauf für ihre Dienstwagenflotten verpflichten, um den
Gebrauchtwagenmarkt anzuheizen. Und ein Tempolimit ist für weniger CO₂ und
Verkehrstote sowieso eine gute Idee.
Hillebrand bedauert, dass seine Äußerungen „Glaubwürdigkeit gekostet
haben“. Nur hat sich der ADAC noch kurz nach dem Interview zum CO₂-Preis
bekannt, solange Alternativen bezahlbar sind. Glaubwürdigkeit kostet
vielmehr, dass er Hillebrand jetzt opfert – ohne Vorschläge für
Klimaschutzmaßnahmen. Offen lässt der Verein auch, ob in seinen Augen
Klimaleugnung ein „fataler Irrweg“ bleibt. Er kuscht vor einer lauten
Minderheit.
Dass konservative Institutionen dafür anfällig sind, zeigte im Sommer auch
die [3][rechte Kampagne gegen Frauke Brosius-Gersdorf]. Sie müssen dringend
lernen, wie sie sich ein Rückgrat wachsen lassen können.
3 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/sprit-teurer-machen-adac-wirbt-fuer-co2-preis-49653132
(DIR) [2] /ADAC-Verkehrspraesident-tritt-zurueck/!6150582
(DIR) [3] /Frauke-Brosius-Gersdorf-im-Gespraech/!6147056
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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