# taz.de -- Treffen der Koalitionsspitzen: „Ich will, dass Europa stark wird“
       
       > Die Koalition pegelt sich beim ersten Treffen des Jahres neu ein: Mehr
       > Wirtschaftswachstum und Resilienz sollen Deutschland und Europa
       > souveräner machen.
       
 (IMG) Bild: Die Koalitionsspitze in absteigender Lustigkeit: Söder, Merz, Bas und Klingbeil am Abend im Kanzleramt, 28. Januar 2026
       
       dpa/rtr/taz | Die schwarz-rote Koalition will auch angesichts
       internationaler Spannungen weiter an besseren Bedingungen für die deutsche
       Wirtschaft und mehr Wachstum arbeiten.
       
       Kanzler Friedrich Merz (CDU) stellte nach Beratungen des
       Koalitionsausschusses besonders das Ziel wirtschaftlicher Stärke
       Deutschlands und Europas heraus: Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und
       Innovationen müssten wieder anziehen.
       
       Die Wirtschaft müsse in diesem Zuge auch ein besseres Verständnis dafür
       entwickeln, wo sie verletzbar sei, sagte Merz. Das gelte etwa bei
       kritischer Infrastruktur, bei den Lieferketten kritischer Komponenten oder
       bei terroristischen Bedrohungen. Bei Innovation, Produktivität und
       Wettbewerbsfähigkeit müsse die deutsche Wirtschaft besser werden. Auch
       rücksichtslose Großmächte führte Merz als Bedrohung an, ohne dabei
       bestimmte Staaten zu nennen.
       
       Mehr Resilienz aufzubauen sei aber ebenso eine europäische Aufgabe, sagte
       Merz. Konkret sei etwa der digitale Euro ein Projekt, das einer Stärkung
       der Souveränität der EU diene.
       
       ## „Gegenüber keinem anderen Land kleinmachen“
       
       SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil wurde deutlicher: Es sei richtig,
       dass Europa in der [1][Auseinandersetzung um Grönland] gegenüber den USA
       klar und selbstbewusst aufgetreten sei. „Gleichwohl, das will ich hier für
       mich auch feststellen, bin ich fest davon überzeugt: Wir haben maximal Zeit
       gewonnen“, sagte der Finanzminister.
       
       Deutschland und Europa müssten jetzt [2][souveräner] werden. „Ich will,
       dass Europa so stark wird, dass wir uns vor keinem anderen Land kleinmachen
       müssen“, betonte er. Deutschland trage hierbei eine ⁠besondere
       Führungsverantwortung. Ziel sei es, an der eigenen Souveränität und Stärke
       zu arbeiten, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.
       
       ## Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft
       
       Als zentralen Hebel für mehr Eigenständigkeit nannte Klingbeil die
       wirtschaftliche Stärkung der Gemeinschaft. Ein integrierter europäischer
       Kapitalmarkt könne ein „wirklicher Gamechanger“ sein, um Investitionen in
       Deutschland ⁠und Europa zu fördern. Dies sei auch Thema eines Treffens mit
       fünf europäischen Amtskollegen gewesen.
       
       Zudem müsse die ⁠Währung selbst gestärkt werden: „Der [3][digitale Euro]
       ist dafür ein wichtiger Punkt“, erklärte Klingbeil. Neben der Finanzpolitik
       mahnte er ‍für ⁠das Jahr 2026 Fortschritte bei ‌der Sicherung von
       Lieferketten und dem Zugang zu kritischen Rohstoffen an. Auf europäischer
       Ebene gehe es sowohl um die ‌Wettbewerbs- als auch um die
       Verteidigungsfähigkeit.
       
       ## Vor Landtagswahlen: Sorge um Demokratie
       
       Insgesamt, so betonte SPD-Chefin Bärbel Bas, solle 2026 „das Jahr des
       Anpackens und nicht des Abwartens“ werden. Das gelte etwa [4][bei den
       angekündigten Reformen des Sozialstaats].
       
       Vor den anstehenden fünf Landtagswahlen machen der Koalition auch
       Cyberangriffe und mit künstlicher Intelligenz erzeugte, [5][manipulierte
       Bilder oder Videos auf digitalen Plattformen] Sorge. Auch die Demokratie
       müsse „gegen Einflüsse von außen“ geschützt werden, betonte Bas.
       
       28 Jan 2026
       
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