# taz.de -- Stärkung der Industrie: EU-Kommissar fordert „Made in Europe“-Strategie
       
       > Öffentliche Gelder an europäische Produktion knüpfen – das fordert
       > EU-Industriekommissar Séjourné. Wirtschafts- und Gewerkschaftsspitzen
       > wären dabei.
       
 (IMG) Bild: EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné
       
       dpa | EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné will die Vergabe europäischer
       öffentlicher Gelder an Unternehmen an „Made in Europe“ knüpfen. „Wann immer
       europäische öffentliche Gelder eingesetzt werden, müssen sie zur
       europäischen Produktion und zu hochwertigen Arbeitsplätzen beitragen“,
       schreibt Séjourné in einem [1][Gastbeitrag, der in mehreren europäischen
       Medien erschien, in Deutschland im Handelsblatt].
       
       Unternehmen, die von einer öffentlichen Ausschreibung, direkten staatlichen
       Beihilfen oder einer anderen Form der finanziellen Unterstützung
       profitieren wollen, müssten einen wesentlichen Teil ihrer Produktion „auf
       europäischem Boden erbringen“.
       
       Die gleiche Logik solle auf ausländische Direktinvestitionen angewendet
       werden. „Wir müssen ein für alle Mal eine echte europäische Präferenz in
       unseren strategisch wichtigsten Branchen etablieren.“
       
       Séjourné verweist darauf, dass viele Wirtschaftsmächte ihren eigenen
       strategischen Sektoren den Vorzug gäben. US-Präsident Donald Trump verfolgt
       eine [2][„America first“-Politik] und hat Waren aus vielen Ländern mit
       Zöllen belegt.
       
       ## Wieder ein Sondergipfel
       
       Séjournés Beitrag wurde von mehr als 1.000 europäischen Wirtschafts- und
       Gewerkschaftsführern mitunterschrieben. Aus Deutschland etwa von Markus
       Heyn, Geschäftsführer bei Bosch, Marie Jaroni, CEO von Thyssenkrupp Steel
       Europe, und Michael Brecht, Gesamtbetriebsratschef bei Daimler Truck.
       
       Die [3][Europäische Union will die Wettbewerbsfähigkeit ihrer
       Mitgliedsstaaten stärken]. Darum soll es auch bei einem Sondergipfel am 12.
       Februar gehen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden unter
       anderem über eine Stärkung des Binnenmarkts und die Position der EU
       angesichts globaler Handelsungleichgewichte und [4][wirtschaftlicher
       Abhängigkeiten] sprechen.
       
       Europa müsse seinen Handel stärken, aber auch „seine Unternehmen durch
       gezielten Schutz in strategischen Sektoren vor unlauterem Wettbewerb
       schützen“, schrieb Ratspräsident António Costa in der Einladung. Es brauche
       „Regeln, die in einigen strategischen Bereichen eine Bevorzugung Europas
       ermöglichen“, ebenso wie einen „systematischen Ansatz zur Risikominderung
       in der Wirtschaft“.
       
       2 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-europa-bevorzugt-kuenftig-europaeische-unternehmen/100195613.html
 (DIR) [2] /Blackrock-greift-nach-Panamakanal/!6070421
 (DIR) [3] /Treffen-der-Koalitionsspitzen/!6149648
 (DIR) [4] /Deutschland-und-die-USA/!6144356
       
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