# taz.de -- Belohnung für Hinweise zum Stromausfall: Wie viele Daniela Klettes kostet eine Vulkangruppe?
> Mit einer Million Euro will das BKA der Vulkangruppe auf die Schliche
> kommen – eine enorme Summe, wie die Geschichte öffentlicher Fahndungen
> zeigt.
(IMG) Bild: Öffentliche Fahndung in Berlin: Die Ermittler tappen wohl weiter im Dunkeln
Die Sprache ist martialisch: „Wir schlagen zurück“, sagt
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag und kündigt an:
„Die Behörden ziehen alle Register gegen den Linksextremismus.“ Im Visier
hat er dabei vor allem die sogenannte Vulkangruppe, die sich zu dem
[1][Brandanschlag auf die Stromversorgung] in Berlin Anfang Januar
[2][bekannt hat]. „Wir sprechen hier über Terrorismus“, wird auch Berlins
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) nicht müde zu betonen.
Aber die großen Töne und der Tatendrang können nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Fahndung zu dem Anschlag wohl eher schleppend
verläuft. Warum sonst hat das Bundeskriminalamt (BKA) [3][eine Belohnung
von bis zu einer Million Euro ausgelobt] für Hinweise, die zur Ermittlung
der Täter*innen führen? Es scheint, als tappe der Generalbundesanwalt,
der das Verfahren führt, auch drei Wochen nach dem Blackout weiter im
Dunkeln.
Deshalb versuchen es die Ermittler jetzt mit einer altbekannten Strategie:
Sie legen eine beachtliche Summe auf den Tisch. Denn Geld löst ja
vermeintlich alle Probleme, und je mehr, desto besser. Denunziation hat
ihren Preis.
Tipps zur Vulkangruppe lässt sich die Behörde dabei besonders viel kosten.
Zum Vergleich: Selbst für Hinweise zum Attentäter Anis Amri, der den
[4][Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt] am Berliner Breitscheidplatz
2016 verübt hatte, setzten die Ermittler „nur“ 100.000 Euro aus. Nach dem
[5][Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe] in Dresden 2019 konnte man hingegen
mit sachdienlichen Informationen bereits 500.000 Euro einheimsen. Ob und an
wen tatsächlich Geld geflossen ist, ist nicht bekannt.
## Eine krumme Gleichung offenbart wenig Staatstreue
Anders sieht das im Fall Daniela Klette aus. Auf sie und ihre früheren
RAF-Genossen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub hatte das BKA
mindestens 150.000 Euro ausgelobt. Nachdem [6][Daniela Klette 2024 in
Berlin-Kreuzberg festgenommen] worden war, zahlte das BKA tatsächlich rund
25.500 Euro für den konkreten Hinweis, der zu ihrer Ergreifung geführt
hatte. Die Summe ergibt sich wohl aus dem Wechselkurs der im Jahr 1993
versprochenen 50.000 D-Mark.
Versucht man sich in – zugegebenermaßen krummer – Mathematik, kostet eine
Vulkangruppe also etwa 40 Daniela Klettes oder zwei Juwelendiebstähle. Löst
man diese Gleichung auf, zeigt sich, wie gering die
Kooperationsbereitschaft und Staatstreue im privaten Umfeld der Saboteure
von Berlin-Lichterfelde eingeschätzt werden: sie tendieren gegen null.
27 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hanno Fleckenstein
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