# taz.de -- Nordsee-Gipfel in Hamburg: Mehr europäische Zusammenarbeit für mehr Windenergie
       
       > Die Nordseestaaten planen das weltgrößte Zentrum für erneuerbare Energie:
       > Bis 2050 sollen Offshore-Windräder mit 300 Gigawatt Nennleistung
       > entstehen.
       
 (IMG) Bild: Sollen stärker gefördert werden: Offshore-Windanlagen in der Nordsee
       
       Im [1][Nordsee]raum soll das weltgrößte Zentrum für saubere Energie
       entstehen. Darauf haben sich die Nordsee-Anrainerstaaten, die
       Offshore-Windindustrie und die Übertragungsnetzbetreiber am Montag auf dem
       dritten „Nordsee-Gipfel“ in Hamburg verständigt. Bis zum Jahr 2050 sollen
       im Meer Windräder mit 300 Gigawatt Nennleistung installiert werden.
       
       Deutschland will seinen Anteil leisten, indem die Investitionsbedingungen
       für die Offshore-Windindustrie verbessert werden, nachdem im Jahr 2025
       erstmals bei Ausschreibungen für Offshore-Windkraftkapazitäten keine Gebote
       eingegangen waren.
       
       Nun propagiert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche im Zuge eines ohnehin
       stattfindenden Umbaus der Förderung der erneuerbaren Energien die
       Einführung von Differenzverträgen: Die Betreiberfirmen der Offshore-Parks
       verkaufen ihren Strom dann an der Börse und erhalten bei Mindererlösen
       gegenüber einem festgelegten Referenzpreis die Differenz als Förderung
       erstattet. Umgekehrt müssen sie Mehrerlöse abführen. Faktisch sind
       Differenzverträge damit eine staatlich garantierte Vergütung, unabhängig
       vom Marktpreis des Stroms.
       
       Reiche sagte am Montag, die Politik sende mit ihrem Bekenntnis zur
       Offshore-Windkraft ein „industriepolitisches Signal“ – zum Beispiel an die
       Werften. Im Gegenzug habe die Offshore-Branche zugesagt, bis zum Jahr 2030
       in Europa 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten zu investieren
       und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
       
       ## Mehr Kabel im Meer
       
       Ein wichtiges Thema beim „Nordsee-Gipfel“ waren auch Vereinbarungen für den
       Bau von länderübergreifenden Offshore-Stromtrassen. Wie der Bundesverband
       der Energie- und Wasserwirtschaft erklärte, könnten zum Beispiel
       Offshore-Wind-Flächen in der dänischen oder schwedischen Ausschließlichen
       Wirtschaftszone, die dort nicht benötigt werden, gebaut und an das deutsche
       Stromnetz angeschlossen werden.
       
       Auch Kabeltrassen sollen kommen, die Offshore-Windparks mit mehreren
       Ländern gleichzeitig verbinden: „Bis zu 100 Gigawatt Erzeugungsleistung“,
       so das Bundeswirtschaftsministerium, sollen grenzüberschreitend vernetzt
       werden. Eine Herausforderung sind dabei die erheblichen Unterschiede bei
       den Regulierungssystemen und Erlösmodellen der Übertragungsnetzbetreiber.
       
       26 Jan 2026
       
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