# taz.de -- Energiewende-Blockade der USA: Örsted kündigt Klage gegen Stopp von Offshore-Windprojekt an
> Die Trump-Regierung hatte kürzlich den Bau von Windrädern vor den
> US-Küsten gestoppt. Darunter ist eine fast fertige Anlage des dänischen
> Konzerns.
(IMG) Bild: Die Rotorblätter gehören zu dem im Bau befindlichen Offshore-Windpark der Firma Orsted an der Ostküste der USA
afp | Der dänische Windenergiekonzern Örsted hat am Freitag Klage gegen den
Stopp seines Windparkprojekts vor der US-Ostküste angekündigt. Die Anlage
Revolution Wind, finanziert von Örsted und dem US-Fonds Global
Infrastructure Partners, ist schon zu fast 90 Prozent fertig – sie sollte
schon Anfang dieses Jahres Strom für mehr als 350.000 Haushalte liefern.
Die [1][US-Regierung von Präsident Donald Trump] hatte kurz vor Weihnachten
alle größeren Offshore-Windprojekte vor den Küsten der Vereinigten Staaten
vorerst gestoppt.
Das Projekt erleide dadurch „erheblichen Schaden“, erklärte Örsted. Die
Klage sei notwendig, um die Rechte des Unternehmens zu schützen. Revolution
Wind habe nach eingehenden Prüfungen alle erforderlichen bundes- und
einzelstaatlichen Genehmigungen im Jahr 2023 erhalten. Örsted hatte schon
im August gegen [2][einen vorläufigen Stopp des Windparks] geklagt und im
September Recht bekommen.
Den neuen vorläufigen Stopp der Windparkprojekte hatte das
US-Innenministerium am 22. Dezember mit „nationalen Sicherheitsrisiken“
begründet. Minister Doug Burgum erklärte, Windräder könnten Radar- und
Navigationsanlagen stören. Im Onlinedienst X schrieb er zudem, Windparks
seien „teuer, unzuverlässig und stark subventioniert“. Betroffen sind
insgesamt fünf Anlagen vor der US-Ostküste, die sich im Bau befinden.
Trump ist ein [3][erklärter Windkraft-Gegner]. Er hatte bereits am Tag
seines erneuten Amtsantritts am 20. Januar 2025 ein Dekret gegen den Ausbau
der Windenergie unterzeichnet. In den vergangenen Monaten bezeichnete er
Windanlagen als „Betrug“ und behauptete, sie trieben „Wale in den
Wahnsinn“.
Nach Recherchen der BBC geht seine Abneigung auf einen Offshore-Windpark
vor der Küste Schottlands zurück, wo Trump bereits 2006 – zehn Jahre vor
seiner ersten Präsidentschaftskandidatur – den Bau eines Golfplatzes
ankündigte. Trotz eines Gangs durch alle juristischen Instanzen konnte er
den Windpark vor der Küste seiner Anlage bei Aberdeen nicht verhindern. Er
argumentierte, Golfspielern werde damit die gute Aussicht genommen.
2 Jan 2026
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