# taz.de -- Fördergeldaffäre der Berliner CDU: Untersuchungsauschuss nimmt Arbeit auf
> Wie wurden Fördermittel zur Bekämpfung von Antisemitismus vergeben?
> Antworten soll es in einem Bericht ans Parlament bis zum Sommer geben.
(IMG) Bild: Manuela Schmidt von der Linksfraktion leitet den U-Ausschuss
dpa | Der Untersuchungsausschuss zur Vergabe von Fördermitteln für Projekte
gegen Antisemitismus hat seine Arbeit aufgenommen. Seine Mitglieder kamen
zur konstituierenden Sitzung im Abgeordnetenhaus zusammen, nachdem sie erst
am Donnerstag gewählt wurden. Der Ausschuss werde künftig jeweils freitags
in der Woche tagen, in der auch Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus ist,
sagte die Linke-Abgeordnete und Ausschussvorsitzende Manuela Schmidt der
dpa.
„Das Ziel ist, bis zum Sommer einen Bericht ans Parlament zu übergeben“,
erklärte Schmidt. Bei der ersten Zusammenkunft seien unter anderem der
Zeitplan und die Verfahrensregeln abgestimmt worden. „Wir haben auch schon
den ersten Beweisantrag gestellt.“ Dabei geht es um die Anforderung von
Akten, in die einzelne Abgeordnete bereits Einsicht genommen haben.
„Gerade dieses Thema ist nicht nur politisch wichtig, sondern auch für die
Stadt Berlin“, sagte Schmidt. „Wie wollen wir mit unseren jüdischen
Nachbarinnen und Nachbarn leben, wenn wir nicht einmal bei so einer
wichtigen Arbeit eine korrekte Fördermittelvergabe hinbekommen?“
## Es geht um Steuergelder
Schmidt wies noch auf einen anderen Aspekt hin: „Wir entscheiden hier über
Steuergelder. Schon alleine da besteht die Pflicht, dass die Menschen sich
darauf verlassen können, dass diese Mittel korrekt und transparent vergeben
werden.“
Der Untersuchungsausschuss war auf Antrag von Linken und Grünen eingesetzt
worden. Sie werfen dem früheren Kultursenator Joe Chialo (CDU) und seiner
Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) vor, Fördermittel für Projekte
gegen Antisemitismus nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der
CDU-Fraktion vergeben und damit gegen Haushaltsregeln verstoßen zu haben.
Es geht dabei um eine Größenordnung von mehr als drei Millionen Euro aus
einem Etat der Kulturverwaltung für „Projekte von besonderer politischer
Bedeutung“. Die CDU-Fraktion hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Dem Ausschuss gehören neben der Vorsitzenden drei Abgeordnete aus der CDU-,
zwei aus der SPD- und der Grünen-Fraktion an. Dazu kommen noch jeweils die
Stellvertreterinnen und Stellvertreter.
Für die beiden Vorschläge aus der AfD-Fraktion gab es bei der Wahl der
Mitglieder keine Mehrheit. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker
kündigte eine Klage beim Berliner Verfassungsgericht an. Im
Untersuchungsausschuss müsse nach geltender Rechtslage jede Fraktion durch
ein Mitglied vertreten sein.
16 Jan 2026
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