# taz.de -- Koalitionsverhandlungen in Brandenburg: SPD und CDU wollen „zügig“ Regierung bilden
       
       > Nach dem Koalitionsversuch mit Sahra Wagenknechts BSW kam es zum Bruch.
       > Jetzt will Ministerpräsident Woidke (SPD) mit der CDU koalieren.
       
 (IMG) Bild: Bleibt der Arbeitsplatz von Dietmar Woidke (SPD): Staatskanzlei. Nach dem Bruch mit dem BSW will die SPD mit der CDU regieren
       
       afp/dpa | Nach dem Bruch der Koalition aus SPD und BSW in Brandenburg
       wollen Sozialdemokraten und CDU in dem Bundesland „zügig“ mit Verhandlungen
       über ein Regierungsbündnis beginnen. Das teilten die Generalsekretäre der
       beiden Parteien, Kurt Fischer (SPD) und Gordon Hoffmann (CDU), am Freitag
       in Potsdam mit. Sondierungsgespräche zwischen Verhandlern beider Seiten
       seien erfolgreich und in konstruktiver Atmosphäre verlaufen.
       
       Die Verhandler würden ihren jeweiligen Parteigremien deshalb „die Aufnahme
       von offiziellen Koalitionsverhandlungen“ vorschlagen, erklärten Fischer und
       Hoffmann. SPD und CDU seien sich einig, dass Brandenburg „zeitnah“ eine
       neue Regierungskoalition bekommen solle. Die Gespräche sollten aber
       „gründlich und mit der nötigen Ruhe erfolgen“.
       
       Die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geführte SPD hatte ihre
       Koalition mit dem BSW am Dienstag vergangener Woche nach rund einem Jahr
       beendet. Vorausgegangen waren Grundsatzkonflikte innerhalb des BSW um
       dessen Rolle in der Regierung. Mehrere Landtagsabgeordnete, darunter der
       als tragender Pfeiler der Koalition mit der SPD geltende Finanzminister
       Robert Crumbach, verließen das BSW und dessen Fraktion.
       
       ## BSW-Landeschefin raunt von angeblichem Putsch
       
       Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte die SPD-BSW-Koalition in der
       vergangenen Woche beendet. Zuvor waren mehrere Abgeordnete aus der
       BSW-Fraktion ausgetreten. Die Fraktion wollte zudem kein Bekenntnis zur
       Koalition von allen Abgeordneten abgeben.
       
       „Der ‚Putsch in Potsdam‘ hat das Vertrauen vieler Menschen massiv
       erschüttert“, erklärte BSW-Landeschefin Friederike Benda. Die SPD
       verteidigte das Ende: „Der öffentlich für jedermann sichtbare Verfall des
       Bündnisses Sahra Wagenknecht, die ewige interne Streiterei, Marschbefehle
       aus dem Saarland für die Brandenburger Landespolitik und das toxische
       Verhalten untereinander im BSW konnten nicht länger in der Koalition
       toleriert werden“, sagte Fischer. Im Saarland lebt BSW-Gründerin Sahra
       Wagenknecht.
       
       Woidke macht derzeit mit einer Minderheitsregierung weiter und lehnt eine
       Neuwahl ab. Mit 40 Prozent wollen die meisten Brandenburger laut Umfrage
       nicht, dass Woidke zurücktritt, 37 Prozent sind dafür. In
       [1][Meinungsumfragen] lag die extrem rechte AfD (34 Prozent) in Brandenburg
       zuletzt deutlich vor der SPD (25 Prozent). Die CDU rangierte bei 13
       Prozent, dahinter kam die Linke (8 Prozent), BSW (8 Prozent) und Grüne (5
       Prozent).
       
       16 Jan 2026
       
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