# taz.de -- Wahlkampf in Ungarn: Orbán startet Petition gegen Ukraine-Hilfen
       
       > Jede:r Bürger:in soll einen Stimmzettel zugesandt bekommen. Es ist ein
       > weiteres Mal, dass Orbán das Kriegsland im Wahlkampf für sich
       > instrumentalisiert.
       
 (IMG) Bild: Behauptet, die EU werde Druck auf Ungarn ausüben, junge Menschen zum Kampf in die Ukraine zu schicken: Viktor Orbán
       
       rtr | Der ‌[1][ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán] ⁠will mit einer
       „nationalen Petition“ die Unterstützung der Bevölkerung für seine Ablehnung
       von EU-Hilfen für die Ukraine mobilisieren. Orbán kündigte dies am Freitag
       im staatlichen Rundfunk an. „Jeder wird diese (nationale Petition) erhalten
       und die Chance bekommen, ‚Nein‘ zu sagen und gemeinsam mit der Regierung zu
       sagen, dass wir nicht zahlen werden“, sagte ⁠der Ministerpräsident. ‍Die
       Aktion ist eine Art informelles Referendum, bei dem den Bürger:innen
       ⁠ein Stimmzettel zugesandt wird. Der Opposition warf Orbán vor,
       pro-ukrainisch zu sein.
       
       Hintergrund ist die für April angesetzte Wahl, die Umfragen zufolge eng
       werden dürfte. Orbáns Fidesz-Partei liegt in den meisten Erhebungen hinter
       der Tisza-Partei des [2][Oppositionsführers Peter Magyar]. Orbán
       präsentiert die Wahl als eine Entscheidung zwischen Krieg und Frieden. Er
       stellt die Ukraine als nicht unterstützungswürdig dar und seine Regierung
       als einzigen Schutz vor ⁠einer Ausweitung des Konflikts. Ohne Beweise
       anzuführen, sagte Orbán, die EU werde Druck auf Ungarn ausüben, junge
       Menschen zum Kampf in die Ukraine zu schicken.
       
       Die ⁠EU-Kommission unterbreitete am Mittwoch einen Vorschlag für ein
       [3][Darlehen an die Ukraine] über 90 Milliarden Euro. Die öffentliche
       Meinung in Ungarn ‍wandte sich ⁠gegen die Finanzierung der benachbarten
       Ukraine. Einer ‌Umfrage zufolge sprachen sich im vergangenen Jahr 63
       Prozent der Ungarn dagegen aus, während es 2023 noch 41 Prozent gewesen
       waren. Oppositionsführer Magyar hat erklärt, seine Partei unterstütze den
       ‌Frieden in der Ukraine, lehne eine Wehrpflicht ab und werde keine
       Eskalation des Krieges unterstützen.
       
       16 Jan 2026
       
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