# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukraine und Russland führen neue Verhandlungen in Genf
       
       > Auf neutralem Boden loten Unterhändler der Ukraine und Russlands
       > Bedingungen für ein Kriegsende aus. Das Misstrauen ist groß.
       
 (IMG) Bild: Bringt diese Runde was? Andrij Jermak, Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, und US-Außenminister Rubio im November 2025 in Genf
       
       dpa/rtr | Hochrangige Vertreter Russlands und der Ukraine verhandeln ab
       heute in der Schweiz wieder über ein Ende des vor vier Jahren begonnen
       russischen Angriffskriegs. Während die ukrainische Seite bei den unter
       Vermittlung der USA geführten Gesprächen in Genf vor allem humanitäre
       Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen möchte, will
       Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen. Der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf den Russen vor, derweil
       schon die nächste Welle schwerer Angriffe auf ukrainische Städte zu planen.
       
       Die vom Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow,
       geleitete Delegation aus Kyjiw traf bereits am Montag in Genf ein. „Die
       Tagesordnungspunkte sind abgestimmt, das Team ist bereit zur Arbeit“, ließ
       Umjerow über die sozialen Netzwerke wissen. Vergangene Woche hatte er auch
       eine Teilwaffenruhe zum Schutz der ukrainischen Energieversorgung zu einem
       Ziel der nächsten Gesprächsrunde erklärt. Zum ukrainischen Tross gehören
       neben ihm der Chef des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, Vizeaußenminister
       Serhij Kyslyzja und der Vizechef des Militärgeheimdienstes HUR, Wadym
       Skibizkyj.
       
       ## Russische Delegation muss Nato-Gebiet überfliegen
       
       Aus dem Kreml hieß es, die Verhandlungen müssten über Sicherheits- und
       Militärfragen hinausgehen und auch Gebietsfragen umfassen. Russland
       verlangt einen Rückzug ukrainischer Truppen aus den von ihnen
       kontrollierten Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk und will diese dem
       eigenen Staatsgebiet einverleiben. Nicht nur in Kyjiw wird das kategorisch
       abgelehnt – auch europäische Verbündete der Ukraine warnen davor, den
       Aggressor Russland für seinen Angriffskrieg quasi noch zu belohnen und mit
       einer solchen Friedenslösung womöglich nur weitere Eroberungsgelüste zu
       schüren.
       
       Die mehr als 20-köpfige Gruppe aus Moskau wird von Chefunterhändler
       Wladimir Medinski geleitet. Mit dabei sind laut russischen Angaben auch der
       Chef des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, und Vizeaußenminister
       Michail Galusin. Auf dem Flug von Moskau nach Genf musste die russische
       Delegation laut russischen Staatsmedien einen mehrstündigen Umweg in Kauf
       nehmen: Da der Weg von Russland in die Schweiz zwangsläufig über das Gebiet
       von Mitgliedstaaten der Nato und EU führt, wurde nach Informationen der
       Agentur Ria Nowosti mit Hilfe der USA eine Überfluggenehmigung erteilt.
       
       Die Gespräche zwischen den Kriegsparteien in Genf bauen auf vorherigen
       Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Vermittelt wurde dieser
       Austausch von der US-Regierung [1][unter Präsident Donald Trump], der
       seinen Chefunterhändler Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner
       vorschickt. Zusätzlich zu dem Dreiertreffen soll es auch
       russisch-amerikanische Gespräche über eine Wiederbelebung der
       wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten geben.
       
       ## Selenskyj mahnt schnelleren Nachschub an
       
       Kurz vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde in Genf warnte der ukrainische
       Präsident Selenskyj vor einem massiven russischen Angriff auf
       Energieanlagen in der Ukraine. „Russland kann der Versuchung nicht
       widerstehen und möchte in den letzten Tagen der Winterkälte den Ukrainern
       einen schmerzhaften Schlag zufügen“, sagte Selenskyj in einer
       Videobotschaft. Anders als die Ukrainer seien die Russen nicht
       kompromissbereit. „Russland verwirft alles, setzt die Sturmangriffe an der
       Front und die Luftschläge auf unsere Städte und die Energieversorgung
       fort.“ Deshalb müsse die Führung in Moskau zum Frieden gezwungen werden,
       etwa mit neuen Sanktionen.
       
       Selenskyj forderte die westlichen Verbündeten auch zur schnellen Stärkung
       der ukrainischen Flugabwehr auf. „Es ist notwendig, dass das, worüber wir
       in München (bei der jüngsten Sicherheitskonferenz) mit den Partnern
       gesprochen haben, zeitnah umgesetzt wird“, betonte der Staatschef. Je
       länger die Lieferungen dauerten, desto größer sei der Schaden durch die
       russischen Angriffe.
       
       Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen
       eine russische Invasion. Seit dem Herbst haben die Angreifer ihre Attacken
       mit Kampfdrohnen und Raketen auf ukrainische Energieanlagen intensiviert.
       [2][In einem der härtesten Winter seit Jahren leiden Millionen Ukrainer
       unter Strom-, Heizungs- und Wasserausfällen]. (dpa)
       
       ## Schwere Schäden nach russischem Angriff auf Odessa
       
       08.15 Uhr – [3][Ein russischer Angriff auf die südukrainische Region
       Odessa] hat nach Angaben des ukrainischen Energieunternehmens DTEK
       „unglaublich schwere“ Schäden an der Strominfrastruktur der gleichnamigen
       Stadt ‌verursacht. „Die Reparaturen werden lange dauern, bis die Anlagen
       wieder betriebsbereit sind“, teilt das Unternehmen in den sozialen Medien
       mit.
       
       06.40 Uhr – Ein russisches Gericht hat nach staatlichen Angaben eine Person
       mit US-Staatsbürgerschaft zu vier Jahren Gefängnis ⁠verurteilt. Die Person
       habe versucht, den Schaft eines Kalaschnikow-Sturmgewehrs aus Russland
       auszuführen, meldet die Nachrichtenagentur RIA.
       
       06.35 Uhr – Russland ist in der ‌Nacht nach ‌eigenen Angaben erneut von der
       Ukraine ⁠mit Drohnen angegriffen worden. 151 der unbemannten Fluggeräte
       seien abgeschossen worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur ‌Tass
       unter Berufung auf ‌das Verteidigungsministerium. In der russischen Region
       Krasnodar brach nach einem Drohnenangriff ein Feuer in ‌einer Raffinerie
       aus, wie ⁠Lokalbehörden mitteilen. (reuters)
       
       17 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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