# taz.de -- Polnische Spenden für Ukraine: Generatoren für Kyjiw
> Polen spenden innerhalb weniger Tage rund 1,2 Millionen Euro für
> Stromgeneratoren. Die Ukrainer sind dankbar für diese dringend benötigte
> Hilfe.
(IMG) Bild: Generatoren werden in der Ukraine dringend gebraucht, wie hier in Kyiv. Der Generator steht vor einem Zelt einer Hilfsstation
Die polnische Spendenaktion „Wärme aus Polen für Kyjiw“ schlägt Rekorde.
Innerhalb weniger Tage spendeten Polen und Polinnen bereits 5,5 Millionen
Złoty (circa 1,3 Millionen Euro), um möglichst viele Stromgeneratoren für
die frierenden Menschen in der Ukraine kaufen zu können. Auch der polnische
Energiesektor hat bereits beträchtliche Summen auf das Spendenkonto
überwiesen.
Was es bedeutet, [1][mehrere Tage in einer kalten und dunklen Wohnung
ausharren zu müssen], während zweistellige Minusgrade die Rohre im ganzen
Haus platzen lassen, wissen gerade ältere Polen noch sehr gut. In der Zeit
des Realsozialismus (1945 bis 1989) fiel die marode Energieinfrastruktur
immer wieder aus.
In der Ukraine ist es Wladimir Putin, der Machthaber Russlands und
Aggressor, der 2014 die ukrainische Halbinsel Krim überfiel und seit 2022
die ganze Ukraine systematisch zerbomben lässt. So will er die Kapitulation
erzwingen. Die solidarische Hilfe aus Polen wird in der Ukraine mit großer
Dankbarkeit angenommen.
## Dank vom ukrainischen Außenminister
Schon am Montag, als die Einzahlungen auf das Spendenkonto stündlich
stiegen, schrieb Andrij Sybiha, der ukrainische Außenminister, auf der
Social-Media-Plattform X: „Für uns alle haben die Nachrichten über das
Engagement unserer Nachbarn und Freunde aus Polen bei der Spendenaktion für
Generatoren für die Ukraine eine sehr große Bedeutung. Besonders jetzt, in
Zeiten des Frostes und des unaufhörlichen russischen Raketenterrors.“
Die Hilfe, so der Minister in seinem Post weiter, sei Ausdruck echter
Solidarität, Menschlichkeit und ehrlicher Unterstützung in Zeiten, in denen
Wärme und Licht Sicherheit und Leben bedeuteten. „Herzlichen Dank an alle
mit offenem Herzen, an die Freiwilligen und die Organisationen, die die
Spendenaktion initiierten und unterstützen. Wir fühlen, dass wir nicht
alleine sind“, so Minister Sybiha weiter. „Wir danken Polen für diese sehr
wichtige Hilfe und für die Wärme, die uns in den dunkelsten Momenten
umgeben wird.“
## Antiukrainische Kommentare
Die meisten Kommentare unter diesem in polnischer Sprache verfassten
Dankespost auf X sind allerdings negativ. Das spiegelt [2][die
Stimmungslage in Polen wider]. Die große Hilfsbereitschaft der Polen bei
Kriegsbeginn begann schon ein Jahr später zu schwächeln und kippte nach
zwei Jahren endgültig ins Negative. Dies geht auf die Propaganda rechter
Parteien zurück, die immer wieder historische Wunden aufreißen und [3][an
ukrainische Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg erinnern], für die sich
die Ukraine angeblich zu wenig entschuldigt hat.
Dabei werden die polnischen Verbrechen an Ukrainern gerne ausgespart. Dafür
behaupten sie, dass die ukrainischen Geflüchteten den Polen und Polinnen
die Arbeit wegnähmen, [4][Sozialschmarotzer seien und das polnische
Gesundheitssystem ausnutzten]. Dabei sprechen die Zahlen eine ganz andere
Sprache: Die Geflüchteten verrichten meist Arbeiten, um die sich die Polen
nicht gerade reißen, zahlen Steuern und Sozialabgaben und erwirtschaften im
Jahr rund 3 Prozent des polnischen Bruttoinlandseinkommens.
## Präsident Nawrocki gegen ukrainische Geflüchtete
Dennoch will auch Präsident Karol Nawrocki die Geflüchteten lieber heute
als morgen loswerden und kündigte bereits an, das nächste Gesetz zur
Aufenthaltsverlängerung der Ukrainer in Polen mit seinem Veto belegen zu
wollen. [5][Gegen die tägliche Flut an negativen Fake News aus Russland]
kommt Polen nicht an. Ob die Regierung überhaupt dagegen ankämpft, ist
unklar. Aber russische Bots zerstören die Solidarität der Polen gegenüber
den Ukrainern wie auch den gesellschaftlichen Frieden innerhalb Polens.
Für die nachlassende humanitäre Hilfsbereitschaft des polnischen Staates
ist die polnische Zivilgesellschaft mit mehreren Stiftungen und Vereinen
eingesprungen. So steht hinter der großen Spendenaktion [6][„Wärme aus
Polen für Kyjiw“] [7][die Stiftung Stand with Ukraine], die von Natalia
Panchenko geleitet wird. Die Ukrainerin, die auch die polnische
Staatsbürgerschaft besitzt, engagiert sich seit Jahren von Polen aus für
die Ukraine.
22 Jan 2026
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(DIR) [6] https://pomagam.pl/a7emy8?utm_source=email&utm_medium=payment_usr
(DIR) [7] https://www.standwukraine.org/en/homepage/
## AUTOREN
(DIR) Gabriele Lesser
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