# taz.de -- Ernährung: Forscher kritisieren US-Empfehlung für Fleisch
> Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält die Entstehung der neuen
> US-Richtlinie für intransparent, es fehlten Belege.
(IMG) Bild: Sollten US-Amerikaner mehr Fleisch essen? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält das für eine schlechte Idee
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisiert die neuen
[1][Ernährungsempfehlungen der US-Regierung] für mehr Proteine etwa aus
Fleisch. Die Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft der
Trump-Administration würden nun [2][bis zu dem Doppelten des
DGE-Referenzwerts] in Höhe von 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm
Körpergewicht und Tag raten, schreibt Deutschlands wichtigste Vereinigung
von Ernährungswissenschaftlern.
„Die bisherige Evidenz aus Interventions- und Beobachtungsstudien, die der
[3][DGE-Leitlinie zur Proteinzufuhr] zugrunde liegen, liefert keine
Hinweise auf einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen einer dauerhaft
höheren Proteinzufuhr.“ Zudem sei es „deutlich weniger transparent“ als
früher, wie die US-Behörden ihre Empfehlungen aufgestellt haben. Ähnlich
hatte sich die größte ernährungswissenschaftliche Fachgesellschaft in den
USA, die American Society for Nutrition, geäußert.
Die DGE sieht auch Widersprüche zwischen der US-Richtlinie und deren
grafischen Darstellung als [4][Pyramide]: „Zwar wird empfohlen, eine große
Vielfalt pflanzlicher und tierischer Proteinquellen zu wählen, darunter
Eier, Geflügel, Fisch und rotes Fleisch ebenso wie Hülsenfrüchte, Nüsse,
Samen und Sojaprodukte. In der neuen Ernährungspyramide dominiert jedoch
Fleisch die Gruppe ‚Protein, Milchprodukte und gesunde Fette‘“.
Die neuen Botschaften empfehlen, täglich 2 bis 4 Portionen Vollkornprodukte
zu essen. „Die Platzierung dieser Lebensmittelgruppe in einem
vergleichsweise kleinen Segment in der Pyramide suggeriert jedoch eine
geringere Bedeutung“, so die DGE. Hintergrund könnte sein, dass die Farmer
mit tierischen Lebensmitteln in der Regel mehr Geld verdienen als mit
pflanzlichen. Landwirte sind eine wichtige Wählergruppe für Trump.
Die DGE betont denn auch, dass wissenschaftliche Erkenntnisse „frei von
politischen oder wirtschaftlichen Interessen erarbeitet und bewertet
werden“ müssten. Die deutschen Empfehlungen seien „unabhängig,
wissenschaftlich fundiert, interessensneutral entwickelt, mit Unterstützung
eines offenen [5][Konsultationsprozesses].“
## Umwelt spielt keine Rolle
Grundlage ist demnach ein von der DGE entwickeltes mathematisches
Optimierungsmodell, das Gesundheit, Umwelt sowie die in Deutschland
üblichen Verzehrgewohnheiten berücksichtigt. Es sei jedoch nicht erkennbar,
„dass Aspekte der Nachhaltigkeit systematisch in die Ableitung der
amerikanischen Ernährungsempfehlungen eingeflossen sind.“
Auf den Empfehlungen der überwiegend von Bund und Ländern finanzierten DGE
basieren zum Beispiel offizielle Broschüren, die erklären, wie viel man von
welchen Lebensmittelgruppen essen sollte. Tausende Köche etwa in Schulen
oder Betriebskantinen orientieren sich daran.
16 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ernaehrungsexperten-ueben-Kritik/!6144552
(DIR) [2] https://www.dge.de/presse/meldungen/2026/neue-ernaehrungsempfehlungen-der-usa-einordnung-der-dge/
(DIR) [3] https://www.dge.de/wissenschaft/dge-leitlinien/leitlinie-protein/
(DIR) [4] https://realfood.gov/
(DIR) [5] https://www.dge.de/wissenschaft/fbdg/
## AUTOREN
(DIR) Jost Maurin
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