# taz.de -- Prospekte von Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Vegan reden, Fleisch bewerben
       
       > Foodwatch wirft Supermärkten vor, vor allem für Fleisch zu werben.
       > Bekenntnisse der Konzerne zu einer pflanzenbetonten Ernährung seien
       > irreführend.
       
 (IMG) Bild: Fleisch wird massiv beworben. Es gibt bei großen Supermärkten eine Diskrepanz zwischen Wort und Tat
       
       [1][Supermarktketten] wie Aldi Nord, Lidl und Rewe bekennen sich zwar
       öffentlich zu einer fleischarmen Ernährung, bewerben aber vor allem
       Fleisch. „Eine [2][Auswertung von Werbeprospekten] im Januar – in der
       Branche auch als ‚Veganuary‘ bekannt – zeigt: Sonderangebote und
       Rabattaktionen gelten mehrheitlich für Fleisch und Milchprodukte“,
       berichtete die Verbraucherorganisation Foodwatch am Mittwoch. Dabei
       unterstützten die Unternehmen offiziell eine gesündere und
       umweltschonendere Ernährung nach der „Planetary Health Diet“.
       
       Für tierische Lebensmittel wird pro Kilogramm mehr Treibhausgas ausgestoßen
       als für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Die Haltung von Tieren in
       der Landwirtschaft ist auch aus ethischen Gründen umstritten. Zudem essen
       die Menschen in Deutschland mehr Fleisch, als Experten aus gesundheitlicher
       Sicht für vertretbar halten.
       
       Deshalb kommt es in weiten Teilen der Öffentlichkeit gut an, dass zum
       Beispiel Lidl angibt, das Unternehmen orientiere sich in der Gestaltung
       seines Sortiments „[3][am Ernährungsleitbild der Planetary Health Diet]“.
       Dieser Speiseplan der wissenschaftlichen EAT-Lancet-Kommission besteht zu
       etwa 80 Prozent aus pflanzlichen Lebensmitteln. Auch Aldi Nord, Rewe und
       Edeka äußern sich positiv über sie.
       
       Doch in der Prospektwerbung von Lidl machen pflanzenbasierte Lebensmittel
       in den ersten zwei Wochen des Januars Foodwatch zufolge lediglich 21
       Prozent aus. Bei Aldi Nord seien es nur 28 Prozent gewesen. Rewe kam
       demnach immerhin auf 44, Edeka auf 38 Prozent – wohl wegen des „Veganuary“.
       Denn im Dezember hatten auch diese beiden Ketten nur einen Anteil von 24
       beziehungsweise 19 Prozent.
       
       ## Mehr Werbung für pflanzliche Lebensmittel gefordert
       
       [4][Foodwatch] kritisierte, dass die Supermarktketten Verbraucher:innen
       „mit ihren Nachhaltigkeitsversprechen in die Irre führen“ und forderte die
       Unternehmen auf, mehr Sonderangebote und Prospektwerbung für pflanzliche
       Produkte zu machen.
       
       Rewe schrieb der taz dazu: „Wir bauen unser Angebot an pflanzlichen
       Produkten kontinuierlich aus und fördern deren Sichtbarkeit“. Die anderen
       Unternehmen ließen eine Bitte der taz um Stellungnahme bis
       Redaktionsschluss unbeantwortet.
       
       21 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Supermarkt/!t5011601
 (DIR) [2] https://www.foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Vegane_Lebensmittel/2026-01-20_Hintergrundpapier_Handzettel-Werbung_zum_Veganuary.pdf
 (DIR) [3] https://unternehmen.lidl.de/verantwortung/gut-fuer-die-menschen/gesundheit-foerdern/handlungsfelder/bewusste-ernaehrung
 (DIR) [4] /Foodwatch/!t5032389
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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