# taz.de -- Gewaltsame Eskalation in Iran: Das Regime will töten
       
       > Die iranische Führung scheint zu glauben, dass sie die Bevölkerung ruhig
       > stellen kann. Dabei steigt der Hass auf das Regime ins Unermessliche.
       
 (IMG) Bild: Setzen ihr Leben aufs Spiel, Protestierende in Teheran am 8.  Januar
       
       Seit einer Woche haben die Menschen in Iran [1][keinen Zugang zum
       Internet]. Sie können nicht ihren Liebsten schreiben. Sie wissen nicht, was
       in der Welt vor sich geht. Sie wissen nicht, was im Land vor sich geht. Sie
       wissen nicht, wie viele Menschen getötet wurden. Ob jemand dabei ist, den
       sie kennen. Es herrscht absolute Dunkelheit in der Islamischen Republik
       Iran, in jeder Hinsicht. Und genau das ist das Ziel des Internet-Shutdowns:
       die Bevölkerung zu brechen.
       
       Die wenigen Berichte, die aus dem abgeschnittenen Land dringen, stammen von
       Menschen, die durch das verbotene Satelliten-Internet kommunizieren können
       und dafür ihr Leben aufs Spiel setzen. Aber auch diesen ohnehin schwierigen
       Kommunikationsweg scheint das Regime in den vergangenen Tagen zumindest
       massiv gestört zu haben. Auch diese Berichte werden weniger. Dafür mehren
       sich nun Berichte von Menschen, die das Land verlassen haben.
       
       Aus den Bruchstücken an Informationen, die auf unterschiedlichen Wegen im
       Ausland ankommen, ergibt sich ein Bild, das besorgniserregend ist.
       [2][Videos zeigen Szenen wie im Krieg]: Schüsse, fliehende Menschen,
       brennende Gegenstände auf den Straßen, schreiende und weinende Menschen,
       die sich über Leichensäcke beugen. Ärzt:innen berichten, dass die
       bewaffneten Kräfte Menschen in den Kopf und in das Herz schießen. Das
       Regime will die iranische Bevölkerung nicht warnen, nicht
       auseinandertreiben. Es will töten.
       
       Die Riege um Revolutionsführer Ali Chamenei scheint ernsthaft zu glauben,
       dass es die Bevölkerung so auf Dauer ruhigstellen wird. Bei keiner der
       großen Protestwellen in den vergangenen Jahren ist dies gelungen. Jeder
       Protest, jede darauffolgende Niederschlagung und Hinrichtungswelle, hat im
       Gegenteil die Zahl der Menschen, die dieses Regime verachten, vergrößert.
       Hinter jedem Getöteten stehen Dutzende, Hunderte Menschen, die eine
       geliebte Person verloren haben. Der Hass auf das Regime steigt in diesen
       Stunden ins Unermessliche – da gibt es kein Zurück. Die Menschen werden
       nicht vergessen.
       
       15 Jan 2026
       
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 (DIR) Gilda Sahebi
       
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