# taz.de -- +++ Nachrichten zum Iran +++: Trump fordert weitere Proteste in Iran und verspricht Hilfe
       
       > Die Zahl der getöteten Demonstrant:innen in Iran steigt dramatisch.
       > Der US-Präsident verspricht baldige Hilfe. EU-Staaten bestellen Irans
       > Botschafter ein.
       
 (IMG) Bild: Demonstrierende fordern am 12. Januar vor Irans Botschaft in London ein Eingreifen von US-Präsident Trump
       
       Europäische Staaten bestellen Irans Botschafter ein
       
       Das Auswärtige Amt in Berlin hat aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen
       gegen Demonstranten im Iran den iranischen Botschafter einbestellt. „Das
       brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung ist
       schockierend“, schrieb das Amt am Dienstag im Kurzbotschaftendienst X. „Wir
       fordern Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen
       und Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten.“
       
       Angesicht der Gewalt gegen Protestierende im Iran haben auch Frankreich und
       Großbritannien am Dienstag den jeweiligen iranischen Botschafter
       einbestellt. Die französische Regierung verurteile mit diesem Schritt die
       „Staatsgewalt, die blindlings gegen friedliche Demonstranten ausgeübt
       wird“, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot am Dienstag vor den
       Abgeordneten der Nationalversammlung in Paris.
       
       In London wurde der iranische Botschafter einbestellt, „um die ernste
       Situation zu betonen und den Iran aufzufordern, für die schrecklichen
       Berichte, die wir hören, Rede und Antwort zu stehen“, wie Außenministerin
       Yvette Cooper mitteilte. Sie zeigte sich beunruhigt, dass die bislang
       verfügbaren Berichte „das Ausmaß des Grauens noch unterschätzen“.
       
       Auch Spanien und Finnland hatten am Dienstag die jeweiligen Botschafter des
       Iran einbestellt. (afp)
       
       ## „Hilfe ist auf dem Weg“: Trump ruft Iraner indirekt zu Umsturz auf
       
       US-Präsident Donald Trump hat die Iranerinnen und Iraner indirekt zum Sturz
       des Mullah-Systems aufgerufen. „Protestiert weiter – übernehmt eure
       Institutionen“, appellierte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth
       Social an die „iranischen Patrioten“, die seit gut zwei Wochen auf die
       Straße gehen. „Hilfe ist auf dem Weg“, fügte der Präsident in
       Großbuchstaben hinzu, ohne Details zu nennen.
       
       Wegen der massiven Gewalt gegen Demonstrierende hatte Trump der iranischen
       Führung mit militärischen Mitteln gedroht. (afp)
       
       Aktivisten: Zahl der Toten im Iran steigt auf 2.000
       
       Die Zahl der Todesopfer bei den landesweiten Protesten im Iran ist nach
       Angaben von Aktivisten auf mindestens 2.000 gestiegen. Die in den USA
       ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) teilte am
       Dienstag mit, 1.847 der Todesopfer seien Demonstranten gewesen, 135 hätten
       Verbindungen zur Regierung. Außerdem seien neun Kinder und neun weitere
       Zivilisten ums Leben gekommen, die nicht an den Protesten teilgenommen
       hätten.
       
       Die iranische Führung hat keine offiziellen Opferzahlen bei den
       regierungskritischen Demonstrationen genannt. Unabhängig ließen sich die
       Zahlen von HRANA nicht überprüfen. Bei früheren Protesten hat HRANA aber
       verlässliche und letztlich akkurate Zahlen geliefert.
       
       Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) mit
       Sitz in Norwegen wurden beim harten Vorgehen gegen die Demonstranten
       bereits mindestens 648 Menschen getötet. Einige Schätzungen gehen sogar von
       mehr als 6.000 Todesopfern aus. 
       
       Laut dem iranischen Exilmedium Iran International sollen seit Ende Dezember
       [1][sogar schon mindestens 12.000 Menschen ums Leben gekommen sein]. (ap,
       dpa, taz )
       
       Iranischer Regisseur Panahi fordert internationale Unterstützung
       
       Der preisgekrönte iranische Filmemacher Jafar Panahi hat die internationale
       Gemeinschaft aufgerufen, das gewaltsame Vorgehen gegen seine
       demonstrierenden Landsleute nicht hinzunehmen. „Jedes Schweigen heute
       irgendwo in der Welt muss sich eines Tages den Fragen der Geschichte
       stellen“, sagte der Regisseur am Dienstag dem Sender France Inter. Panahi
       hob hervor, dass die Menschen im Iran „wehrlos“ seien – „und trotz alledem
       sind sie draußen auf der Straße“. (afp)
       
       USA verhängen Strafzölle gegen Irans Handelspartner
       
       Angesichts des gewaltsamen Vorgehens des iranischen Regimes gegen die
       Massenproteste in dem Land hat US-Präsident Donald Trump Strafzölle gegen
       alle Handelspartner des Iran verkündet. „Mit sofortiger Wirkung wird jedes
       Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran tätigt, einen
       Zollsatz von 25 Prozent auf alle Geschäfte mit den Vereinigten Staaten von
       Amerika zahlen“, erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth
       Social.
       
       Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind laut der Datenbank Trading
       Economics China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der
       Irak. Trump erwägt nach Angaben des Weißen Hauses weiterhin eine mögliche
       Militärintervention im Iran. Luftangriffe seien „eine der vielen,
       [2][vielen Optionen]“, die für Trump auf dem Tisch lägen, sagte dessen
       Sprecherin Karoline Leavitt. (afp)
       
       Deutschland ist Irans wichtigster Handelspartner in der EU
       
       Unklar war vorerst, ob sich die US-Strafzölle auch gegen Deutschland
       richten. Laut Auswärtigem Amt hat sich das deutsch-iranische Handelsvolumen
       aufgrund der gegen den Iran verhängten Sanktionen in den vergangenen Jahren
       stark verringert. 2017 betrug der deutsch-iranische Handel demnach 3,4
       Milliarden Euro, 2019 noch die Hälfte. 2024 betrug das Außenhandelsvolumen
       laut Ministerium rund 1,5 Milliarden Euro.
       
       Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik
       um 25 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro laut Statistischem Bundesamt.
       Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten
       deutschen Ausfuhren. Dennoch gilt Deutschland als wichtigster
       Handelspartner des Iran ⁠in der Europäischen ‍Union (EU). 2024 waren die
       deutschen Iran-Exporte noch wieder um sechs Prozent auf rund 1,3
       ⁠Milliarden Euro gewachsen.
       
       Kurz vor der Verkündung der US-Zölle hatten Bundesaußenminister Johann
       Wadephul (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Gespräche in
       Washington geführt. Beide betonten danach vor Journalisten die
       partnerschaftliche Atmosphäre mit den USA. Die geplanten Strafzölle
       erwähnten sie nicht. (rtr, afp)
       
       China kritisiert US-Zölle gegen Handelspartner des Iran
       
       Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen Handelspartner des
       Iran stoßen bei China auf Kritik. Es sei die Überzeugung der chinesischen
       Führung, „dass es keine Gewinner bei einem Zollkrieg gibt“, antwortete die
       Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Mao Ning, am Dienstag auf eine
       Frage nach den neuen US-Zöllen. China werde „seine legitimen Rechte und
       Interessen entschlossen schützen“. (afp)
       
       Menschenrechtler: Mindestens 648 Demonstranten getötet
       
       Nach jüngsten Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran
       Human Rights (IHR) wurden bei den Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen die
       regierungskritischen Proteste bereits mindestens 648 Demonstranten getötet,
       darunter neun Minderjährige. Einigen Schätzungen zufolge gebe es sogar mehr
       als 6.000 Todesopfer, teilte die Organisation mit. Aufgrund der anhaltenden
       Internetsperre im Iran sei es aber „äußerst schwierig, diese Berichte
       unabhängig zu überprüfen“. Schätzungsweise 10.000 Menschen seien außerdem
       festgenommen worden. (afp)
       
       Chamenei: „Inländische Söldner ausländischer Feinde“
       
       Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bezeichnete die
       Demonstrationen von Regierungsunterstützern im Iran als „eine Warnung an
       amerikanische Politiker, ihre Hinterlist zu beenden und sich nicht auf
       verräterische Söldner zu verlassen“. Diese „massiven“ und mit „voller
       Entschlossenheit“ abgehaltenen Versammlungen hätten „den Plan ausländischer
       Feinde durchkreuzt, der von inländischen Söldnern umgesetzt werden sollte“,
       sagte Chamenei laut Irans Staatsfernsehen.
       
       In Teheran waren zuvor staatlichen Medienberichten zufolge tausende
       Iranerinnen und Iraner einem Aufruf der Regierung zu Gegenprotesten
       gefolgt. Bilder im Staatsfernsehen zeigten eine große Menschenmenge auf dem
       Revolutionsplatz der Hauptstadt, wo zahlreiche Menschen die Flagge der
       Islamischen Republik schwenkten. Ähnliche Kundgebungen zur Unterstützung
       der Regierung fanden demnach auch in anderen Städten des Landes statt.
       (afp)
       
       Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Führung
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im
       Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. „Wenn sich ein
       Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch
       am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten
       Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er während seines
       Indien-Besuchs in Bengaluru. (dpa)
       
       NGO: Internetsperre im Iran seit viereinhalb Tagen
       
       Im Iran dauert die im Zuge der Proteste gegen die staatliche Führung
       verhängte landesweite Internetsperre auch am fünften Tag in Folge an. „Es
       ist nun 108 Stunden her, seit der Iran eine landesweite Abschaltung des
       Internets verhängt hat, wodurch die Iraner vom Rest der Welt und
       voneinander isoliert sind“, erklärte die Organisation Netblocks am Dienstag
       im Onlinedienst X. Internationale Telefonate waren derweil nach tagelanger
       Unterbrechung wieder möglich, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP
       aus dem Iran berichtete.
       
       Netblocks wies darauf hin, dass die Internetsperre etwa über
       Kurzwellenradio, eine Mobilfunkverbindung in Grenznähe, das
       Satellitennetzwerk Starlink oder Satellitentelefone umgangen werden könne.
       Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Milliardärs Elon
       Musk betrieben. (afp)
       
       Ölpreise ziehen erneut an
       
       Angetrieben von der Krise im Iran haben die Ölpreise im frühen Handel
       weiter zugelegt. Zeitweise notierten sie so hoch wie im November. Am Morgen
       wurde für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im
       März 64,26 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 39 US-Cent. Damit verteuerte
       sich das Fass seit Mitte vergangener Woche um mehr als vier Dollar oder
       sieben Prozent. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im
       Februar stieg am um 36 Cent auf 59,86 Dollar. (dpa)
       
       13 Jan 2026
       
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