# taz.de -- +++ Nachrichten zu Iran +++: UN-Botschafter der USA: „Alle Optionen liegen auf dem Tisch“
> Präsident Trump droht nach wie vor mit einem Eingreifen in Iran. Nun
> verlegen die USA Medienberichten zufolge noch mehr Kräfte in die Region.
(IMG) Bild: Mike Waltz, UN-Botschafter der USA spricht vor dem Sicherheitsrat, 15. Januar 2026
## USA verlegen Medien zufolge Flugzeugträger nach Nahost
Nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran verstärken die
USA Medienberichten zufolge ihre militärische Präsenz in Nahost. Der
Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und Begleitschiffe seien auf dem Weg
vom Südchinesischen Meer in die Region, berichteten unter anderem die New
York Times und das Portal Axios.
Der von einem Atomreaktor angetriebene Flugzeugträger transportiert
normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und
wird von Zerstörern der Marine begleitet. Die „USS Abraham Lincoln“ soll in
etwa einer Woche im Nahen Osten ankommen. Zudem würden zusätzliche Waffen
und Verteidigungsausrüstung dorthin gebracht, berichtete die New York
Times. Es könnten auch weitere Kampfflugzeuge folgen. Eine offizielle
Bestätigung der Verlegung durch das Pentagon gab es zunächst nicht.
Seit Beginn der Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der
Islamischen Republik Ende Dezember hat Trump Iran bereits mehrfach mit
einem Eingreifen der USA gedroht. Ausgelöst wurden die Proteste unter
anderem von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen
Inflationsrate und großer Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran. Irans
Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen.
Menschenrechtler sprechen von Tausenden Toten. (dpa)
## US-Botschafter bei UN zu Iran: „Alle Optionen auf dem Tisch“
Die USA haben der iranischen Regierung wegen der brutalen Niederschlagung
der Massenproteste erneut mit einem militärischen Eingreifen gedroht.
US-Präsident Donald Trump sei „ein Mann der Tat, nicht der endlosen Worte,
wie wir sie bei den UN sehen“, sagte der UN-Botschafter der USA, Mike
Waltz, bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. „Er hat
klargestellt, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen, um das Schlachten zu
beenden.“
Iran wolle weder Konfrontation noch Eskalation, sagte der stellvertretende
iranische UN-Botschafter Gholamhossein Darzi. „Aber jeder Akt der
Aggression – direkt oder indirekt – wird entschieden, verhältnismäßig und
rechtmäßig beantwortet. Das ist keine Drohung, sondern eine Aussage von
rechtlicher Realität.“
Seit Beginn der Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der
Islamischen Republik vor gut zwei Wochen hatte US-Präsident Trump Iran
bereits mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht. Ausgelöst wurden die
Proteste unter anderem von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr
hohen Inflationsrate und großer Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran.
Irans Sicherheitsapparat hat die Proteste brutal niedergeschlagen, es gibt
Berichte über Tausende Tote.
Das Treffen des Sicherheitsrats war auf Bitten der USA angesetzt worden.
Das Gremium ist eines der wichtigsten Organe der Vereinten Nationen. Seine
Aufgabe ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren. (dpa)
## Russland wirft den USA offene Aggression und Einmischung in Iran vor
Russland hat bei einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen
in New York Iran seine Solidarität bekundet und den USA Einmischung
vorgeworfen. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte, Moskau
unterstütze die Ansicht Teherans, dass „feindselige äußere Kräfte
versuchen, die aktuelle Situation auszunutzen, um eine Regierung zu
stürzen, die sie ablehnen, und die Islamische Republik Iran als souveränen
und unabhängigen Staat zu zerstören“.
Russland forderte die USA auf, „damit aufzuhören, sich als globaler Richter
aufzuspielen, und ihren eskalierenden Handlungen ein Ende zu setzen“, sagte
Nebensja. Moskau rief zudem die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
dazu auf, „eine neue großangelegte Eskalation zu verhindern“.
Nebensja erklärte, das Vorgehen der USA berge die Gefahr, „die Region in
noch blutigere Chaoszustände zu stürzen – Chaos, das leicht über die
Landesgrenzen hinausgreifen könnte“. (ap)
## Iran beschuldigt USA der Unruhestiftung
Der stellvertretende iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen,
Gholamhossein Darzi, hat die USA bei einer Dringlichkeitssitzung des
UN-Sicherheitsrats scharf kritisiert. Er warf der US-Regierung vor, „sich
direkt an der Lenkung der Unruhen im Iran hin zu Gewalt“ zu beteiligen.
„Unter dem hohlen Vorwand der Sorge um das iranische Volk und angeblicher
Unterstützung der Menschenrechte versuchen die Vereinigten Staaten, sich
als Freund des iranischen Volkes darzustellen – während sie gleichzeitig
den Boden für politische Destabilisierung und militärische Intervention
unter dem Deckmantel eines sogenannten ‚humanitären‘ Narrativs bereiten“,
erklärte Darzi.
Der iranische Diplomat kritisierte die USA zudem wegen eigener
Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Demonstranten und verwies dabei
auf die jüngste Tötung von Renee Good in Minnesota durch einen Beamten der
US-Einwanderungsbehörde ICE. (ap)
## UN fordern Stopp von geplanten Hinrichtungen
Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York drohte der
UN-Botschafter der USA Mike Waltz Iran erneut mit einer militärischen
Eskalation. US-Präsident Donald Trump sei „ein Mann der Tat, nicht der
endlosen Worte, wie wir sie bei den UN sehen“, sagte er. „Er hat
klargestellt, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen, um das Schlachten zu
beenden.“
Das Treffen des Sicherheitsrats war auf Bitten der USA angesetzt worden.
Das Gremium ist das mächtigste Organ der Vereinten Nationen. Seine Aufgabe
ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren. Häufig blockieren
sich dort die Großmächte USA, Russland und China jedoch gegenseitig.
Die Vereinten Nationen forderten Iran auf, [1][jegliche geplanten
Hinrichtungen von Demonstranten] aufzuhalten und alle Todesfälle unabhängig
und transparent aufzuklären. UN-Generalsekretär António Guterres rufe alle
Beteiligten zu größtmöglicher Zurückhaltung auf, hieß es. (dpa)
## USA: 800 angesetzte Hinrichtungen abgesagt
Nach Darstellung des Weißen Hauses wurden auf US-Druck 800 geplante
Hinrichtungen abgesagt. Sprecherin Karoline Leavitt machte keine Angaben
zur Quelle für diese Information, die Trump erhalten haben soll. Der
Präsident hatte bereits am Vortag gesagt, ihm sei „von sehr wichtigen
Quellen auf der anderen Seite“ zugesichert worden, dass Tötungen in Iran
aufhören würden. Trump hatte Teheran davor gewarnt, Teilnehmer der Proteste
hinrichten zu lassen.
Die vom Weißen Haus genannte Zahl von angeblich 800 abgesagten
Hinrichtungen scheint allerdings ungewöhnlich hoch. Im ganzen Jahr 2024
etwa wurden im Iran laut Amnesty International 972 Menschen hingerichtet.
Am Mittwoch hatte eine Sperrung des iranischen Luftraums Spekulationen über
einen möglichen US-Luftangriff ausgelöst. „Nur Präsident Trump weiß, was er
unternehmen wird“ – und eine sehr kleine Gruppe von Beratern sei mit seinen
Ansätzen vertraut, sagte Leavitt.
Die Website Axios berichtete, Trump zögere eine Entscheidung zu einem
möglichen Angriff auf den Iran hinaus, während das Weiße Haus darüber unter
anderem mit Verbündeten berate. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
habe Trump demnach gebeten, dem Land mehr Zeit für die Vorbereitung auf
einen möglichen iranischen Vergeltungsschlag zu geben. Auch die New York
Times schrieb, dass Netanjahu um einen Aufschub eines US-Angriffs gebeten
habe. Leavitt bestätigte lediglich ein Gespräch von Netanjahu und Trump.
(dpa)
## Neuseeland schließt vorübergehend seine Botschaft in Iran
Angesichts der Spannungen in Iran hat Neuseeland seine Botschaft in Teheran
vorübergehend geschlossen. Wie ein Sprecher des neuseeländischen
Außenministeriums am Freitag weiter mitteilte, wurden die
Botschaftsmitarbeiter aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage
in Iran ausgeflogen. Das diplomatische Personal habe Iran über Nacht sicher
mit kommerziellen Flügen verlassen. Der Botschaftsbetrieb sei ins türkische
Ankara verlegt worden.
Das Ministerium riet „weiterhin von allen Reisen in den Iran ab“. Alle
Neuseeländer, die sich derzeit im Land aufhielten, sollten Iran
„unverzüglich verlassen“, erklärte der Sprecher. Aufgrund erheblicher
Kommunikationsprobleme sei es für die Menschen schwierig, mit ihren
Familien und Freunden in Iran in Kontakt zu treten.
Der neuseeländische Außenminister Winston Peters hatte sich „entsetzt“ über
die gewaltsame Reaktion Teherans auf die massiven regierungskritischen
Proteste geäußert. „Wir verurteilen das brutale Vorgehen der iranischen
Sicherheitskräfte, einschließlich der Tötung von Demonstranten“, erklärte
Peters am Donnerstag. Er betonte das Recht der Iraner „auf friedlichen
Protest, freie Meinungsäußerung und Zugang zu Informationen“. Dieses Recht
werde derzeit „brutal unterdrückt“.
Nach dem brutalen Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen
Demonstranten ist die Lage im Iran weiter unsicher. Vergangene Woche hatten
die Behörden landesweit den Zugang der Menschen zum Internet gekappt. Der
Organisation Netblocks zufolge dauert die Internetabschaltung mittlerweile
seit mehr als einer Woche an. Menschenrechtsorganisationen zufolge dient
die Internetsperre dazu, das wahre Ausmaß der Unterdrückung zu
verschleiern. (afp)
## Schweiz bestellt iranischen Botschafter ein
Derweil bestellte die Schweiz den iranischen Botschafter in Bern ein. Das
Land habe ihm gegenüber die „größte Besorgnis“ über die Gewalt der
iranischen Sicherheitskräfte zum Ausdruck gebracht und die entschiedene
Ablehnung jeglicher Todesstrafen betont, berichtete die Nachrichtenagentur
SDA.
Unterdessen will die Schweiz auch bei den Spannungen zwischen den USA und
Iran vermitteln. Der Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im
Außenministerium, Gabriel Lüchinger, telefonierte dazu mit dem Sekretär des
Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Irans, Ali Laridschani, wie das
Amt bestätigte. Die Schweiz vertritt die Interessen der USA in Iran, weil
die USA dort seit 1980 keine diplomatische Vertretung mehr haben. Unter
anderem unterhält sie in Teheran eine Sektion, die US-Bürgerinnen und
-Bürgern konsularischen Beistand gewährt. (dpa)
## Prominente und Politiker fordern Isolation Iran
Zahlreiche Prominente, Politiker und Organisationen rufen die
Bundesregierung [2][zu einer politischen, wirtschaftlichen und
diplomatischen Isolation des Iran auf]. In einer Petition fordern die
Unterzeichner die unverzügliche Ausweisung des iranischen Botschafters aus
Deutschland und den Rückruf des deutschen Botschafters aus Teheran, ein
sofortiges nationales Betätigungsverbot der Revolutionsgarden in
Deutschland und die Aufnahme politischer Gespräche mit demokratischen,
säkularen iranischen Menschenrechtsorganisationen und Oppositionellen.
Mit dem Appell „Jede Stunde zählt: Protestierende im Iran unterstützen,
Regime isolieren!“ ist die Petition überschrieben. „Das Regime im Iran
führt einen systematischen Krieg gegen die eigene Bevölkerung“, heißt es.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe öffentlich erklärt, dass das Regime
am Ende sei. Jetzt müssten diesen Worten Taten folgen. „Deutschland muss
jetzt sichtbar an der Seite der Protestierenden stehen.“
Zu den Erstunterzeichnern der Petition zählen die Schauspieler Uschi Glas,
Andrea Sawatzki, Benno Fürmann und Oliver Masucci. Auch Politiker der
Regierungsparteien CDU und SPD, darunter der Vorsitzende der Jungen Union,
Johannes Winkel, CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter und die
Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Gitta Connemann
sowie die SPD-Abgeordneten Jakob Blankenburg und Helge Lindh sind dabei.
Aus der Opposition gehören die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner, die
Grünen-Politikerin Lisa Badum und der Linken-Bundestagsabgeordnete Michael
Arndt zu den Unterzeichnern. Auch der FDP-Vorsitzende Christian Dürr und 18
Organisationen wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
und die Deutsch-Israelische Gesellschaft haben sich angeschlossen. (dpa)
16 Jan 2026
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