# taz.de -- Notwehr-Prozess in der Türkei: Das Recht zu überleben
       
       > In der Türkei bleibt Männergewalt oft ungeahndet. Zugleich gestehen
       > Gerichte Frauen das Recht auf Notwehr nur zögerlich zu, wie der Fall
       > Serap Avcı zeigt.
       
 (IMG) Bild: In Istanbul für Istanbul: Frauen protestieren im März 2021 gegen den Austritt aus der Konvention zum Schutz von Frauen
       
       Serap Avcı trägt am Tag der Urteilsverkündung Anfang Dezember einen dunklen
       Blazer und eine dazu passende Hose. Die Haare hat sie zu einem Zopf
       gebunden. In den Gerichtssaal in Küçükçekmece, einem westlichen Stadtbezirk
       von Istanbul, wird sie von drei Beamten der Gendarmerie geführt, die ihr
       erst an ihrem Platz die Handschellen abnehmen. Sie wirkt angespannt, ihre
       Augen sind gerötet, die Augenringe deutlich sichtbar. Seit der Ankündigung
       vor einer Woche, dass an diesem Tag das Urteil gefällt werden wird, hat sie
       kaum geschlafen. Ihr Blick wandert zwischen Richterbank und ihren Anwälten
       hin und her, dann senkt sie den Kopf und schaut auf den Boden.
       
       Sieben Jahre war Serap Avcı mit Yasin verheiratet. Während der gesamten Ehe
       erlebte sie fortlaufend körperliche und psychische Gewalt. Mehrfach
       kündigte sie an, sich scheiden lassen zu wollen, doch ihr Ehemann bedrohte
       sie jedes Mal. In der Nacht vom 17. auf den 18. April 2024 kam er betrunken
       und unter Drogeneinfluss nach Hause. Er griff Serap im Schlaf an, schlug
       sie und drohte, sie vom Balkon im zwölften Stock zu werfen. Hämatome,
       Abdrücke vom Balkongeländer und weitere Verletzungen an Augen und Körper
       belegen den Angriff. Serap wehrte sich mit einem Messer. Yasin erlag später
       den dabei erlittenen Verletzungen.
       
       Noch in derselben Nacht wurde Serap Avcı festgenommen. Die
       Staatsanwaltschaft klagte sie wegen vorsätzlicher Tötung ihres Ehepartners
       an.
       
       Als Serap Avcı an diesem Morgen den Gerichtssaal betritt, ist sie nicht
       allein. Feministische Unterstützerinnen begleiten den Prozess seit Beginn.
       Die Gruppe Serap için Feministler – Feministinnen für Serap – war an jedem
       Verhandlungstag anwesend. Vor dem Gerichtsgebäude halten sie ein violettes
       Banner hoch mit der Aufschrift: „Serap hayatta kaldığı için hapiste“ –
       Serap sitzt im Gefängnis, weil sie überlebt hat.
       
       Die Unterstützerinnen kommen aus verschiedenen sozialen und politischen
       Kontexten. Einige tragen Kopftuch, andere nicht. Viele waren bei jedem
       Termin dabei. Im Saal zeigen sie ihre Solidarität lautstark. Als Serap den
       Raum betritt, rufen sie: „Serap yalnız değilsin“ – Serap, du bist nicht
       allein.
       
       „Es gibt viele Frauen, die diesen Prozess verfolgen, nicht nur, weil sie
       wissen wollen, welches Urteil Serap Avcı erwartet, sondern weil es um ihre
       eigene Sicherheit geht“, sagte die Anwältin Gülyeter Aktepe in ihrem
       Plädoyer. Der Prozess gegen Serap Avcı ist zu diesem Zeitpunkt mehr als ein
       einzelnes Strafverfahren. Er ist zu einem Gradmesser geworden für die
       Frage, wie die türkische Justiz mit Gewalt gegen Frauen umgeht und ob
       Frauen, die sich gegen tödliche Gewalt wehren, Schutz oder Bestrafung
       erfahren.
       
       Vor dem Saal sichert ein großes Polizeiaufgebot den größten Sitzungssaal
       der 6. Schwurgerichtskammer in Küçükçekmece. Beamtinnen und Beamte in
       stichsicheren Westen stehen auf dem Gang, Besucherinnen und Besucher
       drängen sich im Saal dicht an den Wänden. Rund zwanzig Unterstützerinnen
       und Angehörige Seraps sind gekommen. Auf der Seite der Anklage sitzt die
       Mutter des getöteten Ehemannes. „Eigentlich hätte hier ein Femizid
       verhandelt werden müssen“, sagt Serap Avcı. Dass es stattdessen um ihre Tat
       gehe, liege daran, dass sie überlebt habe.
       
       Kurz vor der Verkündung fragt die Vorsitzende Richterin Serap Avcı, ob sie
       noch etwas sagen wolle. Die Angeklagte antwortete knapp: „Adalete inancım
       tam“ – ich habe vollstes Vertrauen in die Gerechtigkeit. Als die Richterin
       zu lesen beginnt, wird es still. Für viele im Saal geht es in diesem Moment
       nicht nur um das Urteil, sondern um ein Signal, wie die Justiz mit Gewalt
       gegen Frauen umgeht.
       
       Die Kammer sprach Serap Avcı nicht frei. In der Kurzentscheidung stellte
       das Gericht fest, dass sie die Grenzen der Notwehr überschritten habe, weil
       ihre Abwehrhandlung nicht in jedem Moment zwingend erforderlich gewesen
       sei. Dies sei jedoch in einem entschuldbaren Zustand von Angst, Panik oder
       heftiger Aufregung geschehen. Deshalb verzichtete das Gericht auf eine
       Strafe. Juristisch unterscheidet sich diese Entscheidung deutlich von einem
       Freispruch: Die Tat gilt weiterhin als rechtswidrig, bleibt aber aufgrund
       der besonderen Umstände straflos. Avcı wurde noch am selben Tag aus der
       Untersuchungshaft entlassen.
       
       Für die Verteidigung war der Fall kein Grenzfall, sondern ein
       Lehrbuchbeispiel für die Kluft zwischen Gesetz und Praxis. Notwehr sei im
       türkischen Strafrecht klar geregelt. „Das Problem ist nicht das Recht,
       sondern dass es Frauen kaum zugestanden wird“, sagt Gülyeter Aktepe. In
       Verfahren häuslicher Gewalt werde die Tat oft auf den unmittelbaren Moment
       reduziert. Die jahrelange Gewaltgeschichte bleibe dabei ausgeblendet.
       
       „Gewalt entsteht nicht plötzlich. Sie baut sich auf und wird mit der Zeit
       normalisiert“, sagt die Psychologin Leyla Soydinç. Sie arbeitet für die
       Frauenorganisation Mor Çatı und begleitete Serap Avcı während ihrer
       Untersuchungshaft. Sie ordnet den Fall nicht individuell, sondern als
       typisches Muster häuslicher Gewalt ein. Kontrolle, Drohungen und Übergriffe
       verdichteten sich über Jahre, bis Entscheidungen nur noch unter akuter
       Bedrohung möglich seien.
       
       Besonders gefährlich seien Trennungsphasen, sagt Soydinç. „Die größte
       Gefahr besteht nicht während der Beziehung, sondern dann, wenn Frauen gehen
       wollen.“ Der Versuch, sich zu lösen, werde von Tätern häufig als
       Kontrollverlust erlebt.
       
       Hinzu komme ein strukturelles Misstrauen gegenüber staatlichem Schutz.
       Anzeigen, Kontaktverbote oder Schutzanordnungen böten vielen Betroffenen
       keine Sicherheit. „Frauen treffen Entscheidungen angesichts der Erfahrung,
       dass Schutz versprochen wird, der aber nicht zuverlässig greift.“ Angst sei
       in solchen Situationen keine Überreaktion, sondern eine realistische
       Einschätzung. Entscheidungen wie die von Serap Avcı ließen sich nur im
       Zusammenspiel von Gewalt, Bedrohung und fehlender Absicherung verstehen.
       
       ## Austritt aus der Istanbul-Konvention
       
       In einer Phase anhaltend hoher tödlicher Gewalt gegen Frauen ist die Türkei
       das erste und bislang einzige Land des Europarats, das aus der
       Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen gegen Gewalt ausgetreten ist. Der
       Austritt trat im Juli 2021 in Kraft. Gewalt habe dadurch nicht neu
       begonnen, aber die Rahmenbedingungen hätten sich verschoben, sagt Soydinç.
       „Wenn ein Staat ein internationales Schutzabkommen verlässt, verändert sich
       die Wahrnehmung von Verantwortung.“ Betroffene würden Vertrauen in
       staatliche Hilfe verlieren, Täter sich ermutigt fühlen.
       
       [1][Offiziell begründete die Regierung] den Schritt damit, die
       Istanbul-Konvention sei von bestimmten Kreisen instrumentalisiert worden
       und werde dazu genutzt, „Homosexualität zu normalisieren“, was mit
       familiären Werten der Türkei nicht vereinbar sei. Präsident Recep Tayyip
       Erdoğan betonte, der Staat verfolge weiterhin eine Politik der Nulltoleranz
       gegenüber Gewalt gegen Frauen. Der Austritt bedeute keinen Rückzug aus dem
       Schutz von Frauen, erklärte er, und verwies auf bestehende Instrumente wie
       das Schutzgesetz 6284. In der Praxis bleibe der Verweis auf bestehende
       Gesetze jedoch oft folgenlos, sagt die Journalistin Evrim Kepenek.
       Entscheidend sei nicht, welche Gesetze existieren, sondern ob Gewalt
       tatsächlich verfolgt werde.
       
       Der Austritt wurde von vielen Beobachtern als Signal an
       religiös-konservative Milieus interpretiert. Die Konvention galt als
       Angriff auf traditionelle Geschlechterrollen. Erdoğan wies dies zurück,
       doch die Umsetzung des Schutzgesetzes 6284 bleibt lückenhaft.
       
       Es erlaubt richterliche Schutzanordnungen auch ohne Strafurteil, regelt
       Kontaktverbote, Wohnungsverweisungen und Begleitung durch Polizei und gilt
       formal als zentrales Instrument gegen häusliche Gewalt. Doch
       Schutzanordnungen werden oft nicht verhängt oder kontrolliert. Leyla
       Soydinç beschreibt das Ergebnis als permanente Unsicherheit für Betroffene.
       „Ein Gesetz schützt nur, wenn Frauen darauf vertrauen können, dass es im
       Ernstfall greift.“ Dieses Vertrauen sei in vielen Fällen erschüttert.
       
       Parallel dazu verweisen internationale Beobachter auf strukturelle
       Defizite. [2][Berichte des Europarats] kritisieren seit Jahren, dass
       Schutzverantwortung zunehmend auf Kommunen und Familien verlagert werde,
       ohne dass ausreichende Ressourcen bereitgestellt würden. Nach dem
       Ausnahmezustand nach dem Putschversuch von 2016 wurden zahlreiche Kommunen
       unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. In mehreren Städten kam es zur
       Schließung oder Schwächung kommunaler Frauenhäuser. Frauenrechtsinitiativen
       wie Mor Çatı sprechen von einer schleichenden Unterfinanzierung, die
       Schutzangebote faktisch ausdünnt, während der Staat auf die formale
       Existenz von Gesetzen verweist.
       
       „Wenn Gewalt keine klaren Konsequenzen hat, wird sie reproduziert.“ Mit
       diesem Satz beschreibt die Journalistin Evrim Kepenek ein zentrales Muster
       im Umgang mit Gewalt gegen Frauen in der Türkei. Kepenek berichtet seit
       Jahrzehnten über Femizide, begleitet regelmäßig Gerichtsverfahren und gilt
       als eine der profiliertesten Beobachterinnen der türkischen Justizpraxis in
       Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt. Lange Verfahren, ausgeblendete
       Kontexte und strafmildernde Begründungen relativierten Gewalt und
       verschöben Verantwortlichkeiten. Straffreiheit werde so zum System.
       
       Für Betroffene habe dieses System konkrete Folgen. Wenn Gewalt selten
       konsequent sanktioniert wird, entstehe die Erwartung, im Ernstfall allein
       zu bleiben. Straffreiheit wird so weniger als Einzelfall sichtbar denn als
       Klima, in dem Gewalt ermöglicht und fortgeschrieben werde.
       
       An diese systemische Straffreiheit schließt für Evrim Kepenek ein weiteres
       Muster an. In vielen Verfahren würden männliche Kränkungen wie
       Zurückweisung, Kontrollverlust oder verletzte Ehre juristisch anerkannt,
       während weibliche Angst marginalisiert werde. „Was im Gesetz
       geschlechtsneutral aussieht, funktioniert in der Praxis häufig zugunsten
       von Männern“, sagt sie.
       
       Frauen, die sich gegen Gewalt wehrten, gerieten hingegen schnell unter
       Rechtfertigungsdruck, ihre Handlungen würden psychologisiert und ihre
       Motive infrage gestellt. „Männliche Wut gilt oft als nachvollziehbar,
       weibliche Angst als übertrieben“, sagt Kepenek. Der Begriff
       „Männlichkeitsrabatt“ stehe dabei nicht für ein einzelnes Urteil, sondern
       für eine Praxis, die sich durch viele Verfahren ziehe. Im Fall Serap Avcı
       sei genau dieses Spannungsfeld sichtbar geworden, zwischen formaler
       Rechtsgleichheit und einer Praxis, die gesellschaftliche Machtverhältnisse
       fortschreibt.
       
       Fälle wie der von Serap Avcı werden selten öffentlich verhandelt. [3][Laut
       der jüngsten Erhebung des türkischen Statistikamts TÜİK aus dem Jahr 2024]
       hat mehr als jede vierte Frau in ihrem Leben psychische Gewalt erlebt, etwa
       jede achte physische und 5,4 Prozent sexuelle Gewalt. Fast jede zweite
       Betroffene spricht mit niemandem darüber, Gewalt bleibt damit häufig
       unsichtbar, solange sie nicht tödlich endet oder öffentlich wird.
       
       Gleichzeitig gibt es keine verlässlichen staatlichen Zahlen zu Femiziden.
       Tötungen an Frauen werden nicht als eigene Kategorie erfasst. Die
       wichtigsten Fallzahlen stammen aus der Zivilgesellschaft. Die Initiative
       Kadın Cinayetlerini Durduracağız Platformu (Wir werden Frauenmorde stoppen)
       geht für das Jahr 2025 von 447 getöteten Frauen aus und dokumentiert die
       Fälle in einem digitalen [4][Anıt Sayaç], einem öffentlich einsehbaren
       digitalen Mahnregister.
       
       Hinzu kommen zahlreiche sogenannte verdächtige Todesfälle, etwa Stürze aus
       Fenstern oder von Balkonen, bei denen Gewaltkontexte ungeklärt bleiben.
       Frauenrechtsorganisationen gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer
       aus. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum einzelne
       Gerichtsverfahren weit über den konkreten Fall hinaus Bedeutung erlangen.
       
       Die Unterstützung von Organisationen fügt sich in eine breitere
       Protestkultur ein, die auch am 25. November, dem internationalen Tag gegen
       Gewalt an Frauen, sichtbar wurde. Am frühen Abend versammelten sich rund
       300 Menschen, überwiegend Frauen, am Taksim-Tünel auf der İstiklal Caddesi.
       Der Ort liegt am Ende der Einkaufsstraße, nicht auf dem Taksim-Platz
       selbst, der seit Jahren für politische Versammlungen weitgehend gesperrt
       ist.
       
       Bereits seit dem Nachmittag war in Stadtbezirk Beyoğlu ein erhöhtes
       Polizeiaufgebot spürbar. Straßenzüge wurden abgesperrt, die Stimmung war
       angespannt. Touristen mussten Umwege in Kauf nehmen, Geschäfte schlossen
       früher. Die sonst belebte İstiklal Caddesi wirkte vor Einbruch der
       Dunkelheit ungewohnt leer, dafür dominiert von zahlreichen Polizeikräften.
       
       Dass Demonstrationen unter massiver Polizeipräsenz stattfinden, ist in der
       Türkei längst kein Ausnahmefall mehr. Seit dem Ausnahmezustand 2016 wurden
       Versammlungsrecht zunehmend eingeschränkt, Proteste regelmäßig verboten,
       aufgelöst oder eingekesselt, besonders an symbolischen Orten wie dem
       Taksim-Platz, der seit den Gezi-Protesten 2013 als Zentrum des Widerspruchs
       gilt.
       
       Die Teilnehmenden standen dicht beieinander, Schulter an Schulter, von sehr
       jungen Frauen bis zu älteren Generationen, mit und ohne Kopftuch. Auf
       Bannern standen Slogans wie „Kadın cinayetleri politiktir“, Frauenmorde
       sind politisch, oder „Bedenimiz, emeğimiz, hayatımız bizim“ – unser Körper,
       unsere Arbeit, unser Leben gehören uns –, begleitet von lauten,
       routienierten Sprechchören. Am Ende wurde die Demonstration eingekesselt,
       Personen zeitweise festgenommen. Doch die Botschaft blieb klar: Die
       Frauenbewegung bleibt präsent, organisiert und entschlossen – trotz
       Repression.
       
       Wie aktuell diese Fragen sind, zeigte sich am 29. Dezember. An diesem Tag
       begann im selben Justizgebäude der erste Gerichtstermin im Fall Ayşe
       Tokyaz. Die Leiche der 22-jährigen Studentin war in einem Koffer am
       Straßenrand gefunden worden. Angeklagt sind ihr Exfreund sowie sieben
       weitere Verdächtige. Brisant ist der Fall auch deshalb, weil der
       Hauptangeklagte selbst Polizist war und von Kollegen darüber informiert
       worden sei soll, dass Tokyaz gegen ihn ausgesagt habe. Der staatliche
       Schutz wurde so selbst zum Risiko.
       
       Der Fall Serap Avcı steht nicht für sich. Immer wieder werden Verfahren
       bekannt, in denen Frauen nach jahrelanger Gewalt ihre Partner töten und
       selbst vor Gericht stehen. Namen wie Necibe Yolcu, Çilem Doğan oder Yasemin
       Çakal sind zu Symbolen einer Justiz geworden, die Notwehr von Frauen oft
       anzweifelt, während sie die vorausgehende Gewalt nur begrenzt
       berücksichtigt. Bewegung in diese Fälle kam meist erst durch öffentlichen
       und medialen Druck. Doch für viele andere Frauen gibt es selbst diese
       Öffentlichkeit nach wie vor nicht.
       
       27 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tccb.gov.tr/en/news/542/136497/president-erdogan-shares-iftar-with-relatives-of-femicide-victims
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 (DIR) [3] https://data.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=Turkiye-Violence-Against-Women-Survey-2024-57940&dil=2
 (DIR) [4] https://anitsayac.com/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Can Tim Akıncı
       
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