# taz.de -- Leaks aus dem Wirtschaftsministerium: Schnüffelministerin Katherina Reiche
> Das Wirtschaftsministerium soll die Mails von Mitarbeitern ausgespäht
> haben. Der ohnehin miesen Stimmung im Haus dürfte das kaum zuträglich
> sein.
(IMG) Bild: Horch und guck: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
afp/taz | Das Bundeswirtschaftsministerium soll in den vergangenen Wochen
die E-Mail-Konten von mehreren Beamten im eigenen Haus durchsucht haben
lassen. Zuvor waren zwei wichtige Gesetzentwürfe an die Öffentlichkeit
durchgestochen worden. Das berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf
Insider. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sei demnach vorab
über die Spähaktion informiert gewesen.
Die Pressestelle des Ministeriums wollte den Bericht auf Anfrage des
Spiegel weder bestätigen noch dementieren. Zu internen IT- und
Geheimschutz-Maßnahmen äußere sich das Ministerium grundsätzlich nicht,
teilte ein Sprecher mit.
Die Kontrollen seien „stichprobenartig“ gewesen, hieß es von Insidern.
Unklar sei, wie viele Mitarbeitende von der Aktion betroffen gewesen seien.
Bekannt sei indes, dass bei der Durchsuchungsaktion nichts gefunden worden
sei und die betroffenen Beamten von der Durchsuchung nachträglich in
Kenntnis gesetzt worden seien.
Bei den vermeintlich aus Reiches Ministerium geleakten Gesetzentwürfen
handelte es sich zum einen um einen [1][Arbeitsentwurf für das sogenannte
Netzpaket]. In dem Papier vom 30. Januar seien mehrere Maßnahmen erwähnt
gewesen, die den Bau neuer Ökostromanlagen deutlich verteuern würden.
## Angriff auf die Solarförderung als Verschlusssache
Ende Februar gelangten dann die Inhalte eines weiteren Papiers aus dem
Bundeswirtschaftsministerium an mehrere Medien – konkret: ein früher
Entwurf der [2][Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes]. Dieser sei als
Verschlusssache „nur für den Dienstgebrauch“ gekennzeichnet gewesen,
meldete jetzt der Spiegel. Das Papier mit dem Datum 22. Januar enthielt
demnach eine Reihe von Vorschlägen, die den Bau kleiner Solardachanlagen
praktisch unwirtschaftlich machen könnten.
Das Ministerium erklärte dazu, dass die Vertraulichkeit und der Schutz
interner Informationen „wichtige Grundlagen für eine funktionierende
Verwaltung“ seien. Und weiter: „Die Herausgabe von vertraulichen
Informationen ist nicht nur grundsätzlich untersagt, sondern gefährdet
Entscheidungsprozesse, führt zu Vertrauensverlust innerhalb der Regierung
und schadet der Glaubwürdigkeit von Ministerien.“
Die hausinterne Stimmung im Bundeswirtschaftsministerium mit seinen über
2.500 Mitarbeitenden ist dem Vernehmen nach seit [3][dem Amtsantritt von
Katherina Reiche] im Keller. Wie der Spiegel schreibt, hätten sich
Mitarbeitende nach der Schnüffelaktion empört und verunsichert gezeigt.
Manche werteten die Durchsuchung demnach als Einschüchterungsversuch der
CDU-Politikerin und ihrer Entourage.
13 Mar 2026
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(DIR) [1] /Nach-dem-Leak-zum-Netzausbau-Gesetz/!6155963
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(DIR) [3] /Wirtschaftsministerin-Katherina-Reiche/!6103133
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